Die Digitalisierung des Osthosteiner Anzeigers von 1802 ist bei den Ausgaben bis 1900 angelangt. Im Herbst soll diese heimatgeschichtlich interessante Quelle bis zum Jahr 2001 sprudeln. Im Internet sind die bisher erfassten Editionen – nach Registrierung – auf den Seiten der Bürgergemeinschaft und des OHA einzusehen. Da erfährt man z.B., wann die ersten Kuhpocken Eutin erschütterten, liest Nachrichten über verheerende Brände oder staunt über Gefängnisstrafen für heute vergleichsweise kleine Vergehen. Skurril muten auch die damaligen Werbeanzeigen an, mit denen ein Geschäftsmann heute zwar die Lacher, aber keinen Kunden auf seine Seite bringen würde.
Ein zentrales Thema der Bürgergemeinschaft im vergangenen Jahr war die Beschäftigung mit der möglichen Gestaltung der Eutiner Innenstadt, wie z.B. das Erscheinungsbild gastronomischer „Möblierung“, das die Frage aufdränge: Plastikstühle oder hochwertiges Material? Auch wie die sogenannten „Passantenstopper“ zum Verschwinden gebracht werden könnten oder wie sich die „Rosen“-Stadt durch mehr Begrünung und Blumenschmuck gefälliger ins Bild setzen ließe, wird diskutiert. „Die Straße bildet die Bühne für die Außengastronomie und ihre Gäste“, betonte Frau Jepp und sagte: „Für ein harmonisches Gesamtbild der öffentlichen Räume – wie den Marktplatz oder die Fußgängerzone – zu sorgen, setzen wir auf eine breite Kooperation aller Beteiligten, denn nur gemeinsam können wir die Attraktivität unserer Altstadt bewahren und steigern.“
Ein Sorgenkind des Vereins ist der offensichtlich anstehende Verkauf des Weber-Geburtshauses Lübecker Straße Nr. 48. Das Gebäude, mit einem Baudatum von 1745 zu den ältesten in der Lübecker Straße gehörend, ist in keinem zeitgemäßen Zustand.
Gemeinsam mit dem Koordinator der Weber-Aktivitäten in Eutin, dem Musikmanager Martin Karl-Wagner, wird versucht, die Möglichkeiten und Chancen für eine Sanierung und Nutzung des Hauses auszuloten.
Der Vorstand wurde von der Versammlung mit einem Dankeschön für die geleistete Arbeit entlastet – und mit weiteren Aufgaben für das Jahr 2012 betraut, in dem für die Bürgergemeinschaft mehr als genug alte und neue „Baustellen“ zu bearbeiten sein dürften.
Im Anschluss an die Versammlung berichtete Christine Becker-Koob in einer eindrucksvollen Bilderschau über die denkmalgerechte Instandsetzung des Hauses Stolbergstraße 8. Das Berliner Ehepaar Becker-Koob hat die linke Hälfte des schönen Stadtpalais vor einigen Jahren erworben und - das zeigten die Vorher-Nachher-Fotos - mit Enthusiasmus, fachlichem Geschick (und nicht geringem finanziellen Aufwand) zu einem Schmuckstück werden lassen.