Kai Pioch
17. März 2016 | Allgemein

In vielerlei Hinsicht über den Tellerrand blicken

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Pauline Haacke, Stina Beckmann, Annika Rose, Nico Westermann und Frederik Buhmann freuen sich über ihre EuroPass, den sie für ihr Engagement auf der Rumänienreise erhalten haben.

Pauline Haacke, Stina Beckmann, Annika Rose, Nico Westermann und Frederik Buhmann freuen sich über ihre EuroPass, den sie für ihr Engagement auf der Rumänienreise erhalten haben.

Malente. Das Schild hängt schon, der Bescheid ist auch bereits da – nur die offizielle Feierlichkeit fehlt noch: Die Malenter Schule an den Auewiesen ist Europaschule. Und diesen Titel hat sie sich redlich verdient. Durch die unterschiedlichsten Projekte, Reisen, Partnerschaften mit Schulen in anderen Ländern ermöglicht die Schule ihren Schülern den Blick über den Tellerrand, machen sie offen und aufmerksam für Europa und die Welt.  Seit fast zwei Jahren nimmt die Schule an den Auewiesen an Erasmus   teil, einem europäischen Austausch- und Partnerschaftsprogramm – Voraussetzung dafür ist, dass die teilnehmenden Schulen sich Partnerschulen im Ausland suchen und ein Projekt überlegen, dass sie mit ihnen gemeinsam umsetzen. „Wir haben uns Europe powered by Nature ausgesucht“, so Astrid Fock, die stellvertretende Schulleiterin der Schule an den Auewiesen, die als einzige Schule des Landes ein solches Eramsums  -Projekt koordiniert, „ Als Partnerschule konnte die Schule an den Auewiesen dank ihrer Kontakte die Imam Hatip Ortaokulu in Kizilcahamam in der Türkei, die Scoala Gimnaziala Butea in Rumänien, die Zespol Szkol in der Partnerstadt Barwice in Polen und das Mikkelin Lyseon koulu in der Partnerstadt des Kreises in Mikkeli und Finnland gewinnen. „Und da passt das Thema regenerative Energien natürlich, weil das ein zukunftsweisendes Thema ist, das unsere Länder verbindet, und sich prima in den Unterricht einbinden lässt.“ Denn das Thema der regenerativen Energien wird Klassen- und Fächer-übergreifend aufgenommen – für die teilnehmenden Schüler bedeutet die Teilnahme am Projekt ein bisschen mehr Schule: Je nach Wunsch verstärkter Englischunterricht und projektbezogenes Arbeiten zu den regenerativen Energien. Denn die wiederum werden dann bei den Treffen mit den anderen Schulen aufgegriffen, jedes Land hat einen Schwerpunkt. Während die Schüler in der Türkei die Geothermie beschäftigte, war es in Rumänien die Wasserkraft, zu der sie eine Woche lang arbeiteten – in Polen ist es der Wind und in Finnland wird es dann die Biomasse sein. Bei uns übrigens ist das Thema die Sonnenkraft, bei der Deutschland europaweit eine führende Rolle spielt. Jeweils fünf bis sechs Schüler reisen dann zum Treffen mit den Partnerschulen – reihum treffen sie sich einmal in jedem Land. „Wir waren bereits in der Türkei und in Rumänien“, so Astrid Fock, „im April gehts nach Finnland und im kommenden Jahr findet die Abschlussveranstaltung bei uns statt.“  Die Reise nach Rumänien in den vergangenen Herbstferien war für Pauline Haacke, Stina Beckmann, Annika Rose, Nico Westermann und Frederik Buhmann eine spannende Erfahrung – „einen kleinen Kulturschock“, nennt Pauline es. „Butea liegt sehr ländlich und ist sehr einfach, es fahren sogar noch Kutschen. Wir waren einfach überrascht, dass es Gegenden gibt, die noch sowenig fortschrittlich sind.“ Die Schüler waren in einem Kloster untergebracht, „das war sehr speziell“, schmunzelt Astrid Fock. „Aber die Gastfreundschaft war unglaublich.“ „Das war ziemlich interessant, die Kultur kennenzulernen“, sagt Nico, „und wie da die Schule läuft.“ „Man lernt mehr als auf einer Urlaubsreise“, ergänzt Annika, „der Unterschied zwischen Stadt und Land ist da sehr krass, aber es ist eine Erfahrung wert.“  Für ihre Teilnahme an den Projekten bekommen die Schüler, die mit in Rumänien, Finnland, der Türkei waren, einen EuroPass, ein offizielles Dokument, in dem die Aktivitäten verzeichnet sind, an denen sie in der Woche teilgenommen haben. „Der kommt zur Bewerbung dazu und ist ein echter Vorteil, wenn die Schüler sich für einen Ausbildungsplatz oder die Kreisberufsschule bewerben“, weiß Astrid Fock, „denn die Berufsschule in Eutin zum Beispiel ist ebenfalls Europaschule und führt den EuroPass dann fort.   Dazu passt perfekt, dass die Schule an den Auewiesen sich ab sofort Europaschule nennen darf – „aus diesem Engagement heraus hat es sich einfach ergeben, den Antrag auf die Europaschule zu stellen“, sagt Astrid Fock. Denn neben Erasmus  bietet die Malenter Gemeinschaftsschule auch zwei Fremdsprachen an und hegt Partnerschaften nach Polen und Italien – und schon vor Erasmus  hat die Schule am Comenius-Projekt teilgenommen und war europaweit engagiert. „Es ist einfach eine Kontinuität, die sich schon über Jahre hinweg zieht. Und der Antrag hat dem Ministerium scheinbar gut gefallen.“ Jedenfalls kommt die Bildungsministerin im Mai nach Malente und ernennt die Schule offiziell zur Europaschule. Dann gehört die Schule an den Auewiesen zu einer von fünf Gemeinschaftsschulen unter den 30 Europaschulen des Landes. „Gerade in Zeiten, in denen in Europa nicht alles zum Bestens steht“, sagt Astrid Fock, „ist es wichtig, sich für Europa zu engagieren."


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