Reporter Eutin
30. Dezember 2016 | Allgemein

„Alle verfolgen das gleiche Ziel: Das Wohl der Stadt“

Eutin (ed). Die Wogen um den Start der Baumaßnahmen in der Innenstadt sind hochgeschlagen in den letzten Tagen vor Weihnachten – während eine Gruppe von Kaufleuten sich zu einer Bürgerinitiative zusammenschloss, um die Baumaßnahmen zu stoppen, wählte der Vorstand der Wirtschaftsvereinigung den Weg über die Landesregierung, um den Start der Baumaßnahmen hinauszuschieben und seine Bedenken dazu zu äußern, ohne den Verlust der Fördermittel zu riskieren. Jetzt setzt der Vorstand der WVE auf die Dialogbereitschaft aller Beteiligten, allen voran der Stadtverwaltung. „Wir alle verfolgen das gleiche Ziel: Das Wohl der Stadt.“ Weihnachten sei die Zeit, in der man Wünsche äußern dürfte, sagte der WVE-Vorsitzende Hans-Wilhelm Hagen, „und unser großer Weihnachtswunsch ist es, wie schon beim Verkehrskonzept auch bei den Baumaßnahmen zur Innenstadtsanierung miteingebunden zu werden.“ Im kommenden Mai sollen die Baumaßnahmen in der Peterstraße beginnen – das Ende der Bauzeit hier ist für September 2018 geplant, dann folgen alle weiteren Bauabschnitte über den Markt in die Königstraße und in den Rosengarten. Doch es haben sich neue Erkenntnisse ergeben, aufgrund derer die Wirtschaftsvereinigung sich eine Denkpause wünscht, in der sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen und das weitere Vorgehen beraten. Schon 2013 wurden die Baumaßnahmen zur Innenstadtsanierung beschlossen – damals aber sei noch nicht klar gewesen, wie einschneidend und langanhaltend diese sein würden. Denn erst jetzt habe sich herausgestellt, dass sich unter der Oberfläche der Peterstraße zum teil eine 30 Zentimeter dicke Betonschicht befinde, die herausgeschnitten oder -gebrochen werden müsse, was mit erheblicher Lärmbelästigung verbunden sei. Zwar wolle man diese Arbeiten in die Morgen- und Abendstunden verlegen, aber es bleibe die Tatsache, dass die Peterstraße derweil komplett aufgerissen werde, zwar immer einseitig begehbar und mit Brücken zu den Geschäften versehen, aber doch mit immensen Behinderungen. Und dann überlegten die Kunden es sich zweimal, ob sie nicht lieber zum Einkaufen woanders hinführen, gab Thomas Menke zu bedenken, „und wir wissen, dass es nahezu unmöglich ist, Kundenströme noch einmal umzulenken.“ Es helfe nicht, eine Stadt über sechs Jahre umzubauen und erst dann daran zu denken, wie man sie wieder beleben kann. Dass etwas in Eutin geschehen müsse, daran bestehe kein Zweifel – aber dazu reiche ein hübscheres und gehfreudigeres Pflaster nicht, erklärte Thomas Menke. „Wir brauchen ein Alleinstellungsmerkmal.“ Eine Liste mit Ideen dazu habe die WVE bereits erstellt – eine davon ist die Überdachung der Twieten oder auch der Peterstraße, das habe sich, so Thomas Menke, in einigen niederländischen Kleinstädten als echter Publikumsmagnet erwiesen. Und genau so einen Publikumsmagnet müsse Eutin werden, um mit der Kokurrenzsituation durch die Küste, aber auch durch Citti und Luv in Lübeck, das Outlet in Neumünscher oder die größte grüne Wiese Deutschlands in Raisdorf mitzuhalten. Und auch dem stetig wachsenden Onlinehandel müsse etwas entgegengesetzt werden. All das sei vor drei Jahren, als die Baumaßnahmen beschlossen wurden, so nicht abzusehen gewesen. Daher müsse man nun diesen Beschluss mit allen neugewonnenen Erkenntnissen noch einmal überdenken. „Wir haben uns sehr gefreut, dass die Stadtverwaltung ebenso wie der Bürgermeister und die politischen Parteien unsere Bedenken hinsichtlich des Verkehrsversuches gehört haben“, teilt die WVE mit. Beim runden Tisch für eine Überprüfung des Verkehrskonzeptes seien sich alle einig gewesen, erste Umsetzungsmaßnahmen durchzuführen und das bisherige Verkehrskonzept auf Basis neuer Analysen zu überarbeiten. So soll zunächst ein neues Parkleitsystem für die Innenstadt erarbeitet werden. Das bestehende Parkraumbewirtschaftungssystem soll um Tagestickets und Anwohnerparkmöglichkeiten erweitert werden. Verkehrsberuhigungsmöglichkeiten im Rosengarten werden geprüft – und dass mehr Fahrradfreundlichkeit in der Stadt auch mehr Parkplätze schaffe, darüber waren sich alle einig. Nun stellt die WVE ihre Vorstellungen zum Verkehrskonzept in der nächsten Sitzung dar – erst anschließend, wenn alle Maßnahmen umgesetzt sind, soll eine umfassende und qualifizierte Verkehrszählung stattfinden. Und eben diese Einbindung beim Vorgehen wünsche man sich nun auch für die Baumaßnahmen im Rahmen der Stadtsanierung – Strukturveränderungen, und das bedeuteten die Baumaßnahmen in der Innenstadt ganz erheblich, gehen nur gemeinsam, sagte Hans-Wilhelm Hagen. „Wir wünschen uns eine Denkpause, die Möglichkeit, Experten von außen wie die IHK hinzuzuziehen, um ein Konzept dafür zu entwickeln, wie wir die Innenstadt anschließend beleben können. Wir brachen Investition, aber auch Innovation, um nicht zuzugucken, wie die Geschäfte schließen.“ Im Neuen Jahr wolle er den Dialog mit dem Bürgermeister, aber auch mit den Stadtvertretern und der Stadtverwaltung, der IHK und dem Land suchen – „Ich kann mir nicht vorstellen, dass keine Dialogbereitschaft besteht.“


Weitere Nachrichten Eutin am Mittwoch
Vor dem Schnitt, der den Projektstart symbolisiert (v.l.): Jörg Schumacher, Stefanie Hönig, Bernd Rubelt und Kerstin Stein-Schmidt. Symbolisch war dieser Schnitt auch für Stadtbaumeister Rubelt an seinem „ehrlich allerletzten Arbeitstag“. Er rief die Eutiner auf: „Bewahren Sie sich Mut und Fantasie!“

Vogthaus wird zum „Haus der Stiftungen“

19.05.2017
Eutin (wh). „Ich bin optimistisch, dass es sehr gut wird!“ sagte Jörg Schumacher von der Sparkassen-Stiftung, bevor er beim Projektstart mit der Schere das Band zerschnitt, das am Eingangsbereich des Vogthauses im Bauhofareal gespannt war. Auch Stadtbaumeister...
Vom Dach aus beobachtet die Entenmama, wie Harry Ehmke von der Haustechnik der Vital-Klinik ihre Küken einsammelt. Ihr Schnattern könnte als Schimpfen gedeutet werden. Oder ist es ein  Signal an  die Kleinen: Keine Angst! Das Spiel kenne ich noch vom letzten Jahr. Alles wird gut.

Elf Küken gerettet

18.05.2017
Bad Malente-Gremsmühlen (wh). Achtundzwanzig Tage lang verhielten sich Patienten und Mitarbeiter der Vital-Kliniken Malente in einem umbauten Innenhof besonders leise. Denn unter einem Busch brütete eine Stockente ihre Eier aus. Das war für die Patienten eine...

Grundschulkinder arbeiten emsig in der „Buchstabenwerkstatt“

18.05.2017
Sarau (t). Nach den Osterferien ging es für die großen Schüler, Klasse 3 und 4, auf Klassenfahrt nach Büsum. 24 Kinder ließen sich dort, begleitet von zwei Lehrerinnen, den Nordseewind um die Ohren wehen und erlebten eine spannende Woche. Währenddessen ging es in...
Die deutsche Besuchergruppe mit Schülerinnen und Schülern der chinesischen Partnerschule Meilong Middle School

Auewiesen-Schüler konnten China live erleben

17.05.2017
Bad Malente-Gremsmühlen (wh). Sie hatten noch einige chinesische Vokabeln im Kopf, als vor Ostern zwölf Schülerinnen und Schüler der Malenter Schule an den Auewiesen für vierzehn Tage ins Reich der Mitte flogen. Denn letzten Sommer hatte die Malenter Schule Besuch...
Barbara Block, Vorstandsmitglied des Baltikumvereins, Veranstalter Helge Nickel und Hans-Ingo Gerwanski, Sparkasse Holstein, bieten ein ungewöhnliches und vielseitiges Programm zum Eutiner Bluesfestival

Von Open Air über „Nightsessions“ bis hin zur Kunst

17.05.2017
Eutin (los). „Bluesige Zeiten“ werfen ihre Schlaglichter voraus. Zum 28. Mal dürfen sich die Eutiner auf das musikalische Festival freuen, das Helge Nickel (Kreativ Konkret) in diesem Jahr unter dem Motto „Young Roots“ veranstaltet. Die „Blues Baltica“ vom 18. bis...

UNTERNEHMEN DER REGION