

Eutin (aj). Am kommenden Sonnabend, 30. Mai, ist Ausgabetag am Hochkamp 45. Die Kund*innen, die von der Tafel Eutin mit Lebensmitteln und Respekt versorgt werden, wissen das. In dieser Woche aber werden nicht nur sie vom Tafel-Team erwartet: Von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr findet ein Tag der offenen Tür statt. Anlass ist ein runder Geburtstag: „Der 30. Mai 1996 ist unser Gründungstag und den können wir ja nicht sang- und klanglos verstreichen lassen“, meint Monika Gertenbach, Erste Vorsitzende der Tafel Eutin, mit feinem Schmunzeln. Und so lädt der Vorstand ein, bei laufendem Betrieb ins Gespräch zu kommen, sich einen Eindruck von der Arbeit der Ehrenamtlichen zu verschaffen und natürlich ist auch an das leibliche Wohl gedacht. Der Vorstand wird vor Ort sein und wenn aus dem runden Geburtstag ein zwangloser Treff wird, auf dem viele Fragen rund um die Tafel beantwortet werden, ist das ganz im Sinne der Vorsitzenden und ihrer Truppe. Alle, die neugierig sind auf die Abläufe rund um die Ausgabe oder zum Gratulieren vorbeischauen, sind herzlich willkommen.
Der Tag der offenen Tür ist der Auftakt für eine angemessene Würdigung der Tafel-Arbeit in Eutin. Drei Jahrzehnte – drei Events, nach dieser Formel ist das Jubiläum geplant. „Uns ist es wichtig, dass unsere Kunden eingebunden sind“, erklärt Monika Gertenbach. Deshalb stehen die Menschen, denen das ehrenamtliche Engagement gilt, in der nächsten Woche im Zentrum der Aufmerksamkeit. Vom 1. bis 6. Juni gibt es täglich während der regulären Ausgabe Kaffee und Kuchen für die Kund*innen. Ein schönes Plakat lädt dazu ein. Für die Zeichnungen hat Emina, die Tochter von Tafel-Mitarbeiterin Leila Nazari, zu den Stiften gegriffen, die Beschriftung stammt von Ingeborg Schläfke, der Zweiten Vorsitzenden. Echte Teamwork, typisch Tafel. Damit auch wirklich alle Bescheid wissen, waren den Lebensmittelkisten für die Familien Einladungen in der jeweiligen Sprache beigelegt.
Zum krönenden Abschluss dieser besonderen Geburtstagsfeier wird am Dienstag, 9. Juni, eine lange Tafel auf dem Marktplatz gedeckt. Von 11.30 bis 13.30 Uhr soll geschmaust und geschnackt werden und die Frage, wer dazu Platz nehmen darf, ist schnell beantwortet: Alle! Bereits vor drei Jahren hat die Tafel auf diese Weise gefeiert und weil das gut ankam, geht die „Lange Tafel“ in die Wiederholung. Damit wird das Fest in die Mitte der Stadt, der Gesellschaft und ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Das passt zu dem Ziel, mit dem Tafel vor 30 Jahren begonnen hat und das bis heute die Richtung vorgibt: „Es soll allen gutgehen“, sagt Monika Gertenbach.
Welche Kreise der verlässliche Einsatz der Tafel zieht, zeigt die Unterstützung, die die Institution erfährt: Als es galt, Tische und Bänke für das Festmahl zu organisieren, waren die Freiwilligen Feuerwehren aus Neukirchen und Hutzfeld sofort zur Stelle und übernahmen nicht nur die Möblierung, sondern auch deren Transport. Aus dem Forum Eutin kommt ein „Multi-Kulti-Büfett“ und das „Cox“ kocht 150 Portionen Suppe als Geburtstagsgeschenk: „Wir sind sehr dankbar für diesen Zuspruch“, meint Monika Gertenbach nachdrücklich. Mit 250 Gästen rechnet der Vorstand, wenn es mehr werden – umso besser. Anmelden muss sich niemand und alle essen kostenlos. „Besonders freuen würden wir uns, wenn viele unserer Kunden dabei sind“, merkt Monika Gertenbach an. Sie erinnert sich gern daran, wie anlässlich der 25 2-Feier jemand am Tisch Platz nahm, dem es offensichtlich nicht gutging: „Er hat nichts gesagt, keinen Kontakt zu anderen Gästen aufgenommen, aber Butler Ernst-Alfred hat ihn ganz selbstverständlich mit allem Respekt bedient“, erzählt sie.
Dieses Menschenbild, gelebter Respekt und Gleichberechtigung, sind für Monika Gertenbach untrennbar mit der Tafel verbunden. Seit 1985 ist sie in Ostholstein zu Hause, war von jeher ehrenamtlich aktiv: „Und als ich in der Zeitung von der Tafel gelesen habe, bin ich hingegangen und es passte“, erinnert sich die Sozialpädagogin. Das ist jetzt 29 Jahre her. Viele Menschen sind seit damals dazugekommen, 70 Ehrenamtliche gehören zum Team: „Und ich bin für das gute Klima hier verantwortlich“, bemerkt sie verschmitzt. Dass sie nach all den Jahren immer noch schier unermüdlich täglich für die Tafel im Einsatz ist, erklärt sie mit wenigen Worten: „Auch uns Ehrenamtlichen tut die Tafel einfach gut – zu erleben, was wir wuppen und bewirken können. Wir tun damit auch etwas für uns.“
Ehrenamtliche Fahrer gesucht
Die Tafel Eutin braucht dringen ehrenamtliche Fahrer und Fahrerinnen, die den Betrieb buchstäblich am Laufen halten und dafür sorgen, dass die Waren verlässlich transportiert werden. Der Tag der offenen Tür am 30. Mai ist eine gute Gelegenheit, ganz zwanglos mehr über die Aufgabe zu erfahren und eventuell schon einen Probetermin zu vereinbaren. Natürlich kann man auch jederzeit per E-Mail an moin@tafeleutin.de oder unter Telefon 04521-778508 Kontakt aufnehmen.


