Ostholstein ist im „Fledermaus-Fieber“

Ostholstein ist im „Fledermaus-Fieber“
Neustadt
Auszeichnung als 1. Fledermausfreundlicher Kreis Deutschlands
Jetzt ist es raus. Wir sind fledermausfreundlich! Ostholstein ist am vergangenen Montag mit rund 670 Fledermausquartieren zum ersten fledermausfreundlichen Kreis Deutschlands erklärt worden. Gleichzeitig wurde auch die Stadt Neustadt, die Gemeinde Ratekau und das Ameos-Klinikum in den Kreis der Fledermausfreunde aufgenommen und mit Urkunden sowie der Plakette der Aktion „Fledermausfreundliches Haus“ ausgezeichnet.

Die Träger des Gemeinschaftsprojektes „Fledermausfreundliches Haus“, Herlich Marie Todsen-Reese, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, und Hermann Schultz, Landesvorsitzender des NABU Schleswig-Holstein, kamen nach Neustadt, um sich bei Landrat Reinhard Sager, Neustadts Bürgervorsteher, Sönke Sela, dem Bürgermeister der Gemeinde Ratekau, Thomas Keller und dem Krankenhausdirektor des Ameos Krankenhausgesellschaft Holstein mbH, Andreas Tüting sowie Ameos-Chefarzt Dr. Peter Bürkle, stellvertretend für die zahlreichen weiteren Motoren der Kampagne im Kreis feierlich zu bedanken. Besonderen Dank zollte die Vorsitzende in ihrer Rede dem Fledermausexperten Axel Kramer aus Dahme, der sich unermüdlich für die „Kobolde der Nacht“ einsetzt und durch dessen großes Engagement allein 50 Prozent der insgesamt 1.200 landesweit vergebenen Plaketten im Kreis Ostholstein verliehen werden konnten.

FOTO: Insgesamt vier Auszeichnungen wurden an diesem Tag verliehen: (v. lks.) Herlich Marie Todsen-Reese, Thomas Keller, Sönke Sela, Ameos-Chefarzt Dr. Peter Bürkle, Andreas Tüting, Reinhard Sager, Axel Kramer, Hermann Schultz, Umweltbeauftragter Ratekau, Jürgen Leicher und Dr. Walter Hemmerling von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.


Axel Kramer startete das Projekt bereits 2004 in Dahme und hatte schon kürzester Zeit seine Gemeinde mit dem Fledermaus-Fieber angesteckt. Sowohl Axel Kramer als auch Herlich Marie Todsen-Reese warben trotz der jetzt verliehenen Auszeichnungen eindringlich für die Fortsetzung des praktischen Fledermausschutzes. Gerade auf Fehmarn sieht Kramer noch Potenzial und wird die Nachbarinsel jetzt als nächstes „in Angriff nehmen“. Landrat Sager bedankte sich bei Axel Kramer und allen engagierten Ehrenamtlichen und war nahm glücklich diese passende Auszeichnung für den bundesweit führenden Tourismuskreis in Empfang. „Wir kennen uns aus, was Sommer- und Nachtquartiere angeht“, bekräftigte er und freute sich, dass Ostholstein „von Dahme aus“ fledermausfreundlich geworden ist. Für die Auszeichnung dankten ebenfalls Bürgervorsteher Sönke Sela und Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller.

"Wir kennen uns aus,
was Sommer- und
Nachtquartiere angeht"

Durch die modernen Bauweisen der neuen Häuser wird den nützlichen Nachtschwärmern immer öfter die Möglichkeit genommen, sich selbst einen Unterschlupf oder ein Versteck zu schaffen. Mit den Kästen unterstützt man die Tiere, die zudem sehr nützliche Mitbewohner sind. Die blitzschnellen Insektenfänger patroullieren regelrecht um ihre Quartiere und vernichten 1.500 bis 2.000 Mücken pro Nacht. Außerdem machen sie keinen Lärm und verursachen keine Schäden an den Gebäuden. Die schmalen, unauffälligen Kästen befinden sich überall im Kreis an Privathäusern und öffentlichen Gebäuden, wie Kindertagesstätten, Schulen, Sporthallen, Kirchen und Feuerwehrgerätehäusern. Die Nistkästen wurden mit Hilfe großzügiger Spenden von Stiftungen, Naturschutzorganisationen, der VR Bank und vielen weiteren Firmen und der Unterstützung durch Städte und Gemeinden sowie des persönlichen Einsatzes zahlreicher Ostholsteiner finanziert.