Neue Kolumne im reporter am Wochenende

Neue Kolumne im reporter am Wochenende
Ostholstein
Ab sofort ko?nnen Sie sich auf die neue Kolumne "Thielke meint:" am Wochenende freuen. Der aus Funk und Fernsehen bekannte Comedian wird in dieser Serie seine Gedanken zu den großen und kleinen Problemen Ostholsteins mitteilen. Eine erste Kostprobe seiner Kolumne gibt es schon heute zum Thema "Salzmangel": "Wissen sie, was in diesen Tagen der begehrteste Artikel in Ostholsteiner Superma?rkten ist ? Viel mehr noch als Fertigpizza, Kartoffelchips oder Dosenbier ? Nein? Es ist das Salz. Das gute alte Salz wird knapp. Besser gesagt das Streusalz. Im freien Ver- kauf kaum noch erha?ltlich, muss man inzwischen auf dem Schwarzmarkt tief in die Tasche greifen, wenn man auf vereisten Gehwegen nicht sein Gleichgewicht verlieren will. Der Winter hat uns alle fest im Griff! Dabei hatte alles so harmlos angefangen. Bis Mitte Dezember nur milde Tem- peraturen. Ein Winter wie immer dachte ich. Bald werden die ersten Krokusse aus den Beeten sprie- ßen und dann wird es Fru?hling. Aber diesmal kam es anders. – Ganz anders, wie wir inzwischen alle wissen! In Norddeutschland herrscht der Aus- nahmezustand! Fu?r Kinder ist die allgemeine Schulpflicht bis auf Weiteres aufgehoben, Hidden- see wird aus der Luft versorgt und als ich gestern aus meinem Fenster blickte, sah ich einen Jungen aus der Nachbarschaft in meiner Garagenauffahrt Schlittschuh laufen. Wie gerne ha?tte ich ihm die- sen Spaß versalzen. Aber womit? Ich hab nichts mehr. Nur noch einen ganz kleinen Rest Speise- salz, und den brauch ich zum kochen. Salzarm natu?rlich, der Rest ist fu?r den Bu?rgersteig. So einen Notstand wie in diesem Winter mo?chte ich nicht noch mal erleben. In Zukunft werde ich rechtzeitig vorsorgen. Gleich, wenn die aktuelle Salzkrise erstmal u?berwunden ist, gehe ich auf Shoppingtour! Dann kaufe ich alles, was der freie Markt uns so lange nicht hergeben wollte. Und meinen Keller baue ich um. - Zu einem Vorratsla- ger. Da kann ich dann bequem bis zu drei Ton- nen Streusalz beheizt und trocken lagern. Und wenn dann in zwei, drei oder auch erst in zehn Jahren der Winter zuru?ckkommt, mit Eis, Schnee und Frost bis minus 30 Grad, gehe ich runter in meinen Keller, pru?fe meine Besta?nde und weiß, dass mich fu?r den Rest meines Lebens kein noch so spiegelblanker Fußweg mehr zu Fall bringen kann."
Hans-Hermann Thielke