Reporter Eutin
27. September 2016 | Allgemein

„Gastrobeat" macht Lust auf die Gastronomie-Branch

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Eutin (ed). Abwechslungsreich, kreativ und mit aussichtsreichen Perspektiven – die Berufe in der Gastronomie sind nichts für diejenigen, die nur einfach nur einen Job oder irgendeinen Ausbildungsplatz suchen. "Wir brauchen junge Leute, die unseren wunderbaren Beruf mit Herz lernen und ausüben wollen", sagt Stephan Christoph Karcher, Ausbildungschef im Restaurant Hotel Hof Sierksdorf, "die wir dafür begeistern können." Deshalb laden 17 Betriebe der Region am kommenden Mittwoch zum dritten Mal zu "Gastrobeat" ein und öffnen ihre Türen für Jugendliche, die mal hinter die Kulissen der Hotels und Restaurants luschern, mit anpacken und sich ausprobieren wollen. Die Gastronomie verzeichnet seit Jahren sinkende Ausbildungszahlen, in Ostholstein seit 2009 von 540 auf nur noch 320 Azubis – mit verantwortlich dafür ist der schlechte Ruf, den die Branche genießt: Lange Arbeitszeiten, Schichtdienst, harte Arbeit und unterdurchschnittliche Bezahlung, das schrecke die Jugendlichen ab, sich auch nur dafür zu interessieren, als Koch, Im Hotel- oder Restaurantfach tätig zu werden. "Wir beschweren uns über den Nachwuchsmangel", sagt Alexander Hedegger, Küchenchef der Schlossküche, "aber wir müssen etwas tun, gegenwirken und Lust auf die Gastronomie machen." Daher veranstalten gastronomische Betriebe der Region zusammen mit der IHK Lübeck und der Agentur für Arbeit "Gastrobeat" – den Begriff haben Berufsschüler geprägt. Auf die Frage hin, wie man Jugendlichen Lust auf die Gastro-Branche machen könne, entwickelten sie ein Wort für den Schnuppertag, das cool genug ist, um auch die neugierig zu machen, die sich vielleicht nicht für diese Branche interessieren. "Gerade hier oben haben wir alle Möglichkeiten, vor allem aber viel Bedarf an Auszubildenden", so Frank Neef von der IHK, "unsere Gastronomie und Hotellerie ist im Aufwind und hat viel zu bieten." Auszubildende für Hotels, Restaurants, zum Koch und Konditor – längst können die Betriebe nicht mehr alle ihre Ausbildungsplätze belegen, wie Sabrina Loske vom Hotel Seeschlösschen berichtet. "Und das wird in Zukunft sicher noch schwieriger." Man müsse daher Berührungsängste und Vorurteile abbauen – denn es mache Spaß auszubilden, "wir brauchen nur doch die, die den Spaß mitmachen", so Manfred Evers vom Hotel Windspiel. Und wieviel Spaß die Gastro-Branche machen kann, das zu erleben laden die 17 Unternehmen der Region am 28. September herzlich ein – sie öffnen ihre Türen für alle Jugendlichen, die mal hinter die Kulissen gucken wollen, mal Cocktails mixen oder einen Tisch eindecken, beim Kochen assistieren oder Crêpes flambieren wollen. "Die Jugendlichen sind nicht ausreichend informiert", vermuten die Akteure – zu viele Gerüchte um Arbeitszeiten und Verdienst kursieren, die wolle man mit dem Gastrobeat abbauen und gleichzeitig die Perspektiven und die spannenden Seiten der Branche zeigen. "Es sind anstrengende Berufe", sagt Diana Hartinger von Weissenhaus, "aber es sind auch interessante Berufe, rein fachlich, aber auch im Umgang mit menschen." Und die Vergütung sei zwar nicht überdurchschnittlich, aber einerseits ziehe die Branche längst nach, andererseits dürfe man das Trinkgeld nicht außer Acht lassen, das all jenen sicher ist, die ihren Job mit Herz ausüben. "Die dabei sind, weil sie es sein wollen", fasst Stephan Christoph Karcher es zusammen, "und die wollen wir mit dem Gastrobeat gewinnen." Wer also Gastro-Luft schnuppern und den Beat finden will, der meldet sich für Mittwoch an – Interessierte werden von den Schulen freigestellt für diesen Tag. Alle Informationen, Programme und Möglichkeiten finden sich ebenso wie die Ansprechpartner für die Anmeldung unter www.gastrobeat.de.

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