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Ein neues Floß für die Fluss-Seeschwalben

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Lebrade (los). Die Brutsaison der Flussseeschwalben ist eröffnet. Mitten auf dem Nordteich der sogenannten Vogelfreistätte Lebrader Teiche, einem der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands, das 1938 gegründet wurde, lädt ein neues Floß die Tiere ein, sich für ihr Brutgeschäft hier niederzulassen. Damit wurde Ersatz für das Vorgängermodell geschaffen, dass durch Wind und Wetter bereits mürbe und bei den letzten Stürmen in seine Segmente zerborsten war. Jetzt hoffen Fritze Heydemann von der Marius Böger Stiftung als Pächterin der Teiche, NABU-Mitglied Wolfgang Plohr, Bernd Koop, Betreuer des EU-Vogelschutzgebietes Plön-Selent und Jens Rethwisch, Integrierte Station Holsteinische Schweiz des Landesamtes für Landwirtschaft auf eine schnelle Besiedlung des Ersatz-Pontons, der an zwei Pfählen, die tief im schlammigen Grund stecken, vertäut sind. Zwei Kanus für den Rückweg an Land im Schlepptau haben die Vogelschützer die künstliche Insel zu dem ihr vorgesehenen Standort gestakt und einige der rotten Bruchstücke zwecks Entsorgung geborgen. Der neue schwimmende Untersatz dürfte den Tieren zupass kommen: „Heute Nachmittag sitzt das erste Paar drauf“, ist Bernd Koop überzeugt – und behält Recht. Sogar zwei Paare kann Fritz Heydemann bei der Inbesitznahme der Insel noch am gleichen Tag beobachten. Offenbar haben die Tiere das seltsame Geschehen auf ihrem Lieblingsteich genau verfolgt.
Dass Lebrade ein gutes Plätzchen zur Jungenaufzucht bietet, hat sich unter den Vertretern der seltenen Vogelart in den vergangenen Jahren schon „herumgesprochen“. „Die nächste Kolonie Flussseeschwalben brütet im Ascheberger Teil des Großen Plöner Sees“, weiß Heydemann. Und damit im Ausflugsbereich der Tiere, die bei ihren ausschweifenden Ausflügen durch die Region gern ein paar Kilometer zurücklegen, um Insekten oder an Gewässern kleine Fische zu erbeuten. Auch Lebrade in rund sieben Kilometern Entfernung wird vom Großen Plöner See aus angeflogen.
Das Lebrader Floßprojekt startete in der ersten Saison 2015 mit zwei Vogelpärchen. 2017 hätten bereits 11 Paare die alte Brutinsel für die Aufzucht des Nachwuchses genutzt. Dieser Erfolg soll sich nun fortsetzen. Die umfangreichen Bemühungen haben ihren Grund: Deutschlandweit steht die Vogelart auf der roten Liste.
Dass auch die brütende Konkurrenz die künstliche Insel für sich in Anspruch nehmen könnte, sei unwahrscheinlich. „Möwen ziehen einen niedrig bewachsenen Untergrund vor“, erklärt Fritz Heydemann mit Blick auf die kahle Fläche aus schlichten Schilfmatten. Zudem verstünden es die kleinen Flussseeschwalben gut, ihren Bereich mit der nötigen Aggressivität zu verteidigen und mögliche Eindringlinge erfolgreich zu vertreiben.
Für die Küken biete die Brutinsel im Vergleich zum Naturstandort sogar Vorteile. Dafür haben die Vogelschützer gesorgt und analog zu kleinen Zeltdächern rechtwinklige Holzbretter als Schutz vor Unwetter oder Raubvögeln aufgestellt. Unter denen können die kleinen Federbällchen gegebenenfalls verschwinden und abwettern.
Die Lebrader Teiche, die ursprünglich ein zusammenhängendes Gewässer bildeten, bis die Straße nach Selent dieses durchteilte, bieten vielen Tieren Lebensraum. Damit die ehemaligen Fischteiche mit einer Wassertiefe von rund einem Meter nicht weiter verlanden und sich die ebenso dicke Schlammschicht nicht noch weiter aufbauen kann, werde das Wasser samt der darin lebenden Fische im Herbst in die Kossau abgelassen. Entscheidend sei der Kontakt des Grundes mit dem Luftsauerstoff, erklärt Fritz Heydemann. Denn dieser fördere die Umsetzung abgesunkenen organischen Materials. So bleibe der Zustand der Weiher weitgehend unverändert für die Vogelwelt erhalten.



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