Reporter Eutin
18. Juni 2017 | Allgemein

Blühende Landschaften in Tweelhörsten

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Plön (los). Ein Ligusterstrauch kugelrund in Form gebracht, Torbogen und Laube aus bewurzelten Weidenzweigen gestaltet, Weinreben am ausgedienten Gerüst gezogen: Auf eine Vielfalt gestalterischer Tricks und Ideen dürfen sich Gartenfreunde beim Besuch von „Land in Sicht“ am kommenden Sonntag und Montag freuen. Zum zweiten Mal öffnet die Anlage in Tweelhörsten in Plön anlässlich der Aktion „offener Garten“ ihre Pforten. Von 10 bis 16 Uhr ist am 18. Juni Gelegenheit, durch die verschiedenen Gartenräume zu schlendern, Kaffee und Kuchen zu genießen und über Staudenbeete und Gehölze zu fachsimpeln. Der Eintritt ist frei. Am Montag, 19. Juni stellt sich „Land in Sicht“ im Rahmen eines „Tags der offenen Tür“ von 11 bis 15 Uhr vor und informiert über seine Arbeit in den Bereichen Projektküche, Kreativ- und Holzwerkstatt, Fahrradwerkstatt sowie Garten- und Landschaftsbau. Die Grußworte sprechen Kreispräsident Peter Sönnichsen, Plöns Bürgermeister Lars Winter, Propst Erich Faehling und der Geschäftsführer des Jobcenters Plön Michael Westerfeld. Für das leibliche Wohl sorgt die Projektküche. Seit dem 1. Januar ist die gemeinnützig tätige „Land in Sicht im Kreis Plön GmbH“, die seit dem 17. September 2015 besteht, Träger der Maßnahme. Drei Gesellschafter haben sich hier zusammengefunden, um die Zukunft des erfolgreichen Projektes zu sichern: Der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Plön, Der Verein Pro Cell und das Diakonische Werk des Kirchenkreises Plön-Segeberg GmbH. Die Gesellschaft wird von drei Geschäftsführern geleitet: Kai Bellstedt, Martin Kastranek und Petra Rink. Die Finanzierung der Arbeit wird in Zusammenarbeit vom Kreis Plön und vom Jobcenter Kreis Plön getragen. Das Projekt Land in Sicht wurde bereits 2009 gegründet. Auf dem ehemaligen Gelände der Kreisabfallwirtschaft wurde vor acht Jahren ein geschützter Raum mit verschiedenen Arbeitsmöglichkeiten, Anleitung und Betreuung von rund 40 Personen geschaffen. Ziel der Maßnahme ist es, Menschen, die seit langem arbeitslos und schwer vermittelbar sind, durch Tagesstruktur, Qualifizierung in verschiedenen Bereichen und pädagogische Betreuung für einen Neustart im Berufsleben vorzubereiten. In den Werkstätten, der Gärtnerei und dem Hauswirtschaftsbereich suchen sich die Projektteilnehmer nach einer Orientierungszeit die Bereiche aus, in denen sie tätig sein möchten – mit Blick auf eine berufliche Richtung und dem Ziel, in der Arbeitswelt wieder Fuß zu fassen. Was hier in acht Jahren auf der Außenanlage geschaffen wurde, kann sich sehen lassen. Gärtnerin Yvonne Poluchowitz ist seit Beginn an dabei. Blühende Landschaften haben sich unter ihrer fachkundigen Leitung und dem Einsatz der Projektteilnehmer in Tweelhörsten entwickelt. Auf rund 6500 Quadratmetern summt und brummt es, denn gerade Bienen und Hummeln fliegen auf das, was hier gepflanzt oder ausgesät wurde. So wuchern neben prächtig entwickelten Kulturpflanzen wie Lavendel, Frauenmantel und Storchschnäbeln auch zahlreiche Kräuter und schöne Wildpflanzen wie Klatschmohn, Kälberkraut, römischer Ampfer, Wollziest und Beinwell in großen Gruppen. Im Treibhaus streckt ein Feigenstrauch seine knorrigen Zweige aus, dahinter winden sich Schlangengurken und Tomatenpflanzen am Bindfaden geleitet gen Dach empor. Und wer in den nördlich gelegenen Teil spaziert, findet an der neuen Teichanlage einen Ort der Ruhe, um Tier und Natur am und im Wasser zu genießen. Gartenbegeisterte wie Anfänger können sich viele Anregungen und praktische Tipps abholen. Ebenso freuen sich die Teilnehmer von Land in Sicht aber auch über nette Kontakte und Materialspenden für die verschiedenen Bereiche. „Viele Pflanzen und auch Saat sind uns gespendet worden“, erzählt Yvonne Poluchowitz. So liefere eine Reihe gespendeter Johannisbeersträucher reichliche Ernte, die in der Projektküche verarbeitet wird. Ein Gingkobäumchen, das knapp der Kompostierung entkam, wurde als künftiger schöner Blickfang an den Teich gepflanzt. Nicht nur der Gartenbaubereich, auch Holz- und Fahrradwerkstatt sind auf solche Unterstützung angewiesen – ihr ausdrücklicher Dank gilt zahlreichen Spendern, die sie bereits unterstützt haben. Wer helfen möchte, kann die Materialspenden montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 13.45 Uhr abgeben oder unter 04522-7445870 Kontakt aufnehmen, um sie abholen zu lassen.


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