Reporter Eutin
30. November 2016 | Allgemein

3.367 Euro für die Waisenhäuser in Ouagadougou

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Bad Malente-Gremsmühlen (ed). Zwei dicke Schecks über insgesamt 3.367 Euro konnte Babette Otto vom Verein Sahel eV, hinter dem Katrin Rohdes Stiftung AMPO in Burkina Faso steht, von der Schülervertretung der Schule an den Auewiesen in Malente entgegennehmen – und jeden einzelnen Euro haben die Schüler der Malenter Gemeinschaftsschule selbst erarbeitet. Den größten Teil des Geldes, nämlich 2.367 Euro, sogar im wahrsten Sinn des Wortes, denn 138 Schüler der Klassen 5 bis 9 sind dafür an ihrem sozialen Tag arbeiten gegangen. “Die Jüngsten, die nur im häuslichen Bereich arbeiten dürfen, haben sich bei ihren Eltern einen Job gesucht”, erzählt Elina Legerich aus der 10a, “und im Garten gearbeitet oder andere kleine Arbeiten erledigt. Und die Größeren konnten sich entweder selbst einen Arbeitgeber suchen, der sie für den sozialen Tag bezahlt, oder einen Tag lang bei der Restaurierung eines Resthofes helfen.” So haben 138 Schüler und Schülerinnen insgesamt 2.367 Euro verdient – “der eine oder andere Arbeitgeber hat mehr bezahlt”, so Astrid Fock, die stellvertretende Schulleiterin, “als er musste, einfach um die Sache zu unterstützen.” Denn natürlich hatten die Schüler, als sie ihr Gehalt verhandelten, erzählt, dass sie das Geld für Kinder in Burkina Faso verwenden würden – seit vielen Jahren schon ist die Plönerin Katrin Rohde in Westafrika, um hier Kindern, vor allem Waisen, mit Geborgenheit, Bildung und viel Herz eine Lebensperspektive zu geben. Mittlerweile hat sie neben zwei Waisenhäusern auch ein Haus für Mütter mit kranken und unterernährten Kindern gebaut, eine Schule und ein Haus für Mädchen in verzweifelter Lage, eine Krankenstation und einen Farmbetrieb mit Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, sie und ihr Team beraten, versorgen, bilden aus, ziehen groß und sind da, wenn die Kinder sie brauchen. Die Schule an den Auewiesen unterstützt Katrin Rohdes Arbeit in Burkina Faso schon seit vielen Jahren mit den unterschiedlichsten Projekten – vor allem aber mit dem Sozialen Tag und dem Krimi-Dinner, das bereits zum dritten Mal in der Schule stattgefunden hat. Denn auch für die restlichen 1.000 Euro haben die Schüler sich ordentlich ins Zeug gelegt – während die Theatergruppe der Neunten sich auf den Brettern erprobte, die die Welt bedeuten, und ein selbst geschriebenes Stück inszenierte, kochten die Schüler der Zehnten zusammen mit Profi-Köchen der Region ein Spitzen-Dinner und servierten es den Krimi-Gästen. Und während auf der Bühne “Der Countdown” gespielt wurde, durften die Gäste sich an Spargelcreme-Suppe, Rinderrouladen und einer Trilogie von Erdbeeren laben, serviert von den Auewiesen-Schülern. Eine Menge Arbeit, aber mindestens genauso viel Spaß – und das auch noch für einen echt guten Zweck: Denn der Erlös von insgesamt 2.000 Euro wurde aufgeteilt: Eine Hälfte bekommt der Schulverein für seine Arbeit, die andere Hälfte geht an Sahel eV, der damit 3.367 Euro für seine Arbeit in Burkina Faso bekommt. “Eigentlich wollten wir die Summe an den Sahel eV übergeben, damit das Geld für Schulbildung verwendet werden kann”, erzählt Elina, “denn Bildung ist eine Chance, das wollten wir unterstützen. Aber dann haben wir gehört, dass ein Spender für die Waisenhäuser abgesprungen ist und dort das Geld fehlt. Also haben wir beschlossen, dass Sahel das Geld da einsetzen kann, wo es gerade am dringendsten gebraucht wird.” Über diese Entscheidung freut sich Babette Otto vom Sahel eV sehr, denn tatsächlich sei es so, dass sich ein großer Sponsor der Waisenhäuser zurückziehe und das Geld dringend gebraucht werde, um den 120 Jungs und Mädchen zwischen 6 und 18 Jahren ein ganz normales Leben zu ermöglichen. “Dazu gehört natürlich auch das Schulgeld”, verspricht Babette Otto, “denn Schulbildung macht einen großen Teil unserer Arbeit aus, allein weil sie ganz nachhaltig Möglichkeiten eröffnet.” Als Dankeschön bekamen die Schüler von ihr den neuen AMPO-Kalender, der unter dem Motto “Gemeinsam stark” steht – “denn Ihr habt gezeigt, wie toll man gemeinsam stark sein und etwas bewirken kann. Dafür ein ganz großes Dankeschön.” Und eigentlich hätten die Schüler ja auch prima für sich selbst arbeiten, das Geld in die Klassenkasse packen oder für die nächste Klassenfahrt verwenden können – aber das würde ihnen nie in den Sinn kommen: „Unsere Klassenfahrten können wir jederzeit selbst irgendwie bezahlen“, sagt Alexander Heidmann aus der 10a, „aber Kindern zu helfen, überhaupt in die Schule gehen zu können, das bringt doch viel mehr.“



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