„Wir benötigen alle acht Wehren in der Gemeinde für den flächendeckenden Brandschutz und die technische Hilfeleistung – aber auch, um in den Orten einen An-sprechpartner zu haben, wenn man Hilfe braucht.“ Ganz klar betonte Gemeindewehrführer Egon Fiehn im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Gemeindewehren der Gemeinde Ratekau die Bedeutung aller acht Ortswehren - und er stieß damit offenbar auf offene Ohren. Bürgermeister Thomas Keller betonte in seinem Grußwort: „Im letzten Jahr und schon zu Beginn dieses Jahres gab es wieder genügend Gründe, die deutlich gemacht haben, dass wir auch die Feuerwehren in unserer Gemeinde brauchen.“ Allein die Tatsache, dass mittlerweile 2/3 aller Einsätze Hilfeleistungen seien, belege eindrucksvoll, dass man auf gut ausgebildete und ausgerüstete Feuerwehren nicht verzichten könne. „Jedem muss bewusst sein: Es geht letztlich immer um die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit“, machte Keller deutlich, und auch Bürgervorsteher Kurt Fischer bekannte sich zum Fortbestand der Ortswehren. „Allen aus der Politik ist der hohe Stellenwert der Feuerwehr bewusst.“
Fischer lobte, dass mit dem neu erstellten Bedarfsplan nun ein Feuerwehrkonzept vorliege. „Wir benötigen eine nachhaltige Lösung, die die Bedürfnisse und Gegebenheiten der Wehren berücksichtigt und die nächsten Jahre Bestand hat,“ forderte der Bürgervorsteher und versprach: „Wir wollen gemeinsam mit Ihnen solch ein Konzept für die nächsten Jahre entwickeln“.
Die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Ratekau stünden im Vergleich mit anderen Gemeinden des Kreises bei der Zahl der Einsätze ganz oben, führte der stellvertretende Kreisbrandmeister Torsten Plath aus. Die Größe des Gemeindegebietes, die geografische Lage mit dem Hemmelsdorfer See, touristische Belange - die Anforderungen seien groß: „Eine reife Leistung, die ihr im Ernstfall vollbringen müsst, zu der ihr aber durch schlagkräftige Wehren in der Lage seid“, so Plath, der bekräftigte: „Ihr seid unentbehrlich, wenn es um die Hilfe in Not geratener Bürger geht.“
Großes Lob für das ehrenamtliche Engagement der Wehren gab es auch vom Sereetzer Dorfvorsteher Joachim Bartholomé, von Pastor Sönke Stein, vom Vorsitzenden des DRK-Ortsvereins Ingo Prill und von der Polizei, die gleich zu dritt Grüße übermittelte. Gekommen waren der kommissarische Leiter der Station Ratekau. Dennis Rosenlörcher, Zentralstationsleiter Harald Rothe und der neue Leiter der Autobahnpolizei Scharbeutz Henning Weidemann. Die Grußworte setzten den Schußpunkt unter eine eher ruhige Jahreshauptversammlung.
172 Einsätze, darunter 33 Brände, hatten die acht Freiwilligen Feuerwehren der Kommune 2009 abzuarbeiten, teilte der Gemeindewehrführer der Versammlung mit. Fiehn bescheinigte den 218 aktiven Mitgliedern der Wehren eine ordnungsgemäße Schutzausrüstung und auch die Feuerwehrfahrzeuge seien alle „in einem einsatzfähigen Zustand – auch die Fahrzeuge, die in die Jahre gekommen sind.“ Nachdem auch im abgelaufenen Jahr wichtige Ergänzungen der Ausrüstung vorgenommen worden seien, wurde für das Jahr 2010 eine Bedarfsliste aufgestellt. Rund 50.000 Euro darin sind für Anschaffungen vorgesehen.
Bei den anstehenden Wahlen bestimmte die Versammlung Marco Krebs aus Pansdorf zum neuen Schriftführer der Gemeindewehr. Die Kasse wird geprüft von Johnny Wulf und Christian Bartsch, Ansprechpartner der Gemeinde in Sachen Brandschutzerziehung sind künftig Sandra Hellbich und Tom Freitag.
Und auch Beförderungen standen an: Torben Rose und Claas Harnack sind ab sofort Hauptfeuerwehrleute, Sebastian Prehn wurde zum Löschmeister befördert, Nils Jankowski zum Oberlöschmeister und Nina Orlowski zur Hauptlöschmeisterin 2-Sterne. Detlef Hardt ist künftig Hauptlöschmeister 3-Sterne und Dirk Westphal wurde zum Brandmeister befördert.
Über eine besondere Ehre durfte sich Ratekaus ehemaliger Bürgermeister Peter Brückel freuen. Aus der Hand von Gemeindewehrführer Egon Fiehn nahm er die Urkunde entgegen, die ihn zum Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Ratekau machte. „Ich hatte ja mit vielem gerechnet, damit aber nicht“, so Brückel, der „durchaus ein wenig gerührt war.“