Nach dem hohen Aufwand, mit dem die Scharbeutzer Promenade und Teile der Kurzone neu gestaltet wurden, ist für den Tourismusverein Scharbeutz der dringend notwendige nächste Schritt, den Ort mit mehr Leben zu füllen. „Scharbeutz braucht nicht nur ein Hotel, sondern in logischer Konsequenz Einrichtungen, die insbesondere von der Hochsaison losgelöst, also zu jeder Jahreszeit, zusätzliche Gäste bringen“, erklärt Dieter Färber, der 2. Vorsitzende des Scharbeutzer Tourismusvereins. Besonders die Gewerbetreibenden des 120 Mitglieder starken Vereins wollen daher in Zukunft bei touristischen Entscheidungen der Gemeindevertreter mehr mitreden.
Sie fordern von den Parteien möglichst schnell den Weg für den Hotelneubau anstelle des ehemaligen Meerwasserwellenbades (jetzt Blue Monkey) zu ebnen und die Kurparkplanung noch einmal gründlich zu überdenken. Dabei soll auch das Kurparkhaus wieder mit einbezogen werden. „Wenn es abgerissen und die Parkfläche am Kurpark mit überplant würde, könnte dort eine Reha- oder Gesundheitseinrichtung geschaffen werden“, greift Dieter Färber einen Vorschlag auf, der schon einmal in der Diskussion war, von den Gemeindevertretern allerdings abgelehnt wurde. Statt dessen wurde eine Renovierung des Kurparkhauses beschlossen. „Eine Reha-Klinik oder ein Mutter-Kind-Heim wären für den Ort und die Wirtschaft ein Segen, da diese Einrichtungen bekanntlich 12 Monate im Jahr fast durchgängig belegt sind“, ist Dieter Färber überzeugt und nannte als positive Beispiele die Curschmann-Klinik in Timmendorfer Strand und die Orthopädische Reha-Klinik in Ahrenshop. Auch über die Herausnahme von zwei Möglichkeiten für Indoor-Aktivitäten aus dem Kurparkplan nach der Tourismusausschusssitzung von Mitte Februar zeigten sich die Tourismus-Verein-Vertreter, zu denen bei einem Pressegespräch am 3. März auch Susanne Meetz und Wolfgang Büchtmann gehörten, nicht erfreut. „Neue und qualitativ anspruchsvolle Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomiebetriebe werden schon in der kommenden Saison den Ort bereichern. Halten können wir die Betriebe nur, wenn wir ihnen auch für die Zukunft Perspektiven und Voraussetzungen für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg bieten“, führt Dieter Färber weiter aus. Darüber hatte man am 1. März bereits mit Vertretern aller Fraktionen an einem runden Tisch diskutiert. „Es war ein sehr konstruktives Gespräch, dem weitere folgen sollen“, so der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Dabei ging es auch um den Hotelbau in Haffkrug und um die Parkplatzsituation in Scharbeutz. Wolfgang Büchtmann fasst die Gesamtproblematik zusammen: „Die bisherigen parteipolitischen Auseinandersetzungen sind nicht zielführend, es ist noch nicht einmal ein Anfang gemacht worden, um Lösungen zu finden“, sagt er. Scharbeutz wäre gut beraten, wenn ein zusätzlicher Gesprächspartner in die Diskussionen mit eintreten würde, weil „die Parteipolitik irgendwann einmal an ihre Grenzen stößt“. Er schlägt daher vor: „Man braucht eine Wirtschaftsvereinigung, die Ziele klar und deutlich formuliert und Druck aufbaut.“ Der Tourismusverein will dies aufgreifen und einen Bereich für Wirtschaft und Gewerbetreibende unter seinem Dach einrichten. Um mit einer Stimme zu sprechen, stehe man auch einem Zusammenschluss mit dem Haffkruger Tourismusverein positiv gegenüber, der allerdings aber wohl „mit dem Aufbau seiner Identität als traditionelles Fischerdorf eine andere Zielsetzung verfolge“, so Dieter Färber. AB