Eine knallrote Küche für die Michaeliszwerge

Eine knallrote Küche für die Michaeliszwerge
Ascheberg
Knallrot sollte sie sein, da waren die Kinder sich einig, als es daran ging die neue Küche für ihre Spielstube auszusuchen – und diesen Wunsch erfüllten Erzieherinnen und Eltern den Lütten nur zu gern. Kein Wunder, denn die knallrote Küchenzeile passt perfekt in die große Küche der Ascheberger Michaeliszwerge, die ihr Zuhause im Untergeschoss des Gemeindehauses haben. Dass sie aber überhaupt eine neue Küche bekommen konnten, das ist der Verdienst engagierte Eltern und großzügiger Geschäftsleute aus Ascheberg und Plön. Vor 22 Jahren war es, als die Eltern der damaligen Michaeliszwerge die komplette Küche der Kinderstube neugestalteten und mit einer gebrauchten Küchenzeile ausstatteten – das weiß Kinderstubenleiterin Ute Saggau deswegen so genau, weil sie in diesem Jahr ihre Tätigkeit bei den Michaeliszwergen aufnahm.
"Damals haben wir eine neue gebrauchte Küche bekommen. Inzwischen war sie aber ziemlich mitgenommen", erzählt die Kinderstubenleiterin, "in den Ferien kommen manchmal Gruppen zum Kochen hierher – und nach und nach waren dadurch zwei der Türen rausgebrochen und nicht mehr zu reparieren. Es war also Zeit." Das fanden auch die Eltern – und schnell bildete sich die Idee heraus, dass man versuchen wolle, so viele Spenden zu sammeln, dass die Anschaffung einer neuen Küche möglich würde. Also machte sich Mama Stefanie Christen auf die Socken und ging von Haus zu Haus, von Geschäft zu Geschäft, von betrieb zu Betrieb und fragte, ob die Inhaber bereit seien, für die neue Küche der Michaeliszwerge zu spenden. "Und wir hätten nie gedacht, dass wir so erfolgreich sein würden", strahlt Ute Saggau. Die stolze Summe von 3.200 Euro kam zusammen, dazu haben die Spenden von mehr als 30 Geschäften, Betrieben, Praxen beigetragen – "wirklich jeder hat etwas gespendet, was auch immer er konnte. Alle waren so großzügig, das ist einfach toll. Wir haben uns so gefreut und bedanken uns von ganzem Herzen bei jedem einzelnen Spender." Also konnte es losgehen mit dem Küchenkauf – ausgesucht hatten Kinder, Erzieher und Eltern sie gemeinsam – aber dann mussten natürlich die alte Küche auch noch ausgeräumt und ausgebaut, die Wände gestrichen werden. Das erledigten ganz souverän und professionell ein paar Eltern mit großen Geschwisterkindern der Michaeliszwerge. Und nur so konnte ganz schnell die neue Küche eingebaut werden. "Ein großer Dank gilt den engagierten Eltern, den großen Geschwistern und den ehemaligen Kinderstuben-Kindern, die so toll geholfen haben beim Ausbau der alten Küche, beim Räumen und Streichen", freut sich Ute Saggau über das große Engagement. Seit letztem Dienstag haben die Zwerge im Schutz der Ascheberger Michaeliskirche also ihre nagelneue Küchenzeile, knallrot und wunderschön, mit Dunstabzugshaube, Gefrierschrank, allem drum und dran – inklusive einer niedrigen Arbeitsfläche, die fast über die gesamte Länge der Küche reicht, sodass hier von kleinen Leuten toll Plätzchen ausgestochen, Brötchen geformt, Obst geschnibbelt und Brote belegt werden können. Denn die Küche der Michaeliszwerge ist ganz schön beliebt und frequentiert – immer montags ist Frühstückstag, dann geht Erzieherin Andrea Dumke mit einigen Kindern einkaufen. Anschließend bereiten alle zusammen das Frühstück vor – dann gibts Obst, selbstgebackene Brötchen, Müsli, sogar mal Grießpudding oder Pfannkuchen, worauf auch immer die Kinder sich vorher geeinigt haben. Und wetten, dass das Frühstück in der neuen Küche noch viel besser schmeckt? Ab August haben die Ascheberger Michaeliszwerge wieder Plätze frei – Ute Saggau und Andrea Dumke sind von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr für die Lütten da. Interessierte Eltern melden sich gern unter 04526-381693.