Reporter Eutin
30. Dezember 2016 | Allgemein

„Ohne die Frauen könnten wir das nicht bewältigen“

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Bei der Preisverleihung (v.l.): Gisela Poersch (Vorsitzende des  Vereins Anny-Trapp-Preis) , Ulrike Rodust (Abgeordnete im Europaparlament), Roswitha Fleischer, Angela Hohenberger und Helmi Stock vom Sozialdienst Katholischer Frauen e.V.

Bei der Preisverleihung (v.l.): Gisela Poersch (Vorsitzende des Vereins Anny-Trapp-Preis) , Ulrike Rodust (Abgeordnete im Europaparlament), Roswitha Fleischer, Angela Hohenberger und Helmi Stock vom Sozialdienst Katholischer Frauen e.V.

Eutin (wh). Pfarrer Bernd Wichert brachte es im Gemeindehaus der Katholischen Kirchengemeinde St. Marien („dem kleinen Vatikan“) auf den Punkt: „Soziale Arbeit wird für die Kirche immer wichtiger. Ohne die Frauen könnten wir das nicht bewältigen.“ Das sagte er im Rahmen einer Feierstunde zur Verleihung des diesjährigen Anny-Trapp-Preises mit Bezug auf den besonderen Einsatz des Vereins „Sozialdienst Katholischer Frauen Eutin e.V.“(SKF), dem in diesem Jahr der Preis zugesprochen wurde. Seit 25 Jahren - immer am 21. Dezember, dem Geburtstag von Anny Trapp - wird dieser Preis in Höhe von 1.500 Euro vom Verein „Anny-Trapp-Preis e.V.“ verliehen. Dessen Vorsitzende Gisela Poersch erklärte, der Preis gehe an Vereine oder Initiativen im Kreis Ostholstein, die sich durch ihr soziales Engagement für Menschen mit Behinderung, Kinder und ältere Mitbürger ausgezeichnet haben. Der in diesem Jahr gewürdigte SKF habe unter anderem seit langen Jahren Frauen in schwierigen Lebenslagen beraten und sich aktiv in die Gleichstellungsarbeit des Kreises Ostholstein eingebracht, so Poersch. Die Arbeit des SKF liege ganz auf der Linie von Anny Trapp, die keine Frau der lauten Worte, sondern der leisen Taten gewesen sei. Zur feierlichen Preisverleihung war Ulrike Rodust, Mitglied des Europäischen Parlaments, angereist. Sie sprach in ihrer Laudatio davon, dass die feierliche Zeit um Weihnachten auch eine Zeit zur Würdigung des Ehrenamtes sei. Frau Rodust brachte das Leben und Wirken von Anny Trapp in Erinnerung. Anny Trapp wuchs in Kiel im Arbeitermilieu auf. 1952 trat sie der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen bei und war bis 1968 deren Vorsitzende in Eutin. Sie war von 1955 bis 1970 Mitglied der Eutiner Stadtvertretung, ab 1959 Mitglied des Magistrats. Gleichzeitig war Trapp Abgeordnete im Kreistag des Kreises Eutin, zeitweise in der Funktion als Kreispräsidentin. 1964 wurde sie Abgeordnete des schleswig-holsteinischen Landtags, dem sie bis April 1967 angehörte. Neben ihrer politischen Tätigkeit wirkte Trapp in Eutin auch durch ihr ehrenamtliches soziales Engagement, so beispielsweise bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO), zeitweise auch als Kreisvorsitzende. Sie war zudem beim Deutschen Roten Kreuz aktiv. Roswitha Fleischer, die Vorsitzende des SKF, freute sich über die Anerkennung und auch über das Geld, das der Verein gut gebrauchen könne. Mit Blick auf Agnes Neuhaus, die Dortmunder Gründerin des über hundert Jahre alten „Sozialdienstes Katholischer Frauen e.V.“ sagte Roswitha Fleischer: „Sie engagierte sich in der Armenfürsorge, besonders Mädchen und Frauen in schwierigen Lebenslagen lagen ihr dabei am Herzen. Ihr Leitspruch war „Da sein - Leben helfen“. Auch politisch war sie sehr aktiv. Alles was ich über Anny Trapp recherchiert habe, lässt mich annehmen, die Beiden hätten sich sicher gut verstanden.“ Den SKF Ortsverein Eutin gibt es seit 25 Jahren. Es ist ein eher kleiner, doch sehr aktiver Verein. Die Baby- und Kinderkleiderbörse „Stramplerkiste“ hat einmal wöchentlich geöffnet, jährlich werden Flohmarkt und Weihnachtsbasar organisiert und seit kurzem gibt es noch eine Nähwerkstatt, die zweimal im Monat angeboten wird und sehr gut sowohl von deutschen als auch von Flüchtlingsfrauen angenommen wird. Einige ehrenamtliche Helferinnen im SKF sind auch noch für die Eutiner Tafel, die Hospizinitiative und den Krankenhausbesuchsdienst unterwegs. Es wird Sprachunterricht für Flüchtlinge organisiert oder beim Welcome-Projekt der Familienbildungsstätte mitgearbeitet. „Daher freue ich mich ganz besonders über die Verleihung, denn der Preis stellt auch eine ausdrückliche Würdigung des Ehrenamtes dar“, sagte Frau Fleischer. Die Mutter-Kind-Spielgruppe des SKF (Mamamia) hat sich im letzten Jahr bedingt durch die Flüchtlingswelle sehr vergrößert, so dass man sogar schon über einen zweiten wöchentlichen Termin nachgedacht hat. Auch für dringend benötigtes neues Spiel-und Bastelmaterial ist die Dotierung eine sehr willkommene Morgengabe. Im Rahmen von „Mamamia“ wird schon seit Jahren dreimal im Jahr eine Kochveranstaltung angeboten, die im Katholischen Kindergarten stattfindet und durch die dortige Hauswirtschaftsleiterin betreut wird. „Mütter und Kinder haben immer sehr viel Spaß und Freude daran und lernen gleichzeitig einiges über gesunde Ernährung“, berichtete Frau Fleischer. Im letzten Jahr sei die finanzielle Unterstützung für dieses Projekt weggebrochen, 2016 konnte man noch Spenden dafür einwerben, durch das Preisgeld seien nun die nächsten drei Jahre gesichert. Ihren Dank für den Preis schloss Roswitha Fleischer mit den Worten: „Die Wertschätzung, die uns entgegengebracht wird durch die Verleihung des Anny-Trapp-Preises, motiviert uns und das gesamte Team der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, in diesem Sinne weiterzumachen.“


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