Reporter Eutin
25. Januar 2017 | Allgemein

Das Schloss wieder im Herzen Eutins verankern

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Mit einer Überraschung für die Eutiner Kinder und ganz speziellen Angeboten will die Stiftung Schloss Eutin das Schloss wieder im Herzen der Eutiner verankern, es zu einem lebendigen Kulturort in der Region machen

Mit einer Überraschung für die Eutiner Kinder und ganz speziellen Angeboten will die Stiftung Schloss Eutin das Schloss wieder im Herzen der Eutiner verankern, es zu einem lebendigen Kulturort in der Region machen

Eutin (ed). Im Schloss wird gebaut – im Zeichen der Inklusion und der Zukunftsfähigkeit: Der Innenhof wird derzeit barrierearm gestaltet und der Südflügel bekommt einen Aufzug, sodass Gäste im Rollstuhl, mit Rollator oder auf Krücken oder ganz einfach mit Schwierigkeiten beim Treppenlaufen ganz bequem das 1. wie auch das 2. Obergeschoss erreichen können. Das sind nur zwei der Maßnahmen, die das Schloss zukunftsfähig machen sollen – ebenso wie der wunderbare Schloss-Shop, die Dauerausstellung, die nach und nach immer spannender und attraktiver wird, wie die Gastronomie im Schloss oder auch die neue alte Südbrücke. Denn auch wenn das Jahr der Landesgartenschau dem Schloss einen echten Besucherrekord und wachsende Bekanntheit über die Stadtgrenzen hinaus gebracht hat, so gebe es doch immer noch eine kleine Hemmschwelle – ausgerechnet bei den Menschen, die eigentlich so sehr an ihrem Schloss hängen: “Bei den Eutinern”, sagt Brigitta Herrmann, die Geschäftsführerin der Stiftung Schloss. “Und das wollen wir in diesem Jahr ändern – nachdem im letzten Jahr die Besucher aus dem ganzen Land dran waren, sind es jetzt die Eutiner, die wir wieder für ihr Schloss begeistern wollen.” Fast 55.000 Besucher haben im vergangenen Jahr das Eutiner Schloss besucht – fast viermal so viele wie vor vier Jahren, als der Aufsichtsrat der Stiftung Schloss sich angesichts sinkender Besucherzahlen zu einer Neustrukturierung des Schlosses entschied. Trotz dieses Besucherrekords aber ziehen die Aufsichtsratsmitglieder nur eine gemischte Bilanz des letzten Jahres. Denn ein wirtschaftlicher Erfolg sei dieses Jahr nicht gewesen, teilt Staatssekretär Eberhard Schmidt-Elsaeßer mit. “Denn von den 55.000 Besuchern haben sich nur 16.270 eine Eintrittskarte gekauft – alle anderen kamen mit ihrem LGS-Ticket ins Schloss.” Das bedeutet eine Einbuße bei den Einnahmen von minus 35 Prozent. “Wir hatten die Hoffnung, dass noch mehr Besucher das Angebot unserer Führungen annehmen”, so Schmidt-Elsaeßer, “und noch mehr Menschen ihr Geld im Schloss-Shop lassen, aber diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt.” Die Stimmung im Schloss sei durchweg positiv und sehr beschwingt gewesen – dafür lobte der Herzog von Oldenburg Brigitta Herrmann und ihr Team von Herzen. Fast 55.000 Menschen entspannt durchs Schloss zu schleusen und zufrieden zu stellen, das habe die 60 Mitarbeiter viel Kraft gekostet, ohne jedoch auch nur einmal ihr Lächeln zu verlieren. Zwar hätten sich die Einnahmen bei den Führungen verdoppelt – ein positiver Effekt, da die Mitarbeiter des Schlosses dabei in unmittelbaren Kontakt mit den Besuchern kämen und diese so für das Schloss begeistern können – und auch habe die LGS dem Schloss einen Teil der Eintrittsausfälle erstattet, doch habe der Betrag nicht ausgereicht, um die Kosten zu decken. So mussten eine Umwidmung von Landesbaumitteln und eine zusätzliche Finanzspritze des Landes das Defizit decken. Für 2017 hat das Land eine höhere Grundfinanzierung beschlossen – sie steigt von 250.000 auf 435.000 Euro für Schloss und Küchengarten. Und zwar nicht, “weil das Schloss in finanziellen Schwierigkeiten ist”, erklärte der Staatssekretär, denn der Eintritt ergebe mit einer Kostendeckung von 30 Prozent ein sehr gutes Ergebnis, sondern weil die Stiftung derzeit kaum Zinsen ausschütten kann, die Dauerausstellung wie auch der Küchengarten weiter ausgebaut und gepflegt werden müssen. So sei vor allem die Nachhaltigkeit der Revitalisierung des Küchengartens gewährleistet, freute sich der Herzog von Oldenburg. Und ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk gab es für Brigitta Herrmann und ihr Schloss-Team auch noch – eine ganze Million Euro, ausgeschüttet über vier Jahre bis 2020, für die Weiterentwicklung der Dauerausstellung, “um sie auf neue Beine zu stellen und die Attraktivität des Schlosses zu optimieren.” Der Geschäftsführerin war die Freude am Gesicht abzulesen – sehr herzlich bedankte sie sich ebenso wie der Herzog von Oldenburg für die anhaltende Unterstützung des Landes. Allerdings, so der Staatssekretär, der die Million quasi im Gepäck hatte, sei das Eutiner Schloss auch ein echtes Kleinod des Landes. Das Jahr nach der Landesgartenschau wird für das Schloss nicht weniger spannend. Die Bauarbeiten im Innenhof und am Aufzug sollen zur Saisoneröffnung Mitte März abgeschlossen sein – die Führungen sollen weiter ausgebaut werden und ganz besondere Angebote die Eutiner, die kleinen und die großen, ins Schloss locken. “Unser Ziel für 2017 und die Folgejahre ist, die Öffnung des Schlosses und seine Verankerung als lebendiger Kulturort weiter voranzutreiben und nachhaltig zu festigen”, erklärt der Herzog von Oldenburg. Das werde durch Synergien mit weiteren Kulturträgern geschehen, aber auch mit Überraschungen für die Eutiner. Wie die “Schlosskinder”, ein kostenloses Angebot für Eutiner Kinder von sechs bis elf Jahren von Mai bis Oktober: “Das kann eine Rallye durch Schloss und Garten sein, ein Bastelnachmittag oder eine andere spannende Unternehmung im Schloss”, so Brigitta Herrmann, “wir wollen bei den Kindern anfangen.” Daher soll auch die Zusammenarbeit mit den Schulen der Region intensiviert werden, indem die im Rahmen von plietsch-grün entwickelten Bildungsangebote an den Schulen bekannt gemacht werden. Ein weiterer Höhepunkt wird die Neupräsentation eines der größten Schloss-Schätze sein: Des Antependiums, eines sehr kostbaren Altarschmucks, dessen Restaurierung und Neupräsentation der Freundeskreis des Schlosses intensiv und finanziell begleitet. Für das Antependium wird es einen eigenen Raum geben – ebenso wie für die Geschichte der Fürstbischöfe, der dank einer Zuwendung der Stadt Eutin eingerichtet werden kann. Einzelveranstaltungen im Sommer sind ebenso geplant wie die “Herbstgeschichten” und der “Lebendige Advent” – und ein echter Anziehungspunkt wird weiterhin der Schloss-Shop sein, der von Petra Döhring so liebevoll mit lauter Schönem bestückt wird, sodass man sich sein eigenes kleines Stück Schloss mit nach Hause nehmen kann. “Wir wollen uns 2017 ganz besonders an die Eutiner und die Menschen in der Region wenden”, ergänzt Brigitta Herrmann, “um das Schloss wieder im Herzen der Stadt zu verankern.”


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