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Eutiner Festspiele stellen die Stücke für die nächste Spielzeit vor

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Festspiele-Geschäftsführer Falk Herzog freut sich: Intendantin Dominique Caron wird auch die Intendanz im kommenden Jahr übernehmen.

Festspiele-Geschäftsführer Falk Herzog freut sich: Intendantin Dominique Caron wird auch die Intendanz im kommenden Jahr übernehmen.

Eutin (ed). In diesem Jahr lassen die Eutiner Festspiele die Katze schon früh aus dem Sack: Nach einer ausgesprochen guten Saison dürfen sich Festspielfreunde schon jetzt auf eine ebenso großartige Spielzeit 2019 freuen: Gespielt werden im kommenden Jahr das Cole Porter-Musical „Kiss me, Kate“ und Verdis wunderbare Oper „Un ballo in maschera“, der Maskenball. Sehr froh sei man, so Falk Herzog, der Geschäftsführer der Festspiele, dass Intendantin Dominique Caron das Angebot eines weiteren Jahres der Intendanz angenommen habe.
Der Vertrag laufe zunächst nur über ein Jahr, weil die Festspiele sich derzeit in einer Phase der Umstrukturierung befänden – und zu der Frage, welche Schwerpunkte man in Zukunft setze, welche Ausrichtung die Festspiele nähmen, gehöre auch das personelle Gerüst. Mit dem Ein-Jahres-Vertrag bleibe man freier in der Denkungsweise – „ wir wollen uns kein Denkverbot aufsetzen, sondern das Gutachten abwarten. Es ist aber umso schöner, dass Frau Caron ein weiteres Jahr unserer Festspiel-Familie angehört“, so Falk Herzog. Und eine familiäre Stimmung sei es, die in der Opernscheune herrsche, lobt auch Festspiel-Gesellschafter Dr. Joachim Scheele: „Es wurde an vielen Stellschraube im positiven Sinne gedreht, es weht ein wirklich guter Wind bei den Festspielen.“ Das zeigen auch die Kartenverkaufszahlen. Und sicher reiche es nicht, alles nur aufs gute Wetter zuschieben, sind die Verantwortlichen sich einig: „Wir hatten ja schon zur Premiere über 20.000 Karten verkauft“, sagt Falk Herzog. Gerechnet habe er mit rund 21.000 Karten insgesamt. „Aber jetzt sind wir bei 33.000.“ Ausgebautes Marketing habe dazu beigetragen ebenso wie der neue Karten-Onlineshop und die positive Ausstrahlung der Festspiele, vor allem habe aber die gute Stückauswahl viele der „alten“ Festpiel-Freunde ebenso angesprochen wie viele neue Festspiel-Gänger. „Dabei freut es mich besonders, dass La Traviata ebenso gut angekommen ist wie My fair Lady“, erklärt der Festspiel-Geschäftsführer. „Das zeigt, dass das historische Standbein der Festspiele auch weiterhin gut ankommt.“ Ein Faktor, den die Unternehmensberatung, die derzeit ein Gutachten für die Umstrukturierung der Festspiele, miteinbeziehen wird. Und dem mit der Stückauswahl fürs kommende Jahr ebenfalls Rechnung getragen wird: Verdis Maskenball wurde bereits 1961 und 2002 in Eutin gespielt und erzählt von der Ermordung des Königs Gustavo III beim Maskenball in der Stockholmer Oper – „eines aufgeklärten Monarchen und schillernder Persönlichkeit, die sich viele Feinde gemacht hat“, verrät Dominique Caron, die das Stück inszenieren wird, „Thema des Maskenballs ist die Liebe natürlich, aber auch die Politik und das Schicksal aller Beteiligten, das während des Maskenballs seinen Lauf nimmt.“
Die Inszenierung von Cole Porters Musical „KIss me, Kate“, einer Premiere bei den Festspielen, übernimmt wieder Hardy Rudolz, der Musical-Experte schlechthin – „man braucht jemanden, der Schwung hineinbringt“, lacht Dominique Caron, „und das macht Hardy Rudolz.“ „Kiss me, Kate“ ist ein „Stück im Stück“ und erzählt von einer Theatertruppe, die Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ aufführen will. Und wie Katharina und Petrucchio aus der Shakespeare-Komödie geht es auch Lilli und Fred, deren Darstellern. Eine amüsante Liebesgeschichte über das Back-Stage und das On-Stage-Leben samt dem dazugehörenden Gangstertum, bei der sich die Richtigen schließlich finden…
Aufgrund der sechs ausverkauften Vorstellungen, die zwei Zusatzvorstellungen erforderlich machten, habe man beschlossen, „die Anzahl der Vorstellungen im kommenden Jahr vorsichtig nach oben auszubauen“, so Falk Herzog, damit trage man auch der Anstrengung Rechnung, die die Ansetzung solcher Zusatztermine erforderte. Zudem gebe es im kommenden Jahr auch wieder ein Programm für Kinder und Jugendliche – nicht auf der Freilichtbühne sondern an Orten wie dem Torhaus. „Und natürlich wollen wir auch wieder auf den Marktplatz“, so Falk Herzog, „und „Eutin begrüßt seine Festspiele“ neu etablieren, damit wieder näher an Eutin heranrücken und uns weiter öffnen.“ Der Gala-Abend, einst eines der Sahne-Stücke der Festspiele für die Eutiner, werde strukturell überdacht – denn das Format werde dieses Jahr zwar besser angenommen als im vergangenen, falle gegenüber den Stücken aber deutlich ab, obwohl ein wunderbares Programm auf die Zuschauer warte. „Hallo Weber – hello Bernstein“ halte Stücke von Weber und Bernstein und ihren jeweiligen Zeitgenossen bereit, gesungen von renommierten Künstlern – und abgerundet vom traditionellen Gala-Feuerwerk, auf das die Zuschauer in den vergangenen Jahren verzichten mussten.
Die Ergebnisse der Untersuchung der Unternehmensberatung werden im Herbst erwartet, dann haben Falk Herzog und sein Team die Anhaltspunkte, um die Festspiele weiter auf sichere Füße zu stellen. Auch wenn seine Vorgängerin ihm ein kostenmäßig sehr gut strukturiertes Haus hinterlassen habe, sei es doch in den vergangenen Jahren nicht möglich gewesen zu investieren oder gar eine „Regenrücklage“ zu bilden, erklärt der Geschäftsführer der Eutiner Festspiele. „Das Ziel ist es daher, die Festspiele wieder wetterfest zu machen. Und den Investitionsstau abzubauen.“ Dazu aber hoffe man auf die Hilfe von Stadt, Kreis und Land – und auf weitere gute Spielzeiten.
Der Vorverkauf für die kommende Spielzeit startet erstmals schon in der laufenden: Karten für den Maskenball und „Kiss me, Kate“ können ab dem 23. August (bis zum 31. Oktober 2018 mit einem Rabatt von 15 Prozent und einem Glas Sekt am Tag der Vorstellung) online, telefonisch oder persönlich in der Opernscheune gekauft werden.



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