Reporter Eutin
01. März 2017 | Allgemein

Der „Bücherwurm” – ein Paradies für Bücherwürmer

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Eutin (ed). Ein gebundener Elizabeth George, vielleicht einmal gelesen für drei Euro, oft noch eingeschweißte Neuheiten für wenig mehr, das heißgeliebte Lieblingsbuch aus der Kindheit für zwei Euro – der “Bücherwurm” in der Albert-Mahlstedt-Straße ist ein echtes Paradies für Bücherwürmer und Vielleser. Hier kann man ohne weiteres mit einem ganzen Stapel Lesestoff für zehn Euro rausgehen und über die wenigen Gebrauchsspuren, die die Bücher aufweisen, gerne hinwegsehen, wenn das Lesefutter für die nächsten Wochen gesichert ist. Dabei war der “Bücherwurm” von seinem Betreiber, der Brücke Ostholstein gGmbH, eigentlich nur als Arbeitsstätte, als Beschäftigungsmaßnahme und als Hilfe zur Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag gedacht. Die Brücke Ostholstein gGmbH betreut Menschen mit psychischen Erkrankungen und bietet ihnen die unterschiedlichsten Unterstützungsmöglichkeiten. In einer Wohngruppe werden die Menschen betreut, die gerade aufgrund ihrer Erkrankung nicht alleine leben wollen oder können – wer in seinen eigenen vier Wänden bleiben möchte, hat einerseits die Möglichkeit einer sehr individuellen ambulanten Betreuung oder die Tagesstätte der Brücke zu besuchen, die ein tagesstrukturierendes Programm mit Beschäftigungsangeboten beinhaltet. “Das richtet sich ganz danach”, sagt Marita Lüth-Greif, die die ambulante Betreuung leitet, “was im Hilfeplan an Betreuungszielen vereinbart wurde.” Eines dieser Ziele kann die Wiedergewöhnung an den Arbeitsalltag sein. Und um die so wohlwollend und niedrigschwellig wie möglich zu gestalten, hatte vor genau 15 Jahren Angela Weinke mit zwei weiteren Kolleginnen von der Brücke Ostholstein gGmbH die Idee, die Second Hand Buchhandlung “Bücherwurm” ins Leben zu rufen. “Wir dachten, es wäre schön, über unsere Tagesstätte hinaus eine Möglichkeit zur Beschäftigung gäbe”, so Angela Weinke, “die dabei helfen könnte, sich wieder an den Arbeitsalltag zu gewöhnen.” Die entspannte Atmosphäre, die vielseitige Arbeit, bei der man sich in seinem Tempo vom Computerarbeitsplatz im Hinterzimmer nach vorn bis an den Tresen und in den Kundenkontakt vorarbeiten kann, hilft den hier Beschäftigten dabei, sich ganz langsam wieder an den Arbeitsalltag zu gewöhnen. Regelmäßige Arbeitszeiten, die erweitert, aber auch verkürzt werden können, ein ruhiges Arbeitsklima und nette Kunden machen das noch umso leichter. “Wenn es hier gut läuft, kann der Bücherwurm ein Trittbrett sein in die wirkliche Arbeitswelt”, sagt Angela Weinke, “hier kann man ganz schmalspurig anfangen und nach und nach soziale Ängste abbauen, Teamarbeit trainieren und sich langsam wieder ans Arbeiten gewöhnen.” Besonders für Menschen, die Bücher mögen, ist die Arbeit im Bücherwurm perfekt. “Die Arbeit macht großen Spaß”, strahlt Brigitte Albrecht, die schon seit zwei Jahren im Bücherwurm arbeitet, “der Umgang mit den Kunden ist schön und es macht viel Spaß, auf ihre Wünsche einzugehen und Bücher für sie rauszusuchen.” Ihre Kollegin Kirstin Rankovic zieht die Arbeit am Computer vor – Bücher eingeben und wieder austragen, den Bestand pflegen. Und das ist eine Menge Arbeit, denn ständig kommen neue Bücherspenden herein, die sortiert, gekennzeichnet, katalogisiert und in die Regale an die richtige Stelle gestellt werden müssen – genauso die Bücher, die verkauft werden, wieder ausgetragen werden. So folgt der Bücherwurm dem ganz normalen System einer Buchhandlung – und so finden die Kunden hier auch ihre Bücher. Denn auch für Kunden, die Bücher mögen, ist der Bücherwurm einfach perfekt – und wegen der unfassbar günstigen Preise ist ein Besuch hier auch nicht fatal. Die Bücher aus zweiter Hand mit meist unwesentlichen Gebrauchsspuren sind nach Genre geordnet und innerhalb des Genres nach Autoren sortiert. Hier kann man herzlich gern stöbern, anlesen, es sich mit einem Buch in der gemütlichen Leseecke gemütlich machen und Lektüre für die kommenden Wochen einkaufen – Romane von Marc Levy über Marisa Pessl bis hin zu Rebecca Gablé, Krimis von George über Mankell bis Indridasson, von Italien über Deutsch- und England bis hoch nach Island, ganz egal, was man am liebsten liest, hier findet sich ganz sicher ein Buch oder zwei oder drei… Wer nach einem bestimmten Buch sucht, das einfach gerade nicht da ist, kann eine Nachricht hinterlassen und wird angerufen, wenn das Buch reinkommt. Und wenn das Team des “Bücherwurms” drei- bis viermal im Jahr zu seinen Schnäppchenwochen einlädt, wie ab dem kommenden Samstag wieder, liegen noch viel mehr Bücher zu noch sensationelleren Preisen für die Kunden bereit. Auf zusätzlichen Tischen bauen Angela Weinke und ihre Kollegen mit den Mitarbeitern des Bücherwurms stapelweise echte Schnäppchen auf – gut erhalten, teilweise nagelneu tummeln sich hier Bestseller, Kinder- und Jugendbücher, Romane aller Art ebenso wie Sachbücher und Kunstbände, Gedicht- und Bildbände, einfach alles, was das Herz eines Viellesers aufgehen lässt. Ab kommenden Samstag stehen sie im Bücherwurm wieder bereit, die Schnäppchentische mit den gebundenen Büchern für einen Euro und den Taschenbüchern für 50 Cent und es darf gestöbert, geschmökert und sich über das reichhaltige Angebot gefreut werden. Der “Bücherwurm” in der Albert-Mahlstedt-Straße hat von Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet – die Schnäppchenwoche läuft vom Samstag, dem 4. bis zum 11. März.


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