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Eine „echte” OGS für die Grundschule in Fissau

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Fissau (ed). Während in Eutin noch geplant und diskutiert wird, wird in der Fissauer Grundschule längst gebaut. Eine “echte” Offene Ganztagsschule entsteht hier in der ehemaligen Hausmeisterwohnung, nachdem über Jahre hinweg ein Provisorium im kleinen Holzhaus bestand. Es steht am anderen Ende des Schulgeländes und mutet fast idyllisch an. “Es ist auch wirklich nett hier. Aber die Räume sind sehr klein”, sagt Bettina Kardell, die Außenstellenleiterin der Gustav-Peters-Schule in Fissau, “und die Kinder haben gerade Platz zum Essen.” Zum Hausaufgabenmachen müssen sie dann an der Straße entlang oder einmal über den Parkplatz in die Schule zurück, denn die Hausaufgabenbetreuung ist in die Klassenräume ausgelagert. Eine schwierige Situation, auch für die Betreuungskräfte, die sich immer aufteilen müssen. Oder wie der Eutiner Bürgermeister Carsten Behnk bei der Baustellenbegehung sagt: “Das Holzhaus ist nett, aber nicht haltbar.” Es wurde Aus- und Übersiedlerheim gebaut, später als Obdachlosenunterkunft genutzt und ist mittlerweile mehr als in die Jahre gekommen.
Nachdem es schon seit Längerem keinen eigenen Hausmeister mehr für die Fissauer Grundschule gibt, steht die Hausmeisterwohnung in dem wohl 1870 errichteten und denkmalgeschützten Gebäude leer.
Aus dem Kollegium kam die Idee, sie für die Kinder zu nutzen und eine OGS zu daraus zu machen, die direkt in der Schule ist. Platz genug dafür bietet die Wohnung: Statt der 56 Quadratmeter im Holzhaus haben die Kinder nach den Ferien 133 Quadratmeter Platz zum Spielen, Ausruhen und Essen. Die Idee wurde in der Stadtvertretung aufgenommen, für gut befunden und beschlossen. Als Schulträger habe man als Stadt Eutin keine Kosten und Mühen gescheut, sagt Bürgermeister Carsten Behnk, denn man sei Fissau sehr verbunden. “Diese Schule ist etwas Besonderes. Sie ist ein Kulturdenkmal in Betrieb.”
580.000 Euro kostet der Umbau von Wohnung in Offene Ganztagsschule, in dessen Rahmen nicht nur eine barrierefreie Toilette eingebaut wurde sondern auch das Lehrerzimmer dem neuen großen Gruppenraum weichen musste, aber einen neuen Platz in der OGS bekommt. ebenso wie ein Ruheraum, Toiletten und eine Ausgabeküche. Das Schönste aber ist der neue große Gruppenraum, hell und mit viel Platz fürs gemeinsame Essen und die Angebote der OGS. Zumal zwar derzeit nur 24 der 96 Fissauer GrundschülerInnen die OGS besuchen, die Tendenz aber steigend ist.
“Es ist jetzt einfach entspannter, weil alles an einem Ort ist”, so Bettina Kardell. Denn, und auch das ist eine Fissauer Besonderheit, OGS und Grundschule nutzen Räume gemeinsam, so darf die Schule den großen Gruppenraum vormittags für Aktivitäten nutzen, für die ein Klassenraum nicht reicht. Und die Hausaufgabenbetreuung findet weiter in den Klassenräumen statt, ist aber jetzt auf kurzem Weg durch den barrierefreien Haupteingang zu erreichen.
Der Umbau ist im laufenden Schulbetrieb durchgeführt worden – “das ist ein tolles Miteinander mit den Handwerkern”, lobt die Außenstellenleiterin. “Wenn es mal laut werden musste, wurden wir immer gefragt, ob es gerade passt. Dafür sind wir wirklich dankbar.”
“Wenn die Handwerker weiter so gut arbeiten wie bisher”, sagt Stephan Barnstedt, “dann wird die OGS wie geplant in der ersten Ferienwoche fertig und kann eingerichtet werden.” Und das, obwohl wie immer beim Umbau eines so alten Gebäudes die eine oder andere Komplikation ins Haus stand – so wurde festgestellt, dass die Heimatstube, das kleine Fissauer Museum, das einen liebevollen Einblick in das Leben der Fissauer in den vergangenen Jahrhunderten gibt und im Dachgeschoss der Grundschule untergebracht ist, baurechtlich noch nicht gesichert war. Die Baugenehmigung wurde nun eingeholt und Brandschutzmaßnahmen wie ein zweier Fluchtweg vorgenommen. Auch eine Dachsanierung steht im kommenden Jahr noch an.
Von der neuen OGS sind die Fissauer GrundschülerInnen genauso begeistert wie das Kollegium und das Team der OGS: “Wir freuen uns alle wirklich sehr, dass das klappt”, strahlt Bettina Kardell, “dann können wir die neue OGS gleich nach den Ferien in Betrieb nehmen, das finden auch die Kinder super.”


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