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Ehrennadel des Kreises Ostholstein für Anne und Fritz Vehres

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„Szenen einer Ehe“ war ein gemeinsamer Theaterhöhepunkt – im wahren Leben wurden Anne und Fritz Vehres für ihr Engagement mit der Ehrennadel des Kreises ausgezeichnet.

„Szenen einer Ehe“ war ein gemeinsamer Theaterhöhepunkt – im wahren Leben wurden Anne und Fritz Vehres für ihr Engagement mit der Ehrennadel des Kreises ausgezeichnet.

Süsel (aj). Sie haben wirklich Großes geleistet und sich bis ins Kleinste gekümmert, waren Planer und Putzkolonne, Regisseurin und Hauptdarsteller, haben Spielpläne entworfen und Glühbirnen gewechselt, auf der Bühne geglänzt und in den Pausen Cola ausgeschenkt, Kontakte zu anderen Bühnen etabliert und um Nachwuchs geworben: Dass Süsel, eine Gemeinde mit 15 Dorfschaften und etwas mehr als 5000 Einwohner, sich mit einem festen Theater schmücken kann, ist zu einem großen Teil ihr Verdienst. Eine Lebensleistung, für die Anne und Fritz Vehres am 3. Juli in Cismar mit der Ehrennadel des Kreises Ostholstein ausgezeichnet wurden. Wie fühlt es sich an, wenn fast 40 Jahre ehrenamtliches Engagement so gewürdigt werden? Die Antwort verrät viel über die Beiden: „Wir hatten so viele Mitstreiter, alleine kann man gar nichts bewegen und wir konnten uns immer auf eine starke Mannschaft verlassen“, sagt Anne Vehres bestimmt. Und doch waren sie es, die für den Theaterverein, die Niederdeutsche Bühne Süsel, in der ersten Reihe gestanden haben. Oder, wie es in der Begründung heißt: „Unter ihrer beider Federführung erfolgten der Erwerb und die umfangreiche Planung für den Um- und Ausbau einer alten Scheune zur heutigen ‚Kulturscheune Süsel‘, die 1988 eröffnet wurde.“ 35 Jahre war Anne Vehres Geschäftsführerin des Vereins, sie hat Regie geführt und selbst gespielt, das Netzwerk im Niederdeutschen Bühnenbund gepflegt und den Spielplan mit rund 70 Veranstaltungen im Jahr erstellt. Letzteres wird sie weiter tun, das Amt der Geschäftsführerin hat sie kürzlich auf der Jahreshauptversammlung abgegeben, ist nun „Ehrengeschäftsführerin“ und damit die zweite mit Ehrentitel im Hause Vehres: Ehemann Fritz Vehres wurde bereits vor drei Jahren zum „Ehrenvorsitzenden“ ernannt. Bei ihm ist das Wort vom Aufbau wörtlich zu nehmen. Nach dem Kauf der Theaterscheune hat er angepackt, Technik und Bühnenbau sind sein Metier. Neben dem Schauspiel natürlich: „Es hat sich als gut erwiesen, dass wir als Doppelspitze agiert haben. Vieles konnte auf dem kleinen Dienstweg besprochen werden“, sagen beide. Wichtig für das Paar: „Der familiäre Rückhalt war da.“ Sohn und Tochter werden mit dem Ehrenamt der Eltern groß. Das war nicht abzusehen, als eine besonders gelungene Verkleidung als Pater Brown Fritz Vehres 1978 auf einem Kostümfest die Anfrage einbringt, ob er nicht beim Theater mitspielen will. Er will und weil Anne Vehres die Abende allein zu Hause zu lang sind, übernimmt sie das Schminken der Darstellenden, wird Schriftführerin des Theatervereins und dann Geschäftsführerin. Als mit dem Wegfall der Spielstätte die Frage „Aufgang oder Untergang“ im Raum steht, fällt die Entscheidung zum Kauf der alten Scheune. Der Rest ist bekannt – kürzlich wurden 30 Jahre Kulturscheune gefeiert. Unter der Regie von Anne und Fritz Vehres ist ein Theaterbetrieb mit Fokus auf der niederdeutschen Sprache gewachsen, mit eigener Kinder- und Jugendabteilung, einem Abo-System und Gastspielen auch aus anderen Bereichen. Motor war die Freude am Theaterspielen und die Überzeugung, dass ein Ehrenamt zum Leben dazu gehört: „Was machen Sie eigentlich ehrenamtlich?“, diese Frage gehört für Fritz Vehres zum festen Repertoire. Bei Technik, Bühnenbau, Spielen bleiben sie dabei: „Wir werden unterstützen, wo wir gebraucht werden“, sagen beide. Die Verleihung der Ehrennadel ist eine besondere Anerkennung, über die sie sich freuen: „Es ist eine Würdigung von außen für das, was über Jahrzehnte aufgebaut wurde“, meint Anne Vehres. Diese Wertschätzung für den Verein und dessen Bedeutung für Süsel hätte sie sich auch von Seiten der Süseler Politik gewünscht. Der Motivation hat dieser Mangel keinen Abbruch getan: „Es hat viele schöne Zeiten gegeben und die wird es auch weiterhin geben.“ In diesem Sinne: Glückwunsch und auf viele schöne Spielzeiten, liebe Anne und Fritz Vehres!



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