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Starkes Engagement für den Frieden

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Die Organisatoren Sylvia Zanella-Foritto de Belmar, Wolfgang Schiller, Andreas Schulze Sellschopp und Lutz Tamchina (v.li.) hoffen auf eine rege Diskusssion.

Die Organisatoren Sylvia Zanella-Foritto de Belmar, Wolfgang Schiller, Andreas Schulze Sellschopp und Lutz Tamchina (v.li.) hoffen auf eine rege Diskusssion.

Eutin (aj). Kritischen Sichtweisen ein Forum bieten und den Fokus auf Aspekte lenken, die ihnen in der öffentlichen Diskussion um Bundeswehreinsätze und Rüstungsetat zu kurz kommen – mit dieser Intention laden die Aktiven des Eutiner Friedenskreises seit Jahren zu Vorträgen und Austausch in die Kreisbibliothek ein. Die Resonanz ist gut, die Veranstaltungen ziehen viele Zuhörer an: „Es geht uns darum, die Gründe für die Kriegskultur rational darzulegen. Die klugen Köpfe dafür gibt es“, erklärt Lutz Tamchina. Das Interesse der Bevölkerung wird dem Pastor im Ruhestand immer wieder signalisiert: „Allein am Neujahrstag ist mir zweimal gesagt worden: ‚Gut, dass es euch gibt. Macht weiter!‘“, erzählt er. Angesichts einer von der US-Regierung geforderten Erhöhung des Verteidigungshaushaltes auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes bis 2024 und der sich verschärfenden Tonlage im internationalen Diskurs wollen die Eutiner Friedensaktivisten auch mehr junge Leute dazu motivieren, sich projektbezogen für Frieden und Abrüstung einzusetzen: „Wir müssen die Menschen vom Sofa kriegen“, so der Tenor. Gründe gebe es viele: US-Präsident Donald Trump habe ausdrücklich erklärt, Amerika müsse wieder Kriege gewinnen, die Nato habe in den letzten zwei Jahrzehnten ca. 15 Billionen US-Dollar für militärische Zwecke ausgegeben und die Rüstungsausgaben seien weltweit um 1,9 Prozent gestiegen. „Diese Waffen sollen auch eingesetzt werden. Und die Erfahrung zeigt: Waffen wandern unkontrolliert“, mahnt Wolfgang Schiller vom Friedenskreis. Aus seiner Sicht muss schnell gehandelt werden: „Die Zeit drängt. Es muss schließlich eine ganze Welt geändert werden.“ Eine Welt, die sich die Frage gefallen lassen muss, ob sie sich an „Interventionismus als permanentes Mittel der Außenpolitik“, wie es Professor em. Dr. August Pradetto formuliert, bereits gewöhnt hat. Pradetto war von 1992 bis zu seiner Emeritierung 2014 Professor für Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen im Institut für Internationale Politik an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg. Zu seiner Vita zählen außerdem unter anderem Gastprofessuren an den Universitäten von Hong Kong, Almaty, Friedrichshafen und Peking. Seine Forschungsschwerpunkte sind die deutsche Außenpolitik, europäische Außen- und Sicherheitspolitik, internationale Konflikte und militärischer Interventionismus. Über eine seiner zahlreichen Publikationen – „einen sehr kritischen und differenzierten Artikel über die Nato“ - ist man im Eutiner Friedenskreis auf ihn aufmerksam geworden. In seinem Vortrag am Freitagabend in der Kreisbibliothek (Beginn um 19 Uhr) wird er der Frage nachgehen, wie sich die Nato angesichts zunehmender Unsicherheit in der Außenpolitik wichtiger Nato-Mitglieder wie Türkei und USA entwickelt. In einem Beitrag für die „Blätter für deutsche und internationale Politik 4/17“ konstatiert der Politikwissenschaftler: „Noch nie seit dem Ende des Kalten Krieges gab es so viele bewaffnete Konflikte und so viel externe Einmischung“. Im Anschluss hoffen die Veranstalter auf eine lebhafte Debatte, denn: „Das Thema brennt auf den Nägeln“, sagt Lutz Tamchina.



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