„Eigentlich waren wir nur genervt über all das, was da im Schwentinebett herumliegt“, erklärte Christoph Peters angesichts der vor ihm ausgebreiteten Kräuterschnapsfläschchen, Aufreißlaschen und Gummipuffer, die von irgendeiner Baumaßnahme übriggeblieben waren. Zustimmend nicken seine fünf, acht und neunjährigen Begleiter, Bendix, Minna und Greta, die bei der Aktion „Saubere Schwentine“ tatkräftig mitgewirkt hatten.
Körbeweise hatten sie die „Sünden der Plöner Vergangenheit“ aus dem fließenden Gewässer aufgesammelt. „Schade, dass man dieses Kleinod mitten in der Stadt nur von oben sieht“, stellte dabei Bendix Papa Dirk Carstens fest, der sich unwillkürlich an gepflegte Bachläufe europäischer Berglandschaften erinnern musste. „Als Anlieger fanden wir es wichtig, mit einer solchen Aktion auf das Problem aufmerksam zu machen“. Dabei förderte der Suchtrupp durchaus alte und ungewöhnliche Fundstücke zutage. Stein des Anstoßes war jedoch zunächst, wie Carstens fortfuhr, eine Kanufahrt von Christoph Peters, deren Route unter anderem durch die städtische Schwentine führte. „Die Paddler und Kanuten treideln ihre Boote nun einmal häufig barfuß durch das Wasserbett – keine gute Idee angesichts der vielen achtlos weggeworfenen Flaschen.“ Abgesehen von dieser Verletzungsgefahr gab es ein weiteres Motiv. Im Mai hatten die rührigen Plöner an der Schwentinebrücke ein Fest organisiert, dessen Unterhaltungsprogramm in den „Wassermusiken“ gipfelte. „Man organisiert eine holländische Musikergruppe – die Leute leben ja sowieso unter Wasser - und stellt sie zum Singen in die Schwentine. Was dann gesungen wird, muss natürlich ebenfalls mit Wasser zu tun haben“, beschreibt Christoph Peters das Brückenfest zufrieden. Weil nun aber bei solchen Aktivitäten die Details stimmen müssen, fällt der Schwentinedreck wenig werbewirksam ins Auge. Aus diesen beiden Gründen sei es letztlich zu der Aktion gekommen. Sie endete mit einer Kür der Lieblingsfundsachen: eine alte Keramiksicherung etwa. „Die kann man nämlich als Flasche in der Puppenstube benutzen“- Minna König hat genaue Vorstellungen vom Wert solcher Dinge.