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„Ich bin für den direkten Weg“

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Seit Juni ist Adrianus Boonekamp ehrenamtlicher Bürgermeister von Süsel.

Seit Juni ist Adrianus Boonekamp ehrenamtlicher Bürgermeister von Süsel.

Süsel (aj). Auf den ersten Blick mag es eine Äußerlichkeit sein, aber dass Adrianus Boonekamp (CDU) trotz der hochsommerlichen Hitze im Jackett zum Interview erscheint, ist auch ein Zeichen für den Respekt und die Wertschätzung, die er seinem Amt entgegenbringt. Seit gut 20 Jahren ist er aktiv politisch engagiert, man kennt ihn in der Süseler Gemeindevertretung als einen, der den Finger in die Wunde legt, und in Kauf nimmt, wenn er sich damit nicht nur Freunde macht. Als aus seiner Fraktion der Vorschlag an ihn herangetragen wurde, sich zum ehrenamtlichen Bürgermeister wählen zu lassen, hat er Für und Wider vor seiner Zusage gut abgewogen: „Die Parteifreunde haben gesagt: ‚Das kannst Du!‘, meine Frau steht hinter der Entscheidung und schmeißt zu Hause den Laden und meine Kinder sind stolz“, sagt der Familienvater, der insgesamt sechs Kinder hat, zwei davon aus erster Ehe. Daran, dass er jetzt von manchem Süseler statt mit seinem Namen mit „Herr Bürgermeister“ angesprochen wird, hat er sich noch nicht gewöhnt. Was aber seine Ziele für die Gemeinde angeht, hat er eine klare Vorhabenliste. Nach der markigen Wahlkampfaussage, die Verwaltungsgemeinschaft mit Eutin aufkündigen zu wollen, drängt sich die Frage nach diesem Punkt auf. Ganz Bürgermeister erläutert Boonekamp seine Ansicht dazu nun deutlich differenzierter. Zunächst gelte es, Gespräche zu führen: mit den anderen Süseler Parteien und mit der Stadt Eutin: „Geklärt werden muss, was schiefläuft, woran es liegt und ob und wie das zu ändern ist“, sagt der Süseler Repräsentant. Gleichzeitig stehe die Tür für einen potentiellen neuen Partner offen: „Die CDU-Fraktion hat bereits beim Amt Schönwalde-Mitte vorgefühlt: „Ich denke bei einer solchen Entscheidung sogar an einen Bürgerentscheid“, erklärt Boonekamp bestimmt. Dafür brauche es aber klare Fakten, um vergleichen zu können. Man zahle für die Verwaltungsgemeinschaft und sei in der Vergangenheit häufig unzufrieden gewesen mit dem Tempo und der Art und Weise, wie die Dinge abgearbeitet worden seien: „Wir sind nicht das fünfte Rad am Wagen!“
Weitere Baustellen sind die Sanierung des Feuerwehrneubaus in Röbel und die Entschärfung des Unfallschwerpunktes am Süseler Baum. Für letzteren gelte unverändert der Wunsch nach einem Kreisverkehr: „Eine kleine Variante wie Pönitz würde ausreichen“, ist Boonekamp überzeugt. Mit Blick auf die ablehnende Haltung des Kreises kündigt er an: „Ich werde da ganz akribisch sein und gegebenenfalls nach Kiel fahren, damit sich die Landtagsabgeordneten kümmern.“ Es gehe ihm nicht nur um die tatsächlichen, sondern auch um die vielen „Beinahe-Unfälle“. Den Verkehrsversuch sieht er als gescheitert, unzulängliche Beschilderung und die Umgehung durch die Ortskundigen verhinderten klare Zahlen.
Auch in anderer Hinsicht ist der Süseler Baum ein Dauerthema: Die Ruine des ehemaligen Landgasthofes beschäftigt die Süseler seit 2007, als das Lokal bei einem Feuer stark beschädigt wurde: „Das ist das erste, was man von Süsel sieht, wenn man aus dieser Richtung in den Ort kommt“, ärgert sich Boonekamp. Er will in Gesprächen erreichen, dass die Überreste angeschoben werden und wenigstens das Bauwerk eingeebnet wird.
Für das Röbeler Feuerwehrhaus hofft er auf zügiges Handeln der Versicherung. Nachdem ein unabhängiger Sachverständiger festgestellt hat, dass der Feuchtigkeitsschaden an dem Neubau im Untergrund seine Ursache hat, müsse nun umgehend eine Regendrainage eingebaut werden: „Ich werde nicht hinnehmen, dass die Versicherung noch einen eigenen Gutachter schickt und dass es dann nochmal Monate dauert“, macht der Bürgermeister klar.
Direktheit ist ihm auch in der Kommunikation mit den Süselern wichtig: „Wenn etwas anliegt, kommt erst einmal zu mir, wir beschnacken das“, lautet seine Botschaft in die Gemeinde. Um den Kontakt zu pflegen und das Miteinander der Dorfschaften zu stärken, ist er derzeit, wann immer es zeitlich passt, auf Sommertour durch die 15 Dorfschaften. Und auch zwei ganz persönliche Anliegen hat der 67jährige, der bis 2011 bei der Bundespolizei See in Neustadt im Bereich Ausbildung beschäftigt gewesen ist, für seine Amtsperiode: „Es mögen Nebensächlichkeiten sein, aber ich finde, der Maibaum gehört ins Dorf und der Weihnachtsmarkt gehört an die Kirche“, meint er.



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