„Die Plöner Feuerwehr macht das einfach granatenhaft gut“, stellte Freizeitleiterin Silke Beermann fest. Die Aktion der Feuerwehr, Kindern und Jugendlichen mit Behinderung einen Freizeitspaß mit besonderem Pfiff zu bieten, jährte sich vergangenen Freitag zum zehnten Mal. Mit großer Entdeckerfreude wurden die Löschfahrzeuge untersucht, Helme anprobiert und Fahrerkabinen fürs Erinnerungsfoto erobert. Doch der Höhepunkt war ohne jeden Zweifel der Badespaß vor dem Feuerwehrgerätehaus.
Mittels angezapfter Hydranten errichtete die Feuerwehr einen gewaltigen Wasserfächer vor einem zum Planschbecken umfunktionierten Rettungsboot. Dessen nasser Inhalt wurde Eimer um Eimer ausgeschöpft und unter Beifall und Gejohle über allen, die sich unvorsichtig näherten, ausgeleert – einschließlich der Freiwilligen, die die Wehr hierfür ins Rennen geschickt hatte. „Doch bei 30 Grad Celsius mussten wir nicht lange fragen“, erklärten die Feuerwehrleute . Die Freizeitveranstaltungen für die Jugendlichen bieten unterschiedliche Aktivitäten wie Basteln, Verkleiden, Musik, Sport, Vorlesen und Backen an; außerdem Besuche im Hansapark, bei den Karl- May -Festspielen und insbesondere am Bootshafen der Marineunteroffiziersschule, die einen bunt gestalteten Nachmittag anbietet. Viele ehrenamtliche Helfer und Praktikanten ermöglichen schöne Ferien. Insgesamt fünf Fahrzeuge von Eurocar und den Johannitern sorgten für Mobilität, um die Ziele anzusteuern. Doch die Feuerwehr gilt als unerreichter Favorit. So wurde bei ihr bereits ein Termin für das kommende Jahr gesichert. Und das, obwohl die „Sorgenkinder“ dann wohl in Travemünde und nicht mehr auf dem Koppelsberg untergebracht werden. „Wir mussten immer mehr Rollstuhlfahrer ablehnen, die gerne mitgekommen wären. In Travemünde sind die Räume Rollstuhlgerechter“, erläuterte Silke Beermann die Veränderung nach 18 Jahren Koppelsberg. Die ursprüngliche Idee der „behindertengerechten“ Freizeit sei die Entlastung der Eltern einerseits, und andererseits ein echtes Urlaubserlebnis der Teilnahmer. "So, wie es in der Familie normalerweise gar nicht geht“, so die ehrenamtliche Leiterin. Allein der Spendensegen aus dem Bundeswehrsozialwerk mache diese Behindertenfreizeit möglich.