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Sozialkaufhaus der BQOH freut sich über Spenden

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Eutin. “Unser Lager ist ziemlich leer zur Zeit”, sagt Lennart Gast, der am 1. Februar Jürgen Redepennings Nachfolge als Leiter des Sozialkaufhauses der BQOH in der Ohmstraße antritt. “ Ein paar Schränke, Betten, Kommoden, Sofas sind wohl da, auch etwas Geschirr und einige Lampen, aber bei weitem nicht so viel wie sonst, wenn das Sozialkaufhaus vollsteht mit kleinen und großen Möbeln, allen möglichen Einrichtungsgegenständen und all dem, was eine Wohnung gemütlich macht.
 
All das gibt es hier zu verblüffend günstigen Preisen, alles ist prima erhalten und frisch repariert, aufbereitet, gereinigt, lackiert, quasi wie neu. Denn das Sozialkaufhaus der BQOH sei in mehrfacher Hinsicht ein wichtiges Standbein der BQOH, erklärt Lennart Gast. Die BQOH (Beschäftigung und Qualifizierung Ostholstein gGmbH) ist eine 100prozentige Tochter des Kinderschutzbundes des Kreises Ostholstein – und das Sozialkaufhaus in mehrfacher Hinsicht ein wichtiges Standbein der BQOH.
 
Einerseits dient es den Menschen, die finanziell nicht gut gestellt sind, sich preisgünstig mit guten gebrauchten Möbeln vom Stuhl bis zur kompletten Schlaf- oder Wohnzimmereinrichtung einzudecken. “Nur Matratzen haben wir nicht”, sagt Lennart Gast, denn die dürfen nicht gebraucht verkauft werden – “aber sonst haben wir eigentlich alles, was man für die Wohnungseinrichtung braucht.” Bett- und Tischwäsche gibt es ebenso wie Leuchten, Geschirr, Kommoden, Sessel: Alles, was sich hier findet, wurde gespendet und anschließend in den Werkstätten und der Reinigung der BQOH aufbereitet und für den Verkauf schick gemacht.
 
Denn hinter der großen Möbelhalle befinden sich eine Tischlerei, eine Lackiererei und die hauseigene Reinigung – und das ist der andere Zweck des Sozialkaufhauses. Hier können sich Langzeitarbeitslose und Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen Probleme haben, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen, in verschiedensten Maßnahmen qualifizieren. “Hier geht es vor allem um soziale Teilhabe”, sagt Lennart Gast, “darum, sich wieder längerfristig im Berufsleben zu integrieren.” Die Maßnahmen werden finanziert durch das Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“. So können die Teilnehmer der Maßnahmen, die vom Jobcenter an die BQOH vermittelt werden, sich nicht nur wieder ans Arbeitsleben gewöhnen sondern auch ausprobieren, wo ihre Stärken sind, was sie gern tun würden.
 
Und hinter den Türen des Sozialkaufhauses verbergen sich ungeahnte Möglichkeiten, tätig zu werden. Die Teilnehmer können ganz praktisch feststellen, ob ihnen der Verkauf mehr liegt oder doch lieber das Handwerk, ob sie lieber tischlern oder lieber malen und lackieren, all das wird ihnen von den Werkstattleitern nahegebracht. In zwar entspannter und familiärer Atmosphäre zwar, aber in realistischem Arbeitsalltag, mit festen Strukturen und klaren Regeln und Aufgaben, den Möglichkeiten und Fähigkeiten eines jeden entsprechend.
 
“Menschlichkeit und ein angenehmes Arbeitsklima sind wichtig für die Teilnehmer”, sagt Jürgen Redepenning, der das Sozialkaufhaus vor mehr als zehn Jahren mit aufgebaut und bis jetzt auch geleitet hat, “die Atmosphäre muss immer menschlich sein, damit die Leute sich wohlfühlen und gern zur Arbeit kommen.” Auch für die vom Amtsgericht verhängten Sozialstunden für die kleineren Vergehen sei das Sozialkaufhaus sehr beliebt, eben wegen seines angenehmen Arbeitsklimas, schmunzelt Lennart Gast. “Arbeit gibt es bei uns immer genug.” Sofern ausreichend Möbel und andere Einrichtungsgegenstände gespendet werden, denn um seine Zwecke zu erfüllen – es einerseits Menschen mit denkbar schmalem Geldbeutel zu ermöglichen, sich kostengünstig einrichten zu können, und andererseits die Qualifizierungsmaßnahmen aufrecht zu erhalten – braucht das Sozialkaufhaus das ganze Jahr über Möbelspenden.
 
Möbel, die aufbereitet und dann verkauft werden – “und auch wenn das Lager das ganze Jahr aussieht, als wäre es voll”, erzählt Lennart Gast, “das meiste steht kaum da, wird verkauft und sofort ersetzt durch ein neues Möbelstück. Unser Lagerbestand ist quasi ein durchlaufender Posten.” Kein Wunder bei der Qualität und den Preisen – denn eine Gewinnerzielungsabsicht steht nicht hinter dem Sozialkaufhaus, vielmehr soll es lediglich dank der Förderung durch das Jobcenter kostendeckend arbeiten, um die günstigen Preise für die Möbelstücke gewährleisten zu können.
 
Und da Anfang Januar die Nachfrage nach Möbeln immer sehr groß ist, braucht das Sozialkaufhaus derzeit dringend Möbelspenden ebenso wie andere Einrichtungsgegenstände, Bett- und Tischwäsche, Kleidung für Männer, Frauen und Kinder. Wer also die Wintermonate nutzt und aufräumt oder gar seine vier Wände neu einrichtet, denkt bei seinen gebrauchten Möbeln gern an das Sozialkaufhaus, anstatt sie zum Sperrmüll zu geben – vorausgesetzt es sind gut erhaltene und verwertbare Sessel, Sofas, Stühle, Tische, Schränke und ganze Wohn- oder Schlafzimmer, auch gern Kaffeemaschinen, Spiegel, Lampen. Alles wird natürlich sehr gern abgeholt, nachdem es auf Mängel und Verwertbarkeit geprüft wurde. Informationen werden gern unter 04521-775330 erteilt. (ed)



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