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Volles Programm für den Frieden

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Mehr Mitglieder und rege Beteiligung beim Ostermarsch wünschen sich Karen Genn, Lutz Tamchina, Sylvia Zanella-Foritto de Belmar, Wolfgang Schiller und Peter Bethke (v.re.).

Mehr Mitglieder und rege Beteiligung beim Ostermarsch wünschen sich Karen Genn, Lutz Tamchina, Sylvia Zanella-Foritto de Belmar, Wolfgang Schiller und Peter Bethke (v.re.).

Eutin (aj). Als Karen Genn nach einem odysseischen Lebenslauf vor drei Jahren in Eutin ein neues Zuhause gefunden hatte, ging sie auf mehreren Stadtrundgängen der Tourist-Info mit, um die Stadt kennenzulernen: „Bei einer Tour mit dem Thema ‚Eutin zu Zeiten des Faschismus‘ kam ich mit einigen Mitgliedern des Friedenskreises ins Gespräch und trat der Gruppe bei“, erzählte die 63jährige zweifache Mutter und pensionierte Pädagogin mit amerikanischem Pass bei der Präsentation des Friedenskreis-Jahresprogramms, die zugleich ihre Premiere als Vorsitzende war. Nach der Überarbeitung der Satzung im letzten Jahr schien der Zeitpunkt für diese offizielle Vorstellung ideal, zumal es auch sonst Neuerungen mitzuteilen gab. Das erste Vorhaben für 2018 nämlich haben die Aktivisten vom Friedenskreis bereits umgesetzt: Die Außendarstellung wollte man verbessern und so liefert ab sofort ein blau-weißer Flyer Interessierten in gebündelter Form einen kompakten Einstieg in das Engagement und das Selbstverständnis der Gruppe, dazu die nötigen Kontaktdaten. Das Faltblatt wird unter anderem bei Veranstaltungen ausliegen. „Unser Ziel ist es, um einige Mitglieder zu wachsen“, sagte Wolfgang Schiller. Rund 20 Aktive zählt der Friedenskreis aktuell. An jedem zweiten und vierten Dienstag im Monat kommen sie in der Begegnungsstätte der Brücke Ostholstein in der Bahnhofstraße 18 um 19.30 Uhr zusammen: „Das ist ein Austausch in offener Runde, jede und jeder kann dazustoßen“, so Schiller, der sich gut vorstellen kann, künftig auch facebook als Diskussionsplattform zu nutzen. Mindestens ebenso dringlich wie Präsenz bei Gleichgesinnten ist für den Friedenkreis die sachorientierte Auseinandersetzung mit denjenigen, die Aufrüstung und Auslandseinsätze anders bewerten: „Wir wollen hier aktiv das Gespräch suchen, schicken beispielsweise für jede unserer Veranstaltungen Einladungen an das Eutiner Aufklärer-Bataillon“, berichtete Schiller.
 
Für die eigene Position werden die Mitglieder auch in diesem Jahr beim Ostermarsch auf die Straße gehen. Unter dem zentralen Motto „Abrüsten statt Aufrüsten – Brot statt Tod!“ haben sich unterschiedliche Friedensinitiativen vernetzt. Für Eutin ist es der dritte Ostermarsch nach 2016: „Wir hoffen, dass sich die Zahl aus dem Vorjahr verdoppeln lässt und wir auf 100 Teilnehmende kommen“, meinte Schiller. „Meine Tochter fand es immer toll, erst beim Ostermarsch dabei zu sein und dann Ostereier zu suchen“, erzählte Genn. Schülerinnen und Schüler gehören auch zum Adressatenkreis für eine Veranstaltung im Binchen-Kino. Am 18. April zeigen die Journalisten Ronja von Wurmb-Seidel und Niklas Schenk ihren Dokumentarfilm „True Warriors“. Der Film sei besonders geeignet, unterschiedliche Zielgruppen ins Gespräch zu bringen. Das ist auch das Anliegen der Vortragsreihe des Friedenskreises in der Kreisbibliothek. In diesem Rahmen ist am 3. Juli mit der Organisation ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons) eine Friedensnobelpreisträgerin zu erleben. Dem internationalen Bündnis von Nichtregierungsorganisationen wurde Preis am 6. Oktober 2017 für die Bemühungen zugesprochen, ein vertragliches Verbot von Atomwaffen zu erreichen. Noch ohne Datum, aber mit einer Zusage warb der Friedenskreis für eine Lesung mit Fabian Scheidler, Autor des Buches „Das Ende der Megamaschine – Geschichte einer scheiternden Zivilisation“. Darin geht es unter anderem um sozio-ökologische Zusammenhänge, ein Themenkomplex, dem die Vorsitzende wachsende Bedeutung zumisst. „Der Wunsch nach Frieden und der Kampf gegen Rassismus und Vorurteile treiben mich von jeher um.“ An ihrem Eutiner Haus, so erzählte sie beim Abschied, prangt ein chinesischer Drache: „Er steht für Güte, Liebe und Gerechtigkeit.“



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