Reporter Eutin

Eutiner Weber-Tage 2019: Der Komponist und der Orient

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Eutin (aj). Ein vielversprechendes Ziel hat sich der Koordinator der Eutiner Webertage für diese Saison gesetzt: „Wir wollen das Polyglotte an Carl Maria von Weber herauskehren“, sagte Martin Karl-Wagner bei der Vorstellung des Programms. Denn Weber steht für mehr als Deutschtum in der Musik, er hat in Leben und Werk seine Sinne immer wieder weit über den heimischen Tellerrand hinauswandern lassen: „Er hat recherchiert für seine Werke, hat sich richtig kundig gemacht“, so Karl-Wagner. Besonders fasziniert sei der Komponist vom Orient gewesen und hier legt der Musiker Karl-Wagner den thematischen Schwerpunkt. Dank der unterschiedlichen Kooperationspartner, die hinter den einzelnen Programmpunkten stehen, wird dieser Ansatz vom Auftakt am 2. Juni bis zum Abschlusskonzert am 23. November vielfältig mit Leben gefüllt: So spielen am 14. Juni ein türkischer, ein irakischer und ein syrischer Musiker auf einem Abend mit der Überschrift „Carl Maria von Weber und der Orient“. Dr. Matthias Viertel, Schirmherr der Weber-Tage, der den Abend konzipiert hat und moderieren wird, verspricht: „Das Publikum wird den Abenteuergeist des Abends zu schätzen wissen!“ Mit dem Rittersaal des Schlosses steht dafür ein besonderer Spielort zur Verfügung. Für die Eutiner Festspiele ist Weber von jeher eine feste Größe. Was nicht heißt, dass man immer den „Freischütz“ spielen kann, wie Intendantin Dominique Caron erklärt. In diesem Jahr steht „Abu Hassan“ auf dem Spielplan, ein Singspiel voller Witz und Humor und ein Erfolg, der dem Komponisten einst so viel Geld einbrachte, dass er seine Schulden bezahlen konnte. Eine echte Co-Produktion von Voß-Gesellschaft, OH-Museum und der Eutiner Landesbibliothek ist ein Abend zu Johann Heinrich Voß, Abu Hassan und Ali Baba, die sich Voß als Übersetzer von Gallands „Tausendundeiner Nacht“ widmet - natürlich (!) orientalisch musikalisch untermalt. Wort und Musik gehen auch in der Orangerie - einst auch als höfisches Theater genutzt - zusammen, wo Professor Dr. Axel Walter ein Konzert des Ensembles musica floreat mit einem Vortrag über die Musik am Eutiner Hof ergänzt. Wieder mit von der Partie ist die Parkresidenz Wilhelmshöhe, nachdem die Partnerschaft mit den Weber-Tagen zeitweilig ruhen musste: „Wir sind dabei, das wieder aufzubauen“, sagt eine sichtlich erfreute Gudrun Kruse. Mit dem Konzert „Baermann, Beethoven, Weber“ am 8. Oktober sind die ersten Schritte getan. Das komplette Programm mit detaillierten Erläuterungen ist in einem Flyer zusammengefasst, den es unter anderem bei der Eutiner Tourist-Info gibt. Um die Veranstaltungsreihe ins Eutiner Bewusstsein zu rücken, hat Koordinator Martin Karl-Wagner ein ebenso gewitztes, wie dekoratives Plakatkonzept erdacht: Geschäftsleute erhalten Plakate in besonderem Format mit Motiven, die direkt auf das jeweilige Geschäft bezogen sind. Ein Beispiel: In der Apotheke hängt dann ein Bild von Musikern mit Hustenbonbon. Auch Leerstände könnten so im Sinn der Weber-Tage bebildert werden. Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt befindet: „Eutin und Kultur gemeinsam abzubilden - das passt gut!“ Im nächsten Jahr steht den Weber-Tagen das 25jährige Bestehen ins Haus. Eins sicher: Die Themen werden den VeranstalterInnen nicht ausgehen.


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