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„Ihr seid alle was ganz Besonderes“

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Eutin (ed). Mit riesengroßen, kugelrunden Augen und mucksmäuschenleise saßen die Kinder der katholischen KiTa Spatzennest auf ihre Stühlen und Kissen. Vor ihnen Ruth Bleakley-Thiessen, Autorin und Coach – zu Gast auf Einladung des Förderkreises der Kreisbibliothek las sie den Lütten aus ihren Büchern „Ichnich das kleine Einhorn“ und „Nixland“ vor. In zarten Farben sehr liebevoll illustriert erschienen dazu die Bilder ihrer Bücher auf der Leinwand und begeisterten Klein und Groß. Besonders Ichnich das kleine Einhorn schlossen die Kinder ins Herz – „das war toll“, sagt Greta, „das mochte ich sehr gern.“ Und wie Ichnich geht es fast jedem ja mal. Denn Ichnich wächst mit einer ganzen Herde wundersamer, wunderschöner, magischer, intelligenter Einhörner auf. Jedes von ihnen ist etwas ganz Besonderes, nur Ichnich nicht, denkt das kleine, dicke Einhorn, denn auf jede Frage, die ihm die großen, schönen Einhörner stellen – wer das schönste oder schlaueste Einhorn wäre zum Beispiel – antwortet es „Ichnich“. Deshalb weint es dicke Tränen. Die Kinder fühlen schnell mit Ichnich mit, aber man muss ihn auch einfach gern haben, den kleinen dicken Kerl. So viele Tränen, bis sie zu einer großen Pfütze werden – und erst als Ichnich sieht, dass es auch ein Horn hat, dass es auch ein Einhorn ist wie alle anderen, merkt es, dass es etwas Besonderes ist. Denn auch kleine dicke Einhörner sind echte Einhörner – und das ist es, was Ruth Bleakley-Thiessen, geboren in Belfast und Wahl-Kleinmeinsdorferin, den Kindern zeigen möchte: „Wie Ichnich seid Ihr alle etwas Besonders, weil Ihr so seid, wie Ihr seid“, erklärt sie ihnen. Es gehe um Selbstwertgefühl, macht sie deutlich, dass man nie verkehrt ist, wie man ist, denn jeder habe gute Seiten, und das Äußerliche spiele schonmal gar keine Rolle. Zu Ichnich habe ihr eigenes Pony Benny sie inspiriert, erzählt Ruth Bleakley-Thiessen den Kindern – und dass Benny sich sein Zuhause selber ausgesucht habe. Denn Benny habe eigentlich den Nachbarn gehört, sei aber Tag für Tag ausgebüxt, bis es den Nachbarn zu bunt wurde und sie das kleine Pony der Familien von Ruth Bleakley-Thiessen schenkte. Jetzt lebt es vergnügt mit seinem Kumpel Puh bei den Bleakley-Thiessens und ihren zwei Katzen. „Wollt Ihr noch eine Geschichte?“ fragt die Autorin ihre kleinen Zuhörer – „Jaaaaaaaaaah“ rufen die Lütten laut. Und dann gibts natürlich noch eine Geschichte: „Nixland“ erzählt von einem Land, in dem Gefühle verboten sind – erst die fröhliche Mindy, die ganz unbedarft durch Nixland reist, schließlich wegen verbotener Zurschaustellung von Fröhlichkeit verhaftet und vor die Königin geschleppt wird. Ganz langsam und vorsichtig bringt Mindy der Regentin wieder bei, ihren Gefühlen zu trauen und sie zu zeigen. Die Botschaft von „NIxland“: Ohne Gefühle ist alles nix. Keine Freude, keine Trauer, kein Glück, kein Lachen und kein Weinen. Lange Gesichter und Langeweile. „Es ist so wichtig, dass die Kinder wissen, dass sie Gefühle zeigen können“, erklärt die Autorin, „denn sonst gibt es später ernsthafte Probleme.“ Die Kinder wiederum haben ganz andere Probleme: Sie machen sich nämlich Sorgen, dass der Polizist jetzt die Königin verhaftet. „Die hat doch gar nix gemacht!“ sagt ein kleiner Junge sichtlich empört. Ruth Bleakley-Thiessen kann die Kinder beruhigen: Der Königin passiert nichts, außer dass sie jetzt glücklich in einem zufriedenen Reich regiert. Über die Einladung der Spatzenkinder zur Autorenlesung hat sich Erzieherin Tina Kramp sehr gefreut – „Vorlesen ist super wichtig für die Entwicklung der Kinder, für Sprache, Kreativität, Wortschaft und Phantasie.“ Leider komme das Vorlesen immer ein bisschen zu kurz, bedauert sie, auch im Kindergartenalltag. Daher würde das Spatzennest ehrenamtliche Vorleser herzlich willkommen heißen: „Wir freuen uns über jeden, der unseren Kindern mal eine halbe Stunde vorliest.“ Auch Ute Griep aus dem Vorstand des Förderkreises der Kreisbibliothek unterstreicht die Wichtigkeit des Vorlesens, das Lust aufs Selberlesen macht – „daher organisieren wir gerne Autorenlesungen für Kindergärten“, sagt sie, „und auch weil wir sehen, wieviel Spaß es den Kindern macht.“



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