Die Hinterlandanbindung zur Festen Beltquerung sorgt derzeit für reichlich Gesprächsbedarf in den betroffenen Gemeinden. Dr. Jessen, der Sprecher des Dialogforums, besuchte am letzten Mittwoch die Gemeinde Ratekau, um sich die Argumente von Bürgermeister Thomas Keller sowie den Dorfvorstehern von Ratekau, Luschendorf und Ruppersdorf und von Corina Harnack, Fraktionssprecherin der Wählergemeinschaft BfG, anzuhören und um kritische Punkte vor Ort in Augenschein zu nehmen.
Die Aufgabe des politisch unabhängingen Dialogforums ist es, das Projekt bis zur Fertigstellung zu begleiten und die Interessen aller Betroffenen zu vertreten. Dazu gehören das Land, die Handelskammer, die Bahn, Arbeitgeberverbände, die Gemeinden und viele mehr. „Ich bin weder dafür, noch dagegen, meine Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass die Probleme offen gelegt werden, dass sie diskutiert werden und das vernünftige Lösungen gefunden werden“, erklärte Dr. Christoph Jessen seine Funktion als Sprecher und Moderator des Dialogforums Feste Beltquerung, „Wir bringen die Argumente vor, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Wichtig ist es, dass wir uns nicht in der Grundsatzdiskussion verlieren. Es macht keinen Sinn nur zu sagen wir sind dagegen.“ Bürgermeister Thomas Keller fordert die Überprüfung des Artikels 22. und sieht dabei die Gefahr, dass wertvolle Zeit verstreicht, während die Planungen der Bahn weiter laufen würden. „Die Gemeinden müssen gemeinsam eine Trassenvariante vorlegen, bevor die Bahn das Planfeststellungsverfahren beginnt. Wir müssen das jetzt ganz zügig angehen, sonst sind wir nachher viel zu spät“, erklärte Keller, der anmerkte, das Ratekau von allen Trassenvarianten betroffen sei.
Unbeantwortet blieb die Frage der Gewichtung zwischen Naturschutz- und Wohngebieten und ob Wohngebiete und touristische Bereiche unterschiedlich gewertet würden. Dr. Jessen ließ keinen Zweifel daran, dass es sich bei dem Dialogforum nicht um eine Alibi-Veranstaltung handeln würde und stimmte Thomas Keller zu, dass die Gemeinden eine einheitliche Meinung vertreten müssten, um ihrer Stimme Gewicht zu geben.
Bisher teilte sich Thomas Keller mit seinem Schwartauer Amtskollegen Gerd Schubert einen Sitz im Dialogforum. Künftig werden beide Bürgermeister einen eigenen Sitz bekommen. Das Dialogforum hat bereits zweimal getagt. Die nächste Sitzung wird es am Mittwoch, dem 29. Februar, um 17 Uhr im Gewerbezentrum in Oldenburg geben. Um 15 Uhr wird dort ebenfalls ein Bürgergespräch stattfinden.