Reporter Eutin

Blauer Brief für eine Lehrerin?…

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Süsel (wh). Die Schulnoten einiger Schüler der Klasse 4b sind nicht so, wie es deren Eltern erwarten. Schuld hat nach deren fester Überzeugung die Klassenlehrerin, Frau Müller, die das Genie der kleinen Einsteins nicht erkennt und offenbar von moderner Pädagogik keine Ahnung hat. Die lieben Kleinen sind nach Ansicht ihrer Eltern doch nicht faul, niemals ungezogen, unkonzentriert und auch nicht schwach in Mathe. Es sind halt Persönlichkeiten, die der besonderen individuellen Förderung bedürfen! Da nun das Halbjahreszeugnis naht, das über den Sprung ins Gymnasium entscheidet, bekommen die Eltern das große Flattern. Die Kleinen sollen um jeden Preis Schulkarriere machen. Die blöden Noten sind doch nur eine Formalität. Und so entschließen die Eltern sich, dafür zu sorgen, dass Frau Müller die Klasse abgibt. Dazu vereinbaren einige einen Termin mit ihr und übergeben ihr eine Resolution. Und so sitzen fünf „Helikopter“-mütter und -väter auf Kinderstühlchen zwischen Kastanienmännchen, Laubgirlanden und Kuschelecken, bereit, der Feindin ins Auge zu schauen und wild entschlossen, ihre Forderung durchzusetzen: „Fru Müller mutt weg!“
So lautet der Titel des neuen Stücks der Niederdeutschen Bühne Süsel, das einige Überraschungen in petto hat. Am 9. März um 19.30 geht der Premierenvorhang auf. Das Schauspiel von Lutz Hübner/Sarah Nemitz (niederdeutsch von Markus Weise) wird von Gastregisseur Stephan Greve einstudiert, der bereits mehrmals in Süsel Regie führte. Die Hauptrolle der Frau Müller wird von Christiane Benn gespielt, die seit 2005 dem Ensemble der Süseler Bühne angehört. „Die Rolle macht mir große Freude“, sagt sie, „denn mir gefällt die Prinzipientreue der Frau Müller, die eine klare Vorstellung davon hat, wie Kinder in die Welt hinaus geschickt werden sollten.“ Brigitte Barmwater - auch schon über zehn Jahre im Ensemble - freut sich auf ihre Rolle als ehrgeizige Mutter. Auch die anderen Darsteller (Jörn Hilbrecht, Silke Krellenberg, Silke Bock und Emma-Lotta Heinicke) spielen diesen Elterntypus auf unterschiedliche Weise - natürlich auch etwas karikierend
zum Ergötzen des Publikums. Und hier und da provozieren sie vielleicht auch ein schmunzelndes: „Das kenn ich doch“ - von diesem oder jenem Bekannten (oder gar von sich selbst?).
Weitere Vorstellungen von „Fru Müller mutt weg“ sind am 15. März, 16. März (Abo grün), 17. März (Abo orange), 22. März (Abo blau), 23. März (Abo gelb), 29.,30. und 31. März; 13., 14. und 17. April. - Kartenvorverkauf unter www.theater-suesel.de, Email: tickets@theater-suesel.de. - Telefonisch: 04524-1379 dienstags und mittwochs 9 bis 12 Uhr.


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