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Lebensretter mit Energie für Zwei

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Seit 1983 ist Sven Schönke bei der DLRG.

Seit 1983 ist Sven Schönke bei der DLRG.

Eutin (aj). Diese Geschichte beginnt mit einem Schreckmoment: Der kleine Sven war etwa sieben Jahre alt, als beim Spielen an der Stadtbucht seine Schwester ins Wasser fiel: „Das war ungefähr dort, wo jetzt die ‚Schauende‘ sitzt“, erinnert er sich. Schlimmeres passierte damals nicht – Sven holte die Mutter aus dem Juweliergeschäft Am Rosengarten zur Hilfe und alles ging gut aus. Eine Konsequenz hatte das Ganze aber doch: „Die Mama entschied damals: ‚Ihr müsst schwimmen lernen!‘“, erzählt Schönke.
 
Das war 1983 und genauso lang ist er Mitglied der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft. Von Anfang an war er hier in seinem Element und das meint nicht nur seine Begeisterung für den Wassersport, sondern auch die Bereitschaft, sich voller Energie für eine gemeinsame Sache einzusetzen. Ein Engagement, für das ihm am 3. Juli in einer Feierstunde im Kloster Cismar die Ehrennadel des Kreises Ostholstein verliehen wurde. Die Ehrung freut ihn, auch wenn er sie nicht für sich allein in Anspruch nehmen will: „Man bekommt so eine Anerkennung ja stellvertretend für viele andere. Schön ist, dass dadurch der Verein in den Fokus rückt“, sagt er.
 
Der Blick für das große Ganze ist charakteristisch für den Eutiner, daran aber, dass mit ihm ein Ausnahme-Ehrenamtler für seine Verdienste gewürdigt wird, gibt es nichts zu deuten. Wenn er heute mit gerade Anfang vierzig zurückblickt, hat er für die DLRG bereits ein Lebenswerk abgeleistet. Nach der eigenen Schwimmausbildung stand er bald als Helfer für die Anfängergruppe im kleinen Becken und in den Sommerwochen fand man den Teenager Sven Schönke verlässlich an der Ostsee, wo er als Strandwache Verantwortung übernahm.
 
Dass er sich bald auch in die Vereinsführung einbrachte, liegt zu einem guten Teil am elterlichen Vorbild: „Ehrenamtliches Engagement kenne ich von zu Hause“, erklärt der technische Leiter der DLRG Eutin. Das Amt hat er seit 1994 inne und in den fast 25 Jahren hat er viel bewegt. Das beginnt bei der Ausstattung, die während seiner Tätigkeit von einem auf mittlerweile drei Boote, einen VW-Bus und einen Ford Galaxy angewachsen ist und gewartet und gepflegt sein will: „Unser erster Trailer ist immer noch im Einsatz“, betont Schönke. Immer hat er die Wirtschaftlichkeit im Blick, achtet darauf, „dass aus dem kleinen Budget Rücklagen gebildet und Anschaffungen gewuppt werden können“. Eine Einstellung, die er auch dem Nachwuchs vermittelt, für dessen Ausbildung und Einsatz er zuständig ist. Jeden Montag steht er am Beckenrand, dazu kommen die Netzwerkarbeit mit Institutionen und Einsätze.
 
Schönke ist dafür mit dem DLRG-Verdienstzeichen in Gold ausgezeichnet worden, Träger der Lebensrettungsmedaille sowie der Fluthelfermedaille des Landes Sachsen-Anhalt und des Bundes. Die Frage, was ihn motiviert, kann der Familienvater schnell beantworten: „Die DLRG ist ein toller Verein, der mich auf allen Lebensabschnitten begleitet. Ein Ehrenamt auszuüben, Sicherheit zu produzieren und sich selbst auch sportlich betätigen zu können, ist für mich die perfekte Verbindung“, sagt er. In der Region sind die Rettungsschwimmer als Begleiter vieler Veranstaltungen bekannt - seit der Landesgartenschau bieten sie zudem die Möglichkeit an, Standup-Paddeln auszuprobieren.
 
Zehn Boards mit DLRG-Branding nennt der Ortsverein dank der Unterstützung der Sparkasse sein eigen: „Es ist toll, dass wir die haben“, so Schönke. Neben vielen „kleineren“ Projekten und dem Vereinsalltag hat er ein großes Ziel fest im Blick: Wenn das THW ein neues Domizil bekommen hat, würde er gern dessen jetzigen Standort im Gewerbegebiet für die DLRG sichern: „Dort hätten wir Lehrräume, Büros und Lagerfläche zur Verfügung“, erläutert der Ehrenamtler. Eines ist sicher: Er wird sich dafür mit ganzer Kraft einsetzen. Wir gratulieren zur Auszeichnung und wünschen viel Glück!



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