Kunststücke! - Musik unter Reet, Kultur im Kuhhaus und ein „Kloster“ im Torhaus - Umbau auf Gut Hasselburg nimmt Gestalt an

Kunststücke! - Musik unter Reet, Kultur im Kuhhaus und ein „Kloster“ im Torhaus - Umbau auf Gut Hasselburg nimmt Gestalt an
Hasselburg.
Dass künftig mitten in Ostholstein eine der tonangebenden Kulturstätten Schleswig-Holsteins existieren könnte, ist schon bald keine Zukunftsmusik mehr. Spätestens im Herbst 2013 sollen die Baumaßnahmen auf dem Gutsgelände abgeschlossen sein; einige Abschnitte werden bereits in diesem Jahr im neuen Glanz erscheinen.

Über das Bauvorhaben in Hasselburg informierte Dr. Constantin Stahlberg, Gründer der Hamburger Stahlberg-Stiftung, die das Gut 2010 übernahm. Das seinerzeit angekündigte Ziel, die kulturellen Aktivitäten fortzuführen und zu erweitern, dürfte mit den zwar aufwendigen, aber auch zügig fortschreitenden Maßnahmen nicht mehr fernliegen. So wird die 1761 errichtete Reetscheune, die in den letzten 20 Jahren vor allem durch das Schleswig-Holstein Musik Festival und Konzerten einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte, als Theater und Multifunktionsraum voraussichtlich schon im Herbst fertiggestellt.

Mit ihren Ausmaßen von 72 mal 24 Metern gilt sie als größte reetgedeckte Scheune Deutschtschlands und verfügt im Inneren über eine imposante Holzkonstruktion. Eine „einmalige Holzkathedrale“, deren Bühne künftig freie Sicht von drei Seiten ermögliche und circa 500 Besuchern den vollen Musikgenuss ohne technische Verstärkung ermögliche, schwärmte Stahlberg. Zudem besteht die Möglichkeit zur weiteren Bestuhlung für 1.100 Zuschauer. An den Seiten sind Technik- und Cateringräume sowie Umkleidekabinen für Darsteller und Musiker vorgesehen. Der erste Schritt, die Sanierung der sogenannten Schwellenhölzer, ist bereits abgeschlossen. Diese Fachwerkbalken, die waagerecht auf dem Boden liegen und die Fachwerkstruktur tragen, waren durch Feuchtigkeit erheblich beschädigt worden und mussten vollständig ersetzt werden. Um die statische Sicherheit zu erhöhen, wurde das Fachwerk mit einem neuen Betonfundament verbunden.

Als „Kloster“ und „Künstlerkolonie“ bezeichnete Stahlberg seinen Visionen für das 1763 erbaute Torhaus; hier sind Ferienwohnungen vorgesehen, die Künstlern, Studenten oder Touristen günstige Unterkunft bieten sollen, langfristig sieht die Planung für diesen Bereich Ateliers für Künstler vor. Voraussichtliche Fertigstellung ist im Herbst 2013.

Weitere bevorstehende Attraktionen auf Gut Hasselburg birgt das Kuhhaus: In ihm sollen historische Musikinstrumente in ihren vielfältigen Erscheinungsformen präsentiert werden; des Weiteren sollen ein Hörspielmuseum, ein Restaurant sowie die Energieversorgung Platz finden. Der Innenraum wird als eingeschossige Leimbinder-Halle gestaltet, die mit kleinen Containerelementen ein Haus in Haus-Konzept für verschiedene Nutzungsmöglichkeiten vorsieht. Neuerungen gibt es auch außerhalb des Gutsgeländes auf der Wiese an der Allee. Hier beginnt im Juli der Bau eines Parkplatzes.



Foto oben: Dr. Constantin Stahlberg (re.) erläuterte den Umbau der Reetscheune.

Foto links: Das ehemalige Kuhhaus wird als eingeschossige Leimbinderhalle gestaltet. Die Tore sollen verglast werden; auf der Südseite ist ein Solardach geplant.