Reporter Eutin
03. Dezember 2016 | Allgemein

Häusliche Gewalt aus der Tabuzone holen

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Sie verteilten Brötchen und Infos gegen Gewalt an Frauen (v.l.):  Christa Feigl (Frauenhaus Eutin), Gudrun Dietrich (Gleichstellungsbeauftragte), Bürgermeister Carsten Behnk, Polizeioberkommissar Ralf Hoffschildt,  Gabriele Pfingsten (Frauennotruf), Annegret Schmidt (Bäckerei Klausberger).

Sie verteilten Brötchen und Infos gegen Gewalt an Frauen (v.l.): Christa Feigl (Frauenhaus Eutin), Gudrun Dietrich (Gleichstellungsbeauftragte), Bürgermeister Carsten Behnk, Polizeioberkommissar Ralf Hoffschildt, Gabriele Pfingsten (Frauennotruf), Annegret Schmidt (Bäckerei Klausberger).

Eutin (wh). „Einsätze, bei denen es um häusliche Gewalt geht, sind ein regelmäßiger Teil unserer Arbeit“, berichtete Oberkommissar Ralf Hoffschildt vom Polizeirevier Eutin. Schlimm findet er, dass besonders Kinder darunter leiden, selbst wenn sie häusliche Gewalt nicht direkt erleiden, sondern diese mitbekommen. Einen „Sondereinsatz“ leistete Hoffschildt am Samstag vor dem Eutiner Rathaus. Da verteilte er an Wochenmarktbesucher Informationsmaterial und Brötchen, um auf diese Weise das Thema häusliche Gewalt „unter die Leute“ zu bringen. Ihm zur Seite standen Christa Feigl vom Frauenhaus, Gabriele Pfingsten vom Frauennotruf, die Gleichstellungsbeauftragte Gudrun Dietrich und Annegret Schmidt von der Bäckerei Klausberger. Aus Klausbergers Backstube wanderten allein am Markttag 500 Brötchen duftend und frisch in die Tüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte“, wie der Wahlspruch der Aktion lautete. 367.000 Brötchentüten mit diesem Aufdruck wurden landesweit in der Aktionswoche rund um den 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, von rund 60 Bäckereien verteilt - 5.000 davon allein in den Filialen der Bäckerei Klausberger in Eutin. Auf den Tüten stehen die Nummer des bundesweiten Hilfetelefons (08000 116 016) und die Internetadressen schleswig-holsteinischer Frauenhäuser und Beratungsstellen. „Wir hoffen“, so Hans-Peter Klausberger, „dass diese Information viele Betroffene erreicht und sie motiviert, den wichtigen ersten Schritt zu Selbsthilfe zu gehen.“ Außerdem liegen in den Klausberger-Filialen, in der Volkshochschule, der Kreisbibliothek und dem Rathaus Broschüren und Flyer zum Thema häusliche Gewalt aus. Bürgermeister Carsten Behnk mischte sich am Markttag „unters Volk“, verteilte Brötchen und kam mit Bürgern ins Gespräch. Er finde es gut, dass die Problematik der häuslichen Gewalt durch diese Aktion aus der dunklen Tabuzone ans Licht der Öffentlichkeit gelange. Christa Feigl vom Frauenhaus Ostholstein hält die ganze Aktion für unverzichtbar, um auf die Situation von Frauen (und Kindern), die häusliche Gewalt erlitten haben, hinzuweisen und die Beratungsangebote im Kreis Ostholstein erneut bekannt zu machen. Dass Aufklärung nötig ist, zeigt die Polizeistatistik. Im Jahr 2015 gab es in Schleswig-Holstein 3.280 polizeiliche Einsätze bei häuslicher Gewalt, bei denen 382 Täter der gemeinsamen Wohnung verwiesen wurden. 1.034 Frauen flohen mit ihren Kindern in ein Frauenhaus. Darüber hinaus kontaktierten rund 10.500 Frauen die vom Land geförderten 23 Frauenberatungsstellen. Die Hilfeangebote bei häuslicher Gewalt und weitere Informationen sind auch in der Broschüre „Nur Mut! – Handlungsmöglichkeiten in Gewaltbeziehungen“ zusammengestellt. Die Broschüre steht im Internet unter www.schleswig-holstein.de in deutscher, türkischer, russischer, englischer, französischer und arabischer Sprache zum Herunterladen bereit.



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