Nach der ohnehin guten Zusammenarbeit in der Vergangenheit, sind die Elisabeth-Selberth-Gemeinschaftsschule (ESG) in Bad Schwartau und die Beruflichen Schulen des Kreises Ostholstein nun auch offiziell Kooperationspartner. Am vergangenen Donnerstag unterzeichneten der Bad Schwartauer Schulleiter Torsten Hardt und sein Eutiner Amtskollege Carsten Ingwertsen-Martensen den entsprechenden Vertrag.
Erklärtes Ziel ist eine „enge Zusammenarbeit zum Zwecke der Optimierung des Übergangs von der allgemeinbildenden Schule in das System der beruflichen Bildung“, verrät das Vertragswerk. Beide Seiten sollen davon profitieren. Der nahegelegenen Außenstelle der Beruflichen Schulen kommt dabei besondere Bedeutung zu: Rund 80 Prozent der Bad Schwartauer Gemeinschaftsschüler entscheiden sich nach dem Erreichen des Hauptschul- beziehungsweise des Realschulabschlusses dafür, weiter zur Schule zu gehen. Genau hier setzt der Kooperationsvertrag an. „Wir wollen unseren Schülern die Chance bieten, einen möglichst hohen Bildungsabschluss zu machen“, erklärte Hardt. Das gelte insbesondere für das Abitur. Die Gemeinschaftschule verfüge selbst über keine gymnasiale Oberstufe, so der Bad Schwartauer Schulleiter weiter. Durch die Kooperation mit den Beruflichen Schulen, sei nun jedoch die Möglichkeit gegeben, diese Lücke über das G9-Abitur am Beruflichen Gymnasium in der gerade einmal 500 Meter entfernten Außenstelle zu schließen.
Voraussetzung dafür ist ein Realschulabschluss mit dem Notendurschnitt 2,9 oder besser.
Bei den Verantwortlichen der Beruflichen Schulen ist mit kreisweit 3.000 Schülern – davon rund 400 in Bad Schwartau – Handlungsbedarf zwar nicht zwingend gegeben, aber „der demokrafische Wandel macht auch vor uns nicht Halt“, stellte Ingwertsen-Martensen während der Vertragsunterzeichnung in Bad Schwartau heraus. Sinkenden Schülerzahlen wolle man schon frühzeitig entgegenwirken.
Schüler, Eltern und Lehrer sollen gleichermaßen in den Kooperationsprozess mit eingebunden werden. So wurde eine Zusammenarbeit in der Ausbildung der Pädagogen unter anderem mit gegenseitigen Unterrichtsbesuchen, gemeinsame Informationsveranstaltungen für Lehrkräfte und Teilnahmen an den Konferenzen der jeweils anderen Schule vereinbart.
Die Schüler selbst sollen bei ihrer Berufsfindung von berufsorientierenden Projekten in den Werkstätten und Fachräumen in Eutin profitieren.
Der Übergang von der allgemeinbildenden Schule in die Berufsausbildung oder in einen weiterführenden Bildungsgang der berufsbildenden Schule soll über weitere flexible Maßnahmen erleichtert werden. Hierzu gehören Hospitationen im Unterricht im Rahmen von Schnuppertagen, die die Berufliche Schule anbietet, Fortbildungen für Lehrkräfte der Gemeinschaftsschule an der Beruflichen Schule, die Einbindung berufsorientierender Maßnahmen der Beruflichen Schule in den Jahrgängen 8 bis 10 sowie die Teilnahme der Beruflichen Schule an der Jobbörse und an Elterninformationsabenden der ESG.
„Die häufigsten Beschwerden von Arbeitgebern bei Auszubildenden gibt es im Bereich der Kernfächer Deutsch, Mathematik und Englisch. Auch hier werden sich beide Schulen künftig besser untereinander abstimmen“, so Hardt abschließend.