In unmittelbarer Nähe zum Brodtener Steilufer befindet sich zwischen den beiden Ostseebädern Travemünde und Timmendorfer Strand das „Theodor-Schwartz-Haus“. Eine idyllisch gelegene, gemeinnützige Einrichtung, die viele begrifflich zwar kennen, von der aber nur die wenigsten wirklich wissen, worum es sich bei ihr tatsächlich handelt. Dabei ist der Blick ins Herz der Anlage mehr als lohnenswert.
Das Theodor-Schwartz-Haus ist ein Seminarhaus und Ferienzentrum, das zur Arbeiterwohlfahrt (AWO) Schleswig-Holstein gehört und jedermann offen steht. Firmen, Vereine und Verbände finden hier mit insgesamt sechs speziell ausgestatteten Tagungsräumen unterschiedlicher Größe ideale räumliche und technische Voraussetzungen für Seminare und Schulungen.
„Vom Internetzugang bis hin zum Beamer halten wir die neueste Seminartechnik bereit“, erklärt Susanne Neitemeier, Leiterin der Einrichtung. Doch das Theodor-Schwartz-Haus ist weit mehr als Fortbildungsstätte. Erholung für Jung und Alt wird besonders groß geschrieben. In Trägerschaft einer der fünf großen Wohlfahrtsverbände Deutschlands ermöglichen 55 gemütlich eingerichtete Zimmer und Appartements jeweils mit Dusche und WC, TV und Küchenzeile den erschwinglichen Aufenthalt in einer der schönsten Regionen, die die Ostseeküste zu bieten hat – von der einfachen Übernachtung mit Frühstück bis hin zu Halb- oder Vollpension. Acht Zimmer davon sind komplett rollstuhlgerecht eingerichtet und bieten wie das gesamte weitläufige und ebenerdige Gelände selbst Behinderten die Möglichkeit, sich hindernisfrei fortzubewegen.
Ein Gesamtpaket, das auch Michaela Schauf überzeugte. Seit zwölf Jahren organisiert sie als 1. Vorsitzende des Vereins ABS e.V. europaweit Gruppenreisen für an Alzheimer und Demenz Erkranke sowie für Schaganfall-Patienten und deren Angehörige. „Vor zwei Jahren hatten wir damit begonnen, entlang der Ostseeküste nach geeigneten Räumlichkeiten zu suchen. Küstennah, rollstuhlgerecht, sechs bis sieben Zimmer, eventuell mit Einliegerwohnung für unsere Betreuer, das waren unsere Vorgaben. Die Angebote der meisten umliegenden Hotels waren aber jedesmal nicht passend“, erinnert sie sich. Dass sie nicht gleich auf das Theodor-Schwartz-Haus aufmerksam wurde, liegt an einem Trugschluss, dem viele aufsitzen. „Als Einrichtung der AWO, habe ich geglaubt, dass nur AWO-Mitglieder diese Angebote nutzen können.“ Ein Irrtum, den Susanne Neitemeier nur allzu gut kennt: „Richtig ist, dass es begünstigte und nicht begünstigte Personen gibt und daraus unterschiedliche Kosten resultieren. Grundsätzlich aber kann jedermann in den Genuss unserer Angebote kommen.“ So erhalten Menschen, deren Jahres-Familieneinkommen unter der maßgeblichen Höchstgrenze liegt, Personen, die das 75. Lebensjahr vollendet haben, Schwerbehinderte oder Besitzer einer ärztlichen Bescheinigung über besondere Erholungsbedürftigkeit finanzielle Vergünstigungen.
Mit der Auswahl des Theodor-Schwartz-Hauses als 19-tägiges Feriendomizil hat Michaela Schauf jedenfalls bei ihrer gemischten Gruppe aus vornehmlich an Demenz Erkrankten und gesunden Partnern als Begleitpersonen einen Volltreffer gelandet. „Hier könnte ein Behinderter sogar allein zurecht kommen. Auf der gesamten Anlage keine Hindernisse. Tadellos! Von der traumhaften Landschaft und den vielen Möglichkeiten in der Umgebung ganz zu schweigen“, schwärmt Helga Menzer aus Berlin, die ihren Ehemann Rudi an die Ostsee begleitet hat. Kein Wunder also, dass alle elf Reiseteilnehmer des „ABS e.V.“ sich schon jetzt auf eine Wiederkehr freuen. Und Michaela Schauf hat neben einem weiteren in diesem Sommer bereits neue Termine für den kommenden Sommer gebucht.
Nähere Infos zum Theodor-Schwartz-Haus, Wedenberg 2-4, in Travemünde/Brodten unter www.theodor.schwartz-haus.de, telefonischer Kontakt: 04502/862210.