Reporter Eutin

Der richtige Rahmen für Oper und Musical

Bilder

Eutin (t). Das Arbeitstreffen in der Opernscheune eröffnete Jörg Brombacher offenherzig mit einem Bekenntnis: „Es hat mich noch nie so sehr herausgefordert, ein Bühnenbild zu konzipieren, das zur natürlichen Umgebung und zugleich auch zu den künstlerischen Anforderungen zweier Werke passt.“ Doch was der erfahrene Theatermacher dann dem Team der Eutiner Festspiele als Modell für die Produktionen von „Kiss me, Kate“ und „Ein Maskenball“ präsentierte, überzeugte die Runde sofort.
Dreh- und Angelpunkt für den Kulissenbau bei den Festspielen ist stets, dass das Bühnenbild einerseits leicht auf- und abzubauen ist. Andererseits soll es ohne große Veränderungen zwei so verschiedenen Stücken wie dem Musical von Cole Porter und der Oper von Giuseppe Verdi gerecht werden. Denn auf der Freilichtbühne gibt es, anders als in festen Theaterhäusern, kein Untergeschoss, kein Oberstübchen, kein Seitenabteil, wohin man gerade nicht benötigte Kulissen abschieben kann. Und ein Vorhang, hinter dem Umbauten für die nächste Szene vorgenommen werden, ist ebenso wenig vorhanden.
So sieht Jörg Brombachers Plan für die Szenerie auf der Freilichtbühne in der kommenden Saison aus: Zentrales Element wird ein groß dimensionierter Bilderrahmen. Er symbolisiert, zum Beispiel ausstaffiert mit Portraits des schwedischen Königs Gustav III., den historischen Hintergrund am Stockholmer Hof für Verdis Oper „Ein Maskenball“.
Drapiert hingegen mit einem roten Vorhang, verdeutlicht dieser Rahmen in „Kiss me, Kate“ unverkennbar den Theatersaal für den Ehekrach, den die Shakespeare-Protagonisten auf der Bühne in ihrer ganz persönlichen Version austragen. Und die beidseitig am Rahmengerüst aufragenden Turmmauern können ebenso gut wie auf ein Schloss auch auf ein Theatergebäude verweisen.
Intendantin Dominique Caron urteilte nach der Präsentation zufrieden: „Ich bin Jörg Brombacher sehr dankbar für seinen kreativen Entwurf, der für das Musical und die Oper einen gemeinsamen Rahmen schafft. Damit können wir beide Stücke auf der Freilichtbühne gut spielen.“
Jörg Brombacher ist zum ersten Mal bei den Eutiner Festspielen im Einsatz. Mit den Verhältnissen einer Spielstätte im Freien weiß der Bühnenbauer aus der Pfalz umzugehen. Fast ein Jahrzehnt war er Technischer Leiter und Ausstattungsleiter der Luisenburg Festspiele Wunsiedel in Bayern, die von durchschnittlich 140 000 Zuschauern jährlich besucht werden. Zuvor war er an diversen deutschen Theatern als Bühnenbildner tätig, darunter am Prinzregentenheater München und am Staatstheater Braunschweig.
Die Verbindung nach Eutin stellte Hardy Rudolz her, der künstlerische Leiter Musical bei den Festspielen. Deren altgediente Bühnenbau-Experten, Heinrich Bollow und Ole Kwiatkowski, nutzten nach der Präsentation ausgiebig die Gelegenheit, mit Brombacher über die technischen Details seiner Planungen zu fachsimpeln. Beide zeigten sich danach beeindruckt von der Durchdachtheit der Bühnenaufbauten. Heinrich Bollow: „Man merkt, dass er als Profi weiß, was bei einer Freilichtbühne zu beachten ist.“ Und Ole Kwiatkowski blickte, befragt zum Terminplan, optimistisch drein: „Das kriegen wir alles bis zum Probenbeginn Ende Mai gut hin.“


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