Bösdorf (los) Der Spielplatz des Bösdorfer Kindergartens hat es in sich: Eine Wasserbahn, eine Blockhütte sowie zwei lange Baumstämme, auf denen sich das Balancieren gut üben lässt. Sogar zwei Pferde aus robustem Fichtenholz gibt es in der kirchlichen Einrichtung. Die haben die Lehrlinge der Försterei Neudorf-Dodau gefertigt. Denn die Vorgänger der beliebten Reittiere hatten einer kritischen Spielgeräteüberprüfung nicht mehr standgehalten.
„Als wir unsere alten Holzpferde ausgemustert hatten, reagierten die Kinder sehr traurig und stellten uns immer wieder Fragen“, blickt die Leiterin des Kindergartens Katharina Sternberg zurück. So wurde kurzerhand beschlossen, für Ersatz zu sorgen. „Wir pflegen gute Kontakte zur Dodauer Försterei und gaben hier den Bau von zwei neuen Spielpferden in Auftrag.“ Jedes Jahr besuchen die Kindergartenkinder während ihrer „Waldwochen“ einen Patenbaum, der von der Försterei extra mit einem Schild gekennzeichnet worden ist. „Während einer besonderen Führung lernten sowohl Kinder wie auch Erzieherinnen das Waldgebiet gut kennen und erhielten wichtige Auskünfte zum Aufenthalt im Wald.“ Die hölzerne Ausstattung des Spielplatzes stamme aus der Werkstatt der Försterei – sie gehört zu den Landesforsten Schleswig-Holstein mit insgesamt vier Ausbildungsförstereien. Unter der Regie von Forstwirtschaftsmeister Hans-Alfred Will sei nun auch der jüngste Auftrag ausgeführt worden: Aus einem geschälten Fichtenstamm konnten die Lehrlinge Rick Fiebig, Niklas Kick und Sam Schliesche, drittes, zweites und erstes Ausbildungsjahr, zwei Pferdekörper „befreien“. „Für die Verarbeitung musste der geschlagene Stamm etwas vortrocknen“, erklärt der Forstwirt die Vorbereitung der Holzarbeiten. Fichte sei besonders geeignet, das günstig und gut zu bearbeiten. Die eigentlichen „Bauarbeiten“ hätten aber nur vier Tage gedauert. Die kompakte Gestaltung aus rohem Holz - ohne problematische Ecken, Kanten und Splitterstellen - sei in gemeinsamer Arbeit entwickelt worden. „Die Lehrlinge mussten sich vorher genau überlegen, welche Größe gebraucht wird und welches Aussehen des Spielzeugs gewünscht ist – dazu wurde ein Pferd fotografiert, Erzieher befragt und Skizzen erstellt.“ Am Ende würden die neuen Spielgeräte an ihrem Platz in Bösdorf von einem Sachverständigen begutachtet. „Wenn das Ergebnis stimmt, können die Kinder etwa sieben Jahre auf den Pferden spielen.“ Erst dann, schätzt Will, werde sich das Holz allmählich zersetzen und ein Neubau fällig.