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Die Schwentine-Seen erlebbar für alle Naturerlebniskarte soll Blinden und Sehbehinderten die Seen der Holsteinischen Schweiz erschließen.

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Carsten Burggraf, Hanna Kirschnick-Schmidt, Lea Pietsch, Jutta Schulz und Wolfgang Gallinat (v.li.) präsentierten die Naturerlebniskarte.

Carsten Burggraf, Hanna Kirschnick-Schmidt, Lea Pietsch, Jutta Schulz und Wolfgang Gallinat (v.li.) präsentierten die Naturerlebniskarte.

Eutin (aj). Als ersten Schritt auf dem Weg zu einer barrierefreien Region präsentierten Vertreter des Vereins Wasser Otter Mensch, der Integrierten Station Holsteinische Schweiz, des Naturparks Holsteinische Schweiz und des Blinden- und Sehbehindertenvereines eine taktil-visuelle Naturerlebniskarte. Das gemeinschaftlich erarbeitete Kartenwerk bildet die großen Seen entlang der Schwentine ab, listet die Hauptorte Eutin, Malente und Plön auf und gibt Orientierung zum Verlauf der Bahnverbindung und der Routen der Seerundfahrten. „Es ging uns darum, Menschen mit Sehbeeinträchtigungen einen Zugang zur Schönheit der Seen zu eröffnen“, erläuterte Carsten Burggraf, Leiter der Integrierten Station Holsteinische Schweiz. Die erste Erfahrung bei Aufnahme der konzeptionellen Arbeit sei ernüchternd gewesen: „Es gibt keine Angebote für Sehbehinderte in der Region. Wir haben bei Null begonnen“, so Burggraf. Den Bedarf bestätigte Wolfgang Gallinat von Bilden- und Sehbehindertenverein: „Es ist unheimlich wichtig, dass so etwas gibt, die Gruppe der Augenpatienten wächst“, betonte er. Mit Blick auf das Wanderwegenetz merkte er an: „Ich sehe in der Region noch so viel Potential und Stoff für größere Aufgaben.“ Wie intensiv blinde und sehbehinderte Menschen Natur wahrnehmen, konnte er aus Zusammenkünften des Vereines schildern: „Viele Menschen mit Sehbehinderungen begeistern sich für die Region mit der Pflanzen- und Tierwelt“, berichtete er. Voraussetzung ist allerdings, dass die Wege in die Natur und zu den Freizeitmöglichkeiten nachvollziehbar dargestellt sind. Hier setzt die Naturerlebniskarte an. In einer Auflage von 1000 Exemplaren wird sie gezielt an Einheimische und Touristen verteilt werden. Ausgabestellen sind die Integrierte Station Holsteinische Schweiz in Eutin, das Naturpark-Haus in Plön, der Blinden- und Sehbehindertenverein in Lübeck sowie die Touristinformationen in Eutin, Plön und Malente. Die Karte ist kostenfrei erhältlich. Das Projektbudget von 6000 Euro wurde durch die Naturparkförderung des Umweltministeriums Schleswig-Holstein (3000 Euro), die Stiftergemeinschaft der Förde-Sparkasse (2000 Euro) und die Klara Samariter-Stiftung (1000 Euro) übernommen. Bei der Gestaltung betrat man Neuland: „Normalerweise setzen Touristiker ja auf visuelle Vielfalt, wollen viele Fotos und Informationen abbilden. Das war hier anders“, erläuterte Jutta Schulz vom Naturpark Holsteinische Schweiz. Reduzierte Inhalte, große, kontrastreiche Darstellungen und klare Farben machen die Karte zum zweckmäßigen Instrument. Um zukünftig die einzelnen Serviceangebote für Blinde und Sehbehinderte zu einem Netzwerk zu verbinden, brauche es eine breite Allianz, sagte Gallinat mit Blick in die Zukunft. Und Burggraf ergänzte: „Dies kann nur ein Anfang sein. Es könnte ein Prozess werden, der uns mehrere Jahre beschäftigt, wenigstens in Teilen Barrierefreiheit zu erreichen.“



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