Reporter Eutin

Verwechslungen und Valium – und alles auf Krankenschein!

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Ahrensbök (ed). Dr. David Mortimore (Jörg Schössow) ist nervös. Heute ist sein großer Tag, an dem er vor Neurologen aus aller Welt einen Vortrag halten soll – und ausgerechnet heute hat sich alles gegen ihn verschworen. Seine Ehefrau Rosemary (Berit Rehberg) nervt ihn, weil sie shoppen gehen will, seine Chefin Lady Drake (Nikola Wulff) setzt ihn wegen des Vortrags unter Druck und winkt mit einer Beförderung, sollte er seine Sache gut machen. Seine beiden leicht unterbelichteten Kollegen Dr. Bonney und Dr. Connolly (Bent Hirschelmann und Frank Feddern in seiner ersten Bühnenrolle) haben nur noch die Aufführung für die Weihnachtsfeier im Kopf – und dann erscheint auch noch Jane Tate (Malin Dressel), mit der er vor 18 Jahren und neun Monaten eine Affäre hatte und die ihm jetzt die Folgen (Dennis Schildknecht) präsentiert. “Und alles auf Krankenschein!” heißt die Komödie, mit der die Ahrensböker Theatergruppe in diesem Jahr den Saal des Bürgerhauses füllen wird – unter der Regie von Cordula Ziske agieren gleich zehn Schauspieler in diesem wunderbar britischen Schauspiel, das mit viel Tempo, irren Verwechslungen, Missverständnissen und tollen Charakteren großen Spaß macht.
Es sieht also nicht gut aus für Dr. David Mortimore – vor allem, weil auch die Oberschwester (Birgit Rosburg) und seine beiden Kollegen nicht besonders hilfreich sind, ganz zu schweigen davon, dass sein neuer Sohn sich gleich mehrerer Vergehen im Straßenverkehr schuldig gemacht hat und ein Kommissar (Uwe Jungenkrüger) versucht, ihm auf die Schliche zu kommen. Und dann wäre da noch Bill Lesley (Jens-Peter Kraushaar), ein dank Rollstuhl sehr mobiler und wunderbar nervig-neugieriger alter Patient, der trotz seines vorgerückten Alters und seiner latenten Schwerhörigkeit immer ein bisschen zuviel mitbekommt. Und das in den unpassendsten Momenten...
Der nervige Greis ist eine echte Glanzrolle für Jens-Peter Kraushaar, die er mit all seiner Theatererfahrung und Spielfreude zur Erheiterung der Zuschauer mit Leben füllt – und so ist jede Rolle ihrem Schauspieler quasi auf den Leib geschneidert: Bent Hirschelmann und Frank Feddern sind vollends in ihre Rollen als Kollegen und Kumpels von Dr. Mortimore geschlüpft, Jörg Schössow nimmt man die Verzweiflung des aufstrebenden Arztes mit Vergangenheit gern ab. Malin Dressel hat sichtlich Spaß, das Leben des Oberarztes ordentlich durchzuschütteln und Dennis Schildknecht geht in seiner Rolle des verwirrten Punk-Jungen herrlich auf. Ihre Wandelbarkeit zeigt Birgit Rosburg in ihrer Rolle als Oberschwester, die man ihr sofort abkauft und der man im Krankenhaus bitte nie begegnen möchte. Und niemand könnte die leicht versnobbte und wundervoll britisch-gelangweilte Rosemary Mortimore besser spielen als Berit Rehberg – jeder der Schauspieler füllt seine Rolle (vor und auch hinter der Bühne) auf seine Weise wunderbar mit Leben und wie immer passt es, auch dank Cordula Ziskes einfühlsamer, bewährter Regie, einfach perfekt. So stellen die Ahrensböker Theaterleute einmal mehr ihr schauspielerisches Talent und ihre herrliche Komik unter Beweis, während Dr. Mortimore verzweifelt um sein Leben und seinen Ruf kämpft. Das Stück sei in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung für die Theatergruppe gewesen, so Cordula Ziske. “Wenn wir nicht so viele Handwerker in der Truppe hätten, die ihre Gewerke miteinbringen, hätten wir ein solches Bühnenbild nicht stemmen können.” Denn das Stück spielt im obersten Stockwerk eines Krankenhauses und braucht ein Fenster mit einer Stadtkulisse dahinter. Die zweite Herausforderung: Sehr viele Charaktere und ein hohes Tempo. “Aber wir spielen zum Teil schon 15 oder gar 20 Jahre zusammen”, schmunzelt die Regisseurin, “alle sind sehr professionell, alle kennen sich – nur deshalb klappt das auch mit einem solchen Stück.” Dass es klappt, können die Ahrensböker ab kommenden Freitag im Bürgerhaus erleben, dann feiert “Und alles auf Krankenschein” um 20 Uhr Premiere, weitere Aufführungen folgen am Samstag, dem 2. März um 20 Uhr und am Sonntag, dem 3. März um 15.30 Uhr, am Freitag und Samstag, dem 8. und 9. März jeweils um 20 Uhr, am Sonntag, dem 10. März um 15.30 Uhr sowie am Dienstag, dem 12. und Freitag, dem 15. März jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse oder bei Wohnideen von Steen in der Plöner Straße 32. Und weil Lachen so gesund ist, müsste es die acht Euro für die Theaterkarte eigentlich von der Krankenkasse zurückgeben.



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