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Leid, Krankheit und Sterben aus der Sicht von Kindern

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Viele Wünsche wurden, an bunten Luftballons befestigt, zum Abschluss des Schulprojektes auf die Reise geschickt – werden sie auch in Erfüllung gehen?

Viele Wünsche wurden, an bunten Luftballons befestigt, zum Abschluss des Schulprojektes auf die Reise geschickt – werden sie auch in Erfüllung gehen?

Trent (tg) Krankheit, Leiden, Sterben, Tod und Trauer sind Themen, die von Erwachsenen oft ganz bewusst von ihren Kindern fern gehalten werden. Sich damit aktiv zu beschäftigen, fällt selbst Erwachsenen vielfach schwer. Eltern haben deshalb oft das Bedürfnis, ihre Kinder zu schonen. Damit wird ihnen aber die Möglichkeit genommen, sich aktiv mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund hat der Hospizverein Preetz e. V., zusammen mit den Schülern der Klasse 4b der Grundschule Trent, ein gemeinsames Projekt zum Thema „Hospiz & Schule“ durchgeführt. Renate Kalin, Doris Becker, Hannelore Liebig und Jutta Ludwig vom Hospizverein haben den Schülern im Religionsunterricht diese oftmals schwierigen Themen auf sehr einfühlsame und kindgerechte Weise näher gebracht. „Diese Themen sind Teil des Lehrplanes, aber ich finde es einfach toll, dass es so eine Projektgruppe gibt, die uns im Unterricht auf diese Weise unterstützt.“, freut sich Renate Ernst, Klassen- und Religionslehrerin der 4b in Trent. In insgesamt zehn Doppelstunden konnten den Kindern viele Ängste genommen und vor allem Fragen geklärt werden. „Die Klassengemeinschaft hat sich durch diesen sehr anschaulichen und einfühlsamen Projektunterricht positiv weiterentwickelt, - eine neue Offenheit ist entstanden.“, so Renate Ernst. Im Projekt „Hospiz & Schule“ vermittelten die vier ehrenamtlichen Helferinnen den Kindern, dass das Leben und das Sterben untrennbar miteinander verbunden sind. Die einzelnen Themenschwerpunkte wurden den Schülern sach- und altersangemessen vermittelt, z. B. mit Geschichten, Bilderbüchern oder Filmausschnitten. Die Arbeit erfolgte überwiegend in Kleingruppen. Es wurden auch Collagen angefertigt oder pantomimisch eigene Gefühle bei einer Krankheit dargestellt. „Wir spielen auch Spiele, lesen Geschichten vor oder Malen zusammen.“, erklärt Jutta Ludwig vom Hospizverein. „Die Kinder sollen nicht mit Stoff überschüttet werden, sondern sich vor allem öffnen und miteinander reden.“ Wichtiger Bestandteil des Projektunterrichtes war das Eingangsritual: ein Sitzkreis bei dem sich alle begrüßten und ein gemeinsam geknüpftes Band herumgingen ließen. „Wir fangen in unserem Projekt immer langsam an. Zuerst thematisieren wir das Werden und Vergehen im Tierreich, steigern uns dann langsam über das Thema Krankheit und kommen weiter zum Tod und der sich anschließenden Trauer.“, erklärt Doris Becker den Projektablauf. Auch für Yannik (11 Jahre), Isabel (9), Lilly (10) und Tristan (10) haben die Themen Sterben, Leid und Tod, durch die intensive Beschäftigung im Unterricht, viel von ihrem anfänglichen Schrecken verloren. Gemeinsam mit ihren Mitschülern ließen sie zum offiziellen Abschluss des Schulprojektes viele bunte Luftballons mit ihren persönlichen Wünschen in den Himmel steigen. „Mein Uropa ist gestorben und jetzt geht es mir einfach besser, weil ich viel darüber reden konnte.“, erzählt Yannik. Er wünscht sich vor allem ein gesundes und langes Leben. „Es hat Spaß gemacht, auch weil wir viel gespielt haben und reden konnten.“, ergänzt Lilly. Sie hat Frieden für die ganze Welt auf ihre Wunschkarte geschrieben. Auch Tristan hat viel über das Leben und den Tod gelernt. Er wünscht sich, dass es seinen Tieren zuhause gut geht. Seine Mitschülerin Isabel wünscht sich einfach, „dass alle das machen können, was sie wollen.“ Ein emotionaler Abschluss für ein einzigartiges und tief bewegendes Projekt an der Grundschule in Trent.



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