Reporter Eutin

Schloss startet in den Frühling

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Eutin (ed). Seit zwanzigeinhalb Jahren leitet Dr. Michael Paarmann die Schleswig-Holsteinische Denkmalbehörde – und ebenso lange begleitet er in seiner Funktion als Landeskonservator auch das Eutiner Schloss. In der vergangenen Woche hat er dem Eutiner Schloss seinen Abschiedsbesuch als Landeskonservator abgestattet, denn zum 1. April geht er in Pension – im Gepäck hatte er als Abschiedsgeschenk die Denkmalplakette, die das Schloss ganz offiziell als das ausweist, was es schon lange ist. Ein besonders schönes, schützenswertes Stück unserer Geschichte, das auch dank des Wissens und der Begleitung von Dr. Michael Paarmann aus dem besten Weg in die Zukunft ist.

Persönlich begleitet den passionierten Denkmalschützer unser Schloss schon viel länger – als junger Mann hat er zwei Jahre seines Wehrdienstes in der Eutiner Rettbergkaserne absolviert und erinnert sich gut, als er seinen Zug zum Gottesdienst in die Schlosskirche führte. Dabei sei ihm einer seiner Soldaten abhanden gekommen, den er anschließend in einer Eutiner Kneipe wieder eingesammelt habe, erzählt er schmunzelnd. Als Student, um den herrlichen Acanthusrahmen des Altarbildes zu studieren, und später als Volontär kam er zurück ins Schloss – und 1998 dann als Leiter der Landesdenkmalbehörde. Als solcher hat er das Schloss bei jeder Modernisierung und Veränderung der vergangenen beiden Jahrzehnte begleitet und immer die richtige Lösung für so manches knifflige Problem gefunden. „Wie für unseren Aufzug“, lacht Brigitta Herrmann, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Schloss Eutin, „den wir unauffällig im Gartenkabinett an die Seite setzen wollten.“ Paarmann habe geraten, das moderne Möbel lieber zu inszenieren als es verschämt zu verschweigen. Als Denkmalschützer sei man kein Freund historisierender Anbiederung, erklärt der Landeskonservator – denn wenn achte man auf die besondere Qualität von Entwurf und Material des Neuen, das man integrieren wolle oder müsse, „dann kann das ein sehr spannender Dialog sein.“ Auch für die Rampen im barrierefreien Obergeschoss gab Paarmann den richtigen Tipp – „er hat uns immer Anregungen gegeben“, so Brigitta Herrmann, „er ist ein sehr feinsinniger Mensch und hat einen Wahnsinnsschatz an Erfahrung und Wissen. Ich habe bei jeder Begegnung unheimlich viel gelernt.“ Und egal, welche Herausforderung sich stellte – von denen es aufgrund der Geschichtlichkeit des Schlosses so einige gegeben habe – sei die Zusammenarbeit immer harmonisch gewesen. „Einfach weil der Konsens immer das Ziel war: Das Beste fürs Schloss.“
Sein Zuhörer gewinnt den Eindruck, das Eutiner Schloss liege ihm besonders am Herzen, so begeistert und mit Herz, wie er zum Beispiel vom Europazimmer spricht – das eines seiner Lieblingszimmer sei, wie er sagt, einfach weil es mit seiner Üppigkeit die barocke Pracht so schön darstelle. So zeige das Deckengemälde „ernstzunehmende Mythologie, aber mit so viel Heiterkeit und Schmusigkeit.“

Zum 1. April geht Paarmann in Pension – „mit einem weinenden und einem lachenden Auge, wie man so sagt“, schmunzelt er. Auch nach so langer Zeit sei er davon überzeugt, er habe eines der schönsten Ämter bekleidet, das das Land zu vergeben hat, und das habe er immer mit Leidenschaft und Lust ausgefüllt. „Sie haben uns immer zur Seite gestanden“, verabschiedet Brigitta Herrmann ihren Landeskonservator sehr ungern, „immer engagiert und mit Herz fürs Schloss. Dafür gilt Ihnen unser großer Dank.“ Als letzte Amtshandlung wird ein Platz für die Denkmalplakette gefunden: Direkt neben der kleinen Hausnummer 5 an der Schlosspforte. Ob sie dann ordnungsgemäß an Ort und Stelle hängt, wird Dr. Paarmann am 21. Juni feststellen, denn spätestens, wenn die letzte Etappe der Neupräsentation mit einem großen Mittsommernachtsfest eröffnet wird, wird auch Dr. Michael Paarmann wieder zu Gast sein, hat er doch auch diesen Schritt fachkundig begleitet. Aber ohnehin sei er immer „mit Herz, Ohr und Auge beim Eutiner Schloss“.
Am kommenden Samstag beendet das Schloss pünktlich zum Frühlingsbeginn die Winterpause und öffnet für die Vorsaison wieder seine Pforten – stilecht mit einem blumigen Auftakt, denn das Schloss hat sich n diesem Wochenende Gäste eingeladen. Aus Eutin werden Marie Lang und Sophia Schrödter vom Verlag Zwiebelblüher vor Ort sein und ihre zarten Blumenpostkarten und vielerlei Saatgut anbieten. Aus der Gärtnerei in Groß Vollstedt ist Gärtnermeisterin Karen Heß angereist und verkauft Frühblüher. Mit einem fröhlichen Frühlingsangebot begrüßt auch der Shop im Schloss die ersten Besucher im neuen Jahr. Shopleiterin Petra Döhring hat eine Sammlung aus frischen Wohnaccessoires, Gartenbüchern und mediterranen Köstlichkeiten aus einer Manufaktur auf Kreta, zusammengestellt. „Mit unseren südländischen Produkten schlagen wir eine Brücke nach Griechenland“, sagt Petra Döhring. Genusstechnisch können sich die Besucher hier schon einmal auf das große Fest im Juni einstimmen, denn die Neupräsentation hat unter anderem Königin Amalie von Griechenland und die Verbindung zu den skandinavischen Herrscherhäusern zum Thema.
Das Schloss hat in der Vorsaison dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Täglich zu den Öffnungszeiten findet um 13 Uhr Ein Rundgang durch die Beletage statt.



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