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Glasauer wollen unbedingt wieder einen Dorfladen

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Der Dorfladen in Sarau ist seit Dezember geschlossen. Die BürgerInnen wünschen sich eine Einkaufsmöglichkeit im Ort.

Der Dorfladen in Sarau ist seit Dezember geschlossen. Die BürgerInnen wünschen sich eine Einkaufsmöglichkeit im Ort.

Glasau (t). Eine überwältigende Mehrheit von 85 Prozent der Glasauer Bürgerinnen und Bürger wünschen sich einen Dorfladen in der Gemeinde. Dieses eindeutige Votum ist das Ergebnis einer Bürgerbefragung, die im November 2018 in allen Haushalten der Gemeinde durchgeführt wurde. Mit dem Schließen des Lebensmittelmarktes Schumacher in Sarau im Dezember 2018 gibt es keine Einkaufsmöglichkeit mehr in der Gemeinde. Die Vorstellung der Ergebnisse der Befragung verfolgten in der Alten Schule 20 Interessierte aus der Gemeinde. Kai Oberhoff und Bernhard Horstmann, die Sprecher der Arbeitsgruppe Dorfladen in der Gemeinde Glasau, erläuterten die Details der Auswertung, zeigten erfolgreich umgesetzte Beispiele aus anderen Gemeinden auf und gaben einen Ausblick auf mögliche Standorte eines Dorfladens in Sarau. Initiiert durch den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ haben sich im Jahr 2018 verschiedene Arbeitsgruppen in der Gemeinde gebildet, wovon sich eine schwerpunktmäßig mit dem Thema „Dorfladen“ in der Gemeinde beschäftigt. In Zusammenarbeit mit der ews group GmbH, Partner des Landes Schleswig-Holsteins, wurden Ideen gesammelt und im Rahmen einer Einwohnerversammlung vorgestellt. Nachdem ein in Auftrag gegebenen Standortcheck eine positive wirtschaftliche Perspektive aufgezeigt hatte, war die Bürgerbefragung ein weiterer wichtiger Etappenschritt. Anhand von 14 Fragen wurden alle Haushalte der Gemeinde nach ihrer Meinung zu einem Dorfladen befragt. Mit insgesamt 231 ausgefüllten Fragebögen gab es eine fast 60-prozentige Rücklaufquote, ein Spitzenwert für so eine Maßnahme.
 

Zu den Ergebnissen im Detail: Neben dem Wunsch nach einen Dorfladen wurden auch konkrete Erwartungen an das Angebot gestellt: Backwaren, regionale Produkte, Obst und Gemüse, Getränke, Milchprodukte, Post- und Paketservice sowie Bargeldservice standen ganz oben auf einer langen Liste. Und ein weiterer wichtiger Punkt wurde deutlich: Wenn das passende Angebot vorgehalten wird, würden 96 Prozent auch vor Ort die Einkaufsmöglichkeit nutzen! Neben der Versorgung mit den Dingen des täglichen Bedarfs kristallisierte sich ein weiter Schwerpunkt heraus, nämlich der Wunsch nach einem integrierten Treffpunkt mit Café-Bereich. Mit einer Zustimmung von 80 Prozent für einen finanzielle Beteiligung der Gemeinde gab es für die Gemeindevertretung für ihre weiteren Beratungen auch noch eine wichtige Kernaussage. „Wir haben durch die Bürgerbefragung einen klaren und eindeutigen Auftrag erhalten, dass wir uns weiterhin intensiv für einen Dorfladen einsetzen sollen. Und genau das werden wir auch tun!“, betonte Bernhard Horstmann.
 

Beispiele aus anderen Gemeinden zeigen, dass insbesondere durch den engagierten Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern unterschiedliche Formen von Dorfläden erfolgreich umgesetzt werden können. Kai Oberhoff präsentierte die Erfolgsgeschichte des Bürger-Dorfladens Otersen in Niedersachsen. Eine aktive Dorfladen Verein e.V. betreibt in der kleinen Gemeinde (518 Einwohner) einen Dorfladen mit einem Vollsortiment sowie einem Café. Es wurde eine alte Scheune gekauft, um- und angebaut: „Ein mögliches Modell vielleicht auch für unsere Gemeinde?“, so Kai Oberhoff. Mit dem Dorfläden in Alvesloe und Kirchbarkau wurden weitere Erfolgsgeschichten aufgezeigt. Auch hier war ein großes Engagement von Bürgern das Erfolgsrezept. In Kirchbarkau betreibt eine Bürgergenossenschaft einen MarktTreff, der Umbau des gemeindeeigenen Gebäudes wurde vom Land Schleswig-Holstein mit 75 Prozent bezuschusst. Trotz der Nähe zu Kiel wird das umfangreiche Angebot von den Bewohnern angenommen und die erwarteten Umsatzzahlen konnten nahezu verdoppelt werden. In allen drei aufgezeigten Beispielen wurden jeweils neue Voll- und Teilzeitarbeitsplätze geschaffen, zusätzlich helfen weiterhin viele Ehrenamtliche stundenweise mit. Es wird in allen 3 Märkten ein breites Sortiment angeboten und überwiegend zu Preisen wie bei großen Märkten wie REWE oder famila, da man über attraktive Lieferantenverträge verfügt. Und noch eines haben alle Erfolgsgemeinden gemeinsam: Es ist gelungen, die jeweiligen Bürgerrinnen und Bürger mit einzubeziehen, als Mitglied oder Genosse zu gewinnen und somit eine enge Verbundenheit zum Markt herzustellen. Gerade die Einbindung sowie die Überzeugung der Bevölkerung in Glasau sieht auch Bürgermeister Henning Frahm als entscheidenden Punkt für eine erfolgreiche Umsetzung. „Wenn es uns gelingt, die Glasauer von einem tragfähigen Konzept zu überzeugen, werden wir es auch in unserer Gemeinde schaffen“, so Frahm. Als Standort für einen Dorfladen wurden auch einige Möglichkeiten aufgezeigt, wobei deutlich darauf verwiesen wurde, dass mit den Eigentümern hierzu noch keine Gespräche geführt wurden. Neben dem bisherigen Standort des geschlossenen Ladens, werden Alternativen in der Dorfstraße sowie der Plöner Straße aufgezeigt. Hierbei handelt es sich um ältere und renovierungsbedürftige Gebäude, die entweder saniert und umgebaut werden oder Platz für einen Neubau machen müssten. Als nächste Schritte sind jetzt vorgesehen, ein Kernteam zur weiteren konkreten Erarbeitung eines Konzeptes für einen Dorfladen in Glasau zu bilden. Die Gemeindevertretung wird um ein Votum gebeten, um auch hier die nötige Unterstützung zu haben. Gemeinsam mit der ews group soll dann die konkrete weitere Vorgehensweise besprochen werden, um dann auch eine Förderung des Landes für eine Umsetzung zu erhalten. „Wir sind uns bewusst, dass viel Arbeit vor uns liegt. Das angestrebte Ziel für Glasau ist wieder einen belebten und attraktiven Dorfladen für alle Mitbürger vorzuhalten. Wir sehen es als eine große Chance, dass unsere Gemeinde damit einen entscheidenden Schritt in die Zukunftssicherung gehen wird“, erklärte Bernhard Horstmann.


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