Schussfeste Schutzschilde für die Landespolizei

Schussfeste Schutzschilde für die Landespolizei
Eutin
Die schleswig-holsteinischen Polizisten werden bis Ende 2013 mit „kugelfesten“ Schutzschilden ausgestattet, um Angriffe im Dienst sicher abwehren zu können: Alle 621 Streifenwagen der Landespolizei sollen einen der meterhohen Kunststoffschilde erhalten – für insgesamt 1,1 Millionen Euro. Ob Faustschläge, Tritte, Flaschenwürfe oder Hundebisse – Der neue Schutzschild soll den Polizeibeamten in „gefährlichen Alltagssituationen“ beistehen. „Er bietet nicht nur Schutz vor Bewurf, sondern auch vor Messerattacken und Schusswaffen“, erklärte Landespolizeidirektor Burkhard Hamm am Freitag bei der Präsentation des neuen Gerätes. Der zwölfeinhalb Kilogramm schwere Kunststoffschild mit Sichtfenster und LED-Lampe ist für Links- und Rechtshänder gleichermaßen geeignet. Die Polizisten sollen ihn anstelle einer schweren Überziehschutzweste einsetzen, deren zehnjährige Garantiezeit abgelaufen ist. Die Weste sei zu umständlich in der Anwendung, sagen viele Beamte – während die Schutzschilde bei Gefahr schnell zur Verfügung stehen. „Die Schilde sollen nicht zu Spezialeinsätzen verleiten“, betonte Burkhard Hamm. „Es geht mir bei der Anschaffung vielmehr darum, die passive Sicherheit der Polizeibeamten bei ihren Einsätzen zu erhöhen“, ergänzte er. Hintergrund der teuren Anschaffung ist die zunehmende Gewalt gegenüber Polizisten – denn zwischen 2006 und 2010 stieg die Zahl der jährlichen Übergriffe von 485 auf 805 an. „Was vor einem Jahr nur bei besonderen Einsätzen an Schutz notwendig war, ist jetzt schon fast täglich erforderlich“, bedauerte Innenminister Klaus Schlie. „Die Ausrüstung der Polizei muss stets auf einem technisch hohen Stand sein“, ergänzte er – aber Eigensicherung und Einsatztraining dürften nicht vernachlässigt werden.