Reporter Eutin
02. Juni 2016 | Allgemein

Malenter Bürgermeisterwahl spannend bis zur letzten Minute

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Fast ungläubig beobachten Tanja Rönck und ihr Mann Andreas, wie sie sich mit jedem Wahlbezirk klarer an die Spitze setzt.

Fast ungläubig beobachten Tanja Rönck und ihr Mann Andreas, wie sie sich mit jedem Wahlbezirk klarer an die Spitze setzt.

Malente. Über hundert Wahlinteressierte verfolgten live die Bekanntgabe der Ergebnisse der Malenter Bürgermeisterwahl im Foyer der Schule an den Auewiesen. Es waren spannende eineinhalb Stunden von der Schließung der Wahllokale bis zur Auszählung auch der letzten Stimmzettel. Alle vier Kandidaten waren anwesend, unterstützt von Freunden und Familie. Bereits die Auswertungen der ersten fünf Wahlbezirke ließen einen Trend erkennen, der sich bis zur letzten Wahlbezirksauszählung bestätigte: Tanja Rönck gewann deutlich in fünfzehn von sechzehn Wahlbezirken. Entsprechend groß der Jubel im Umfeld der Kandidatin, als sich mit jeder Veröffentlichung das Ergebnis klarer herauskristallisierte. Der letzte Wahlbezirk ließ mit seiner Auswertung eine halbe Stunde auf sich warten und zögerte so die mit Ungeduld erwartete Antwort nach dem Stichwahlgegner hinaus. Um 19 Uhr 23 dann das Ergebnis: Hauchdünn war die Malenter Bürgermeisterwahl an einer Sensation vorbeigeschrammt - Tanja Rönck (parteilos / Vorschlag der Freien Wähler-Gemeinschaft FWG) verpasste mit 48,4 Prozent (2.301 Stimmen) nur ganz knapp die absolute Mehrheit. In die Stichwahl am Sonntag, dem 19. Juni kam mit 20,0 Prozent (952 Stimmen) der unabhängige Kandidat Christian Witt. Damit verdrängte der Polizeibeamte aus Malente den Eckernförder Finanzbeamten und SPD-Kandidaten Jörg Meyer auf den dritten Platz (895 Stimmen, damit 18,8 Prozent). Hans-Werner Salomon (CDU) wurde 611 Mal gewählt (12,8 Prozent) und bildete damit das Schlusslicht des Quartetts. FWM-Fraktionschef Holger Bröhl freute sich sichtlich. Tanja Rönck sei die fähigste Kandidatin und habe die meiste Erfahrung in der Kommunalverwaltung, erklärte er ihr gutes Abschneiden. Die Amtsrätin im Amt Oldenburg-Land selbst sah die Gründe so: „Ich habe mich zur Wahl aufgestellt, weil ich Bürgermeisterin von Malente werden will. Ich habe mir viel Zeit genommen und bewusst bereits im August 2015 den Wahlkampf begonnen.“ Offenheit, Ehrlichkeit, Bürgernähe und ihre Parteilosigkeit seien weitere Gründe. Ein wesentlicher und entscheidender Faktor sei auch die Unterstützung, Geduld und das Verständnis ihres Mannes gewesen. “So einen Weg kann man nur gemeinsam gehen”. Die beiden sind ein eingespieltes Team, feierten sie doch erst kürzlich ihre Silberhochzeit und Andreas Rönck betonte: “Ich bin sehr stolz auf meine Frau!” Von anwesenden WählerInnen konnten die unterschiedlichsten Begründungen für ihre Wahlentscheidungen gehört werden: “Sie ist eine sehr sympathische Frau - Frauen an die Macht” oder “Das Alter war ausschlaggebend und ganz wichtig. Wir brauchen junge Menschen in der Politik, die die Zukunft unserer Kinder mitgestalten, nicht knapp siebzigjährige”. Andere Wähler beriefen sich auf die mehrjährige Verwaltungserfahrungen von Tanja Rönck. Und wieder andere entschieden aus dem Bauch heraus, sagten, sie käme aus der Region, alte Verkrustungen müssten aufgebrochen werden. Christian Witt freute sich besonders, dass die freien und unabhängigen Kandidaten einen so starken Zuspruch von den WählerInnen erhalten haben. “Da kann man erkennen, wo wir in der Zukunft landen werden”. Er ist gerüstet für die kommenden drei Wochen, hat sich von seinem Jahresurlaub und den geleisteten Überstunden einen ausreichenden Zeitpuffer aufgespart, um im Zeitraum bis zur Stichwahl für Gespräche und Fragen Malenter BürgerInnen zur Verfügung stehen zu können. Beide freien Kandidaten verwiesen auf die hohe Wahlbeteiligung von 52,1 Prozent: 4.786 MalenterInnen nahmen von ihrem Wahlrecht Gebrauch und beeinflussten mit ihrer Stimme die Wahl des/der zukünftigen Bürgermeisters/in. Tanja Rönck: “Die hohe Wahlbeteiligung zeigt, dass es uns gelungen ist, ganz viele Menschen zu motivieren, auch junge Menschen”. Sie durfte sich am Wahlabend als doppelte Siegerin fühlen - als Wahl- und Wettsiegerin: Sie hatte mit fünfzig Prozent bei einer Wette unter den vier Kandidaten die höchste Wahlbeteiligung vorhergesagt. Der Wettbetrag von zweihundert Euro (fünfzig Euro je Verlierer und ihr eigener Einsatz) gehen an den Kinderschutzbund.


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