Reporter Eutin

Wenige leisteten Widerstand gegen die NS-DiktaturSonderausstellung in der Gedenkstätte Ahrensbök: „Was konnten sie tun?“

Bilder
Wollte „größeres Blutvergießen verhindern: Schreiner Georg Elser.

Wollte „größeres Blutvergießen verhindern: Schreiner Georg Elser.

Ahrensbök (t). Die meisten hoben die Hand zum Hitlergruß, folgten begeistert der NS-Diktatur in den Untergang. Manche blieben passiv, resignierten, „dass man doch nichts tun kann“. Nur wenige leisteten Widerstand, wollten durch ihre Taten „größeres Blutvergießen verhindern“, wie der schwäbische Schreiner Georg Elser.
„Was konnten sie tun?“, heißt eine Ausstellung, die den Widerstand gegen den Nationalsozialismus dokumentiert und vom 26. August bis 2. Dezember 2018 in der Gedenkstätte Ahrensbök gezeigt wird. Zur Eröffnung am 26. August um 15.00 Uhr wird Prof. Thomas Vogel, Pastor in Timmendorfer Strand, zwei Männer des Widerstands in einem Vortrag vorstellen: Georg Elser war einer der ersten, der schon im Sommer 1939 im Münchner Bürgerbräukeller ein Attentat auf Hitler ausführte – vergeblich. Auch der Berufsoffizier Hans Oster beteiligte sich bereits im Herbst 1938 an Umsturzversuchen und verriet militärische Angriffspläne. Beide, Elser und Oster, bezahlten den Widerstand mit ihrem Leben.
Die Ausstellung wurde von der Stiftung 20. Juli 1944 in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (Berlin) erstellt. Sie zeigt, wie vielfältig der Widerstand gegen den Nationalsozialismus war. Es wird die Verschwörung der Männer des 20. Juli 1944 und ihre militärischen Umsturzversuche ebenso dokumentiert wie die zivile Gegenwehr des Ehepaars Hampel, das mit handschriftlich verfassten Postkarten zur Kriegsverweigerung aufrief. Sie erinnert an die Geschwister Scholl und ihre Freunde, die Flugblätter verfassten und verteilten. Und auch eher unbekannter Widerstand wird beschrieben: Männer und Frauen, die Verfolgte versteckten, ihnen zur Flucht halfen, Ausweise fälschten; alle wurden wegen ihres Einsatzes hingerichtet.
Große Fotos und kurze Texte machen die 25 Tafeln leicht verständlich. Die Ausstellung ist insbesondere für junge Menschen gut geeignet, zumal sie eindringlich den Gegensatz zeigt, wie lebensgefährlich Widerstand in einer Diktatur war, während Zivilcourage in einer Demokratie heute ohne Gefahr für Leib und Leben ist. Deshalb sind auch und insbesondere Schulklassen und junge Erwachsene zum Besuch dieser Ausstellung eingeladen. Mitglieder des Trägervereins bieten eine Einführung an und laden zur anschließenden Diskussion ein.
Gelegenheit zum Gedankenaustausch bietet sich bereits am ersten Tag. Interessierte sind zur Eröffnung und dem Vortrag von Professor Vogel eingeladen. Besuche der Ausstellung an anderen Tagen während der nächsten drei Monaten können telefonische (04525 – 493 060) oder schriftlich per E Mail (gedenkstaetteahrensboek@t-online.de) vereinbart werden.



Weitere Nachrichten Eutin am Mittwoch
Hinweise nimmt die Polizei in Eutin unter der Telefonnummer 04521/8010 entgegen.

Zeugen nach Handtaschendiebstahl gesucht

18.01.2019
Eutin. Gegen 13:15 Uhr hielt sich eine 47-jährige Frau in einem Kaufhaus für Bedürftige in der Straße Am Stadtgraben in Eutin auf. Bei der Anprobe von Kleidungsstücken hatte die Kundin ihre Handtasche an einer Garderobe aufgehängt....

„Sie und Ihre Arbeit machen großen Eindruck auf uns“

17.01.2019
Eutin (ed). 750 Euro stecken in dem Weck-Glas, das Katrin Haase an Brigitte Maas, die Vorsitzende der Hospizinitiative überreicht – „so viel haben wir, glaube ich, noch nie zusammenbekommen“, strahlt die Inhaberin des Cox, „da haben wir wohl auch bei unseren...

Ein Nistplatz für gefährdete Flieger

17.01.2019
Eutin (ed). Trecker, Teleskoplader und Motorboot, BigBags voller Kies, ein paar Schwimmteile aus hochwertigem Kunststoff und eine Matte aus Schilf – dank dieser Ausrüstung, ausgezeichneter Kooperation, einer großen Portion Fachwissen um die Lebensgewohnheiten...
Auf dem Podium (v.l.): Michael Kuhr (Moderation), Bürgervorsteher Alfred Jeske, ab April tätiger ehrenamtlicher Bürgermeister Eberhard Rauch, Amtsvorsteher Gerold Fahrenkrog, noch hauptamtlich tätiger Bürgermeister Mario Schmidt und der neue Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Großer Plöner See, Stefan Dockwarder.

Bosau sieht Veränderungen entgegen

16.01.2019
Bosau (wh). Im Haus „Schwanensee“ mussten viele zusätzliche Stühle herangeschafft werden, so groß war das Interesse von rund 120 Bürgern der Gemeinde Bosau an einer Infoveranstaltung. In ihr ging es um bevorstehende Veränderungen im neuen Jahr. Im Mittelpunkt...
Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt gratuliert Wehrführer Ralf Klesny bei der symbolischen Schlüsselübergabe.

„Ein Fahrzeug für die Bürger”

16.01.2019
Eutin-Neudorf (wh). Für die Kameraden der Neudorfer Feuerwehr und ihre Gäste sollte es am Samstag ein langer Abend werden. Der begann schon am Nachmittag mit der Übergabe des ersehnten neuen Löschfahrzeugs und endete spät nach einer tagesordnungsreichen...

UNTERNEHMEN DER REGION