Reporter Eutin

„Martina kocht alles lecker“

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Groß Meinsdorf (ed). Es ist Mittagszeit in der ASB KiTa Kunterbunt in Groß Meinsdorf – heute gibts Königsberger Klopse mit Roter Beete und Kartoffeln. „Lecker“, strahlt Ina. Zusammen mit den anderen „Großen“ sitzt sie schon an den Tischen und freut sich auf das, was die Kunterbunt-Köchin Martina Schröder gekocht hat. Der Speiseplan hängt am Schwarzen Brett, dann können die Lütten sich drauf freuen, was es gibt – und die Eltern sehen, dass ihre Kinder ausgewogenes, frisches und vor allem leckeres Mittagessen bekommen. Das einzige, aber ziemlich große Problem ist die Küche, die in die Jahre gekommen ist und gesetzlichen Anforderungen wohl nicht mehr lang standhält. Das könnte dem täglich frischen Mittagessen ein Ende setzen. Dass seiner Tochter Ina Martinas Kürbissuppe besser schmeckt als seine, das nimmt Elternvertreter Matthias Kniejski leicht, denn er weiß: „Martina kocht alles lecker“, das erklärt Ina mit Nachdruck und verspeist mit Genuss ihre Rote Beete und die Kartoffeln. Auf Klopse hat sie heute keine Lust, aber „Rote Beete sind mein Lieblingsgemüse.“ Martina Schröders Küche ist so abwechslungsreich wie lecker und gesund – Montag ist Suppentag: Blumenkohl- oder Brokkolicreme, Kürbissuppe, „die Kinder lieben Suppe“, schmunzelt die Köchin, die von den Lütten Tag für Tag strahlend begrüßt wird. „Dann frage ich sie, was ihnen besonders gut schmeckt, und worauf sie mal wieder Lust haben.“ Und dann kommen nicht etwa Pommes und Chicken Nuggets: „Nudeln gehen immer, mal mit Tomaten-, mal mit Schafskäsesoße“, lacht Martina Schröder. „Oder mit Würstchengulasch“, schwärmt der sechsjährige Ben, „das ist sehr lecker. Aber Brokkolisuppe auch.“ Dienstags und donnerstags gibts Fleisch, mittwochs Fisch und freitags vegetarisch. Das Essen hat immer mehrere Komponenten, damit die Kinder eine Auswahl haben und alles mal probieren können, ohne je hungrig vom Tisch aufzustehen, denn irgendwas schmeckt immer. Das ist auch kein Wunder, denn Martina Schröder kocht alles frisch, aus der Tüte kommt ihr nichts auf den Tisch. Wann immer möglich stammt das Gemüse von Obst- und Gemüsebauern aus der Region – „es ist vorwiegend Bio-Obst und -Gemüse. Das Fleisch ist ebenfalls aus der Region, das bekommen wir wie auch den Aufschnitt von der Landschlachterei Draheim“, so Martina Schröder, „da wissen wir, woher es kommt, und dass die Qualität prima ist.“ Und die Zubereitung könnte nicht besser sein: Hier ist nichts verkocht, alles schmeckt nach dem, was es ist – „und so erleben die Kinder, wie jedes einzelne Gemüse schmeckt und auch, was ihnen schmeckt“, so Regina Schröder. „Sie haben die Möglichkeit auszuwählen, was sie essen und wieviel davon. Und so sind die Teller immer leer.“ Die erste Portion geben die Erzieherinnen auf, aber genau so, wie die Kinder es sich wünschen: Wer keine Klopse mag, bekommt auch keine. Und alles weitere nehmen die Kinder sich selbst, natürlich unter den wachsamen Augen der Erzieherinnen. Nachtisch gibt es natürlich jeden Tag, „sonst würden die Kinder einen Aufstand proben“, schmunzelt Regina Schröder, „dreimal frisches Obst, einmal Eis, einmal Wackelpudding oder Pudding.“ Viele der Eltern sind voll berufstätig, gekocht wird zwar auch zuhause, aber doch eher am Wochenende, wenn Zeit ist, alles gemeinsam gemütlich zu verspeisen. Umso glücklicher sind die Eltern, dass ihre Kinder auch an den Wochentagen gemeinsam Martinas leckere Gerichte speisen können: „Für uns Eltern ist es eine Riesenerleichterung zu wissen, dass unsere Kinder hier täglich frisch gekochtes, gutes Essen bekommen“, so Till Streckenbach, „und in Ruhe zusammen essen können, sich darauf verlassen zu können, ist Gold wert.“ Das könnte aber über eher kurz als lang ein Ende haben, denn das Problem ist, dass die Küche mit den Anforderungen eher provisorisch gewachsen ist. Vor 20 Jahren wurden hier ab und an Plätzchen gebacken, dann einfache Speisen zubereitet, am großen Tisch mal Cornflakes gegessen. Seit zehn Jahren gibt es mit den erweiterten Öffnungszeiten auch täglich frisch gekochtes Essen für die Kinder – derzeit sind es 42, die Martina Schröders leckere Gerichte verspeisen. Die Köchin hat die eher provisorische Küche mit dem normalen Familien-Herd um zwei weitere Kochplatten und einen Thermomix erweitert, damit sie alle Gerichte in ausreichend großen Portionen zubereiten kann. Die Wege von Topf zu Topf sind weit, die Küche ist schlich unpraktisch – und zudem mehr als in die Jahre gekommen. Einzelne Teile haben fast 20 Jahre auf dem Buckel und halten nicht mehr lange durch. „Die Küche hält gesetzlichen Anforderungen bald nicht mehr stand“, seufzt Regina Schröder, eine neue Küche ist teuer und nicht mal eben im normalen Kindergarten-Budget enthalten. „Die Alternative wäre, wenn die Küche nicht mehr benutzbar ist, geliefertes Essen. Das ist aber schlicht nicht so lecker wie Martinas selbstgekochtes, dazu für Kinder meist zu stark gewürzt.“ Und es bietet nur ein fertiges Tellergericht, fertig und kompromisslos angerichtet, ohne dass die Kinder auswählen könnten, was sie essen wollen und was lieber nicht. „Dazu kommt, dass wir ein KneippKindergarten sind und eine der Säulen der Lehre Sebastian Kneipps ist die bewusste und gesunde Ernährung“, so Regina Schröder, „ein vielseitiges Essensangebot aus saisonalen und regionales Lebensmitteln, wie Martina Schröder es für unsere Kinder zubereitet.“ Ein Essensangebot, dass die Kinder sichtlich genießen, strahlende Gesichter an jedem Tisch – gutes Essen macht eben wirklich glücklich. In der KiTa Kunterbunt sogar die Kinder und ihre Eltern.



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