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„Nie wieder Krieg!”

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Bis zum 2. Dezember wird in der Gedenkstätte eine mit viel aussagekräftigem Anschauungsmaterial und wenig ermüdendem Text gestaltete Ausstellung über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus gezeigt; Titel: „Was konnten sie tun?“.

Bis zum 2. Dezember wird in der Gedenkstätte eine mit viel aussagekräftigem Anschauungsmaterial und wenig ermüdendem Text gestaltete Ausstellung über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus gezeigt; Titel: „Was konnten sie tun?“.

Ahrensbök (wh). Der Historiker Prof. Dr. Jörg Wollenberg hielt in der Gedenkstätte Ahrensbök einen wissenschaftlich fundierten wie auch unterhaltsamen Vortrag über Visionen einer europäischen Friedensordnung seit dem 17. Jahrhundert. Am 23. Mai dieses Jahres jährte sich der Prager Fenstersturz zum 400. Mal. Er war der Beginn des Dreißigjährigen Krieges, der von 1618-1648 Europa verwüstete und in einem Machtkampf der europäischen Staaten kulminierte. „Ein Krieg, der als Konfessionskrieg begann und mit einer Friedensordnung auf der Grundlage des modernen Völkerrechts endete“ sagte Wollenberg und zog eine Linie von diesem Krieg zum „zweiten Dreißigjährigen Krieg 1914-1945“, (so definiert, weil nach 1918 kein dauernder, gerechter Frieden zustande gekommen sei).
„Wenn wir den Dreißigjährigen Krieg als eine Analyse für die Gegenwart nehmen, dann auch, weil er in einer Werkstatt des Friedens endete und damit einen Religionskonflikt in Europa liquidierte, der an Grausamkeit kaum zu überbieten war“, so Wollenberg. Letztendlich sei die Gleichberechtigung der Konfessionen herbeigeführt, seien die Institutionen des Reichstags gestärkt und für künftige Streitigkeiten Rechtswege eröffnet worden. All das sei von den Großmächten garantiert worden. „Könnte so ähnlich in ferner Zukunft ein Frieden etwa auch im Nahen Osten aussehen?“ fragte Prof. Wollenberg rhetorisch und fügte skeptisch hinzu: „Nur, Geschichte wiederholt sich nicht, und die Menschen pflegen selten das aus ihr zu lernen, was sie lernen könnten.“
Begleitet von beschwörendem „Nie wieder Krieg!“, gibt es seit dem 17. Jahrhundert Friedenshoffnungen, als in Frankreich König Heinrich IV oder Kardinal Richelieu ihre Aufgabe in der Schaffung eines europäischen Sicherheitssystems sahen. Als Illustration dieser Vorgänge zog Professor Wollenberg ein Meisterwerk der deutschen Exil-Literatur, Heinrich Manns „Henri Quatre“ heran. (Das Buch wurde 1938 veröffentlicht, als die Front der Hitlergegner in Paris und die Volksfrontregierungen in Frankreich und Spanien zusammenbrachen. Zeitgleich weigerten sich die europäischen Staaten, die von Verfolgung und Mord bedrohten jüdischen Flüchtlinge aufzunehmen. Damit war der Weg frei für die Entfesselung des Zweiten Weltkriegs durch Hitler-Deutschland.) Heinrich Manns Buch, so Wollenberg, zeuge von den Visionen jener Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Aber auch nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges sei wieder verstärkt über Friedensziele für Europa diskutiert worden; wie z.B. vom jungen Willy Brandt, der in der norwegischen Presse den „Traum von Europas Vereinigten Staaten“ beschwor.
Dem gut besuchten Vortrag in der Gedenkstätte schloss sich eine lebhafte Diskussion an. – Die Gedenkstätte ist sonntags von 14.00 bis 18.00 Uhr, dienstags und donnerstags von 9.00 bis 12 Uhr geöffnet, bzw. nach Anmeldung auch an anderen Tagen. Das Gebäude liegt direkt an der Bundesstraße 432, Flachsröste 16 im Ahrensböker Ortsteil Holstendorf. Telefon 04525 – 493 060, E- mail: gedenkstaetteahrensboek@t-online.de. Eintritt und Führungen sowie Teilnahme an Veranstaltungen sind kostenfrei. Spenden sind willkommen. Ebenso willkommen seien freiwillige Mitarbeiter, sagt Monika M. Metzner-Zinssmeister, die Leiterin der Gedenkstätte.



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