Gefährdet eine steigende Kriminalität unsere Unternehmen? Und was können wir dagegen tun? – Um diese Fragen ging es bei einer Podiumsdiskussion mit Landesinnenminister Klaus Schlie und vier weiteren Gastrednern im Eutiner „Restaurant Wilhelmshöhe“. „Denn 67 Prozent aller befragten Unternehmer rechnen in den kommenden Jahren mit einer erhöhten Kriminalität“, erklärte Hans-Peter Wandhoff, der Vorsitzende des Unternehmensverbandes Ostholstein-Plön, bei seiner Eröffnungsrede vor vierzig Gästen – und Arend Knoop vom „Autohaus am Bungsberg“ konnte ihm da nur zustimmen. „Es gab schon Tage, wo sie uns achtzig Autos in einer einzigen Nacht aufgebrochen haben“, erzählte er. An die 300.000 Euro Versicherungsschaden habe er allein in den vergangenen sechs Jahren gehabt. Aber Michael Schütze von der Provinzialversicherung blieb gelassen: „Im gewerblichen Bereich stellen wir für die letzten Jahre eher eine Rückläufigkeit der Kriminalität fest“, sagte er. „Aber im privaten Bereich gibt es einen Anstieg.“ In Schleswig-Holstein war bereits 2008 durch Wirtschaftskriminalität ein Gesamtschaden von rund 68 Millionen Euro entstanden, wobei der Anteil der Wirtschaftskriminalität an allen Straftaten nur knapp ein Prozent betrug. Nach Überzeugung des schleswig-holsteinischen Innenministers sei Prävention das wirksamste Gegenmittel. „Es muss nach dem Grundsatz gehandelt werden: Kontrolle wo nötig – Vertrauen wo möglich“, sagte Klaus Schlie bei der Podiumsdiskussion. Wachsende Problemfelder seien die Rocker- und Internetkriminalität. Der Staat habe zwar die Sicherheit mit seinen Institutionen zu gewährleisten, aber auch die Wirtschaft sei gefordert: „Unsere Mittelständler sollten sich an der professionellen Prävention, Kontrolle und Aufklärung großer Konzerne orientieren“, empfahl er. „Eine erhöhte Polizeipräsenz wäre gut – denn viele Kollegen gehen schon jetzt auf dem Zahnfleisch“, wünschte sich der Kieler Kriminalhauptkommissar Michael Koettlitz. Aber die Sparmaßnahmen der Landesregierung lassen wenig Spielraum: 5.600 Stellen sollen abgebaut werden, während der operative Dienst der Landespolizei durch Umstrukturierungen vergrößert werden soll. „Denn wir haben ein ausreichendes Inventar, um Kriminalität zu bekämpfen“, betonte Innenminister Klaus Schlie. „Zum Schutz der Objekte können wir einiges beitragen“, sagte Lutz Kleinfeldt vom Lübecker Wachunternehmen. „Aber bei Sicherheit reden wir ja immer auch über Gefühle: Denn Sicherheit ist kein rein objektiver Fakt.“