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Wettbewerb der Talente

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Alle 28 Junggesellen, die zu den Landesmeisterschaften angetreten waren, beendeten ihre Arbeiten nach sieben bis acht Stunden.

Alle 28 Junggesellen, die zu den Landesmeisterschaften angetreten waren, beendeten ihre Arbeiten nach sieben bis acht Stunden.

Eutin (fs). Philipp Wiesenthal ist erschöpft und glücklich zugleich: “Sieben Stunden lang 110 Prozent zu geben, das ist todesanstrengend”, sagt der 23-Jährige. Doch die Mühe hat sich gelohnt, der junge Maurer setzte sich gegen seine elf Konkurrenten bei den Landesmeisterschaften der Handwerksjugend durch. Bei dem Wettbewerb, der dieses Jahr von der Baugewerbeinnung Ostholstein in der Ausbildungsstätte an der Siemensstraße ausgerichtet wurden, traten 28 Junggesellen gegeneinander an. Die Mauerer, Zimmerer und Fliesenleger mussten anspruchsvolle, bundesweit einheitliche Aufgaben lösen. Wiesenthal zeigte sich angesichts seines Sieges gelassen: “Natürlich habe ich nicht erwartet zu gewinnen, aber man muss schon mit einer gewissen Zielsetzung darangehen.” Mitte November wird er für Schleswig-Holstein bei den Deutschen Bundesmeisterschaften in Sigmaringen (Baden-Württemberg) antreten. Auch Tom Jacobsen wird dann dabei sein. Der 18-jährige Zimmerer hat sich zwei Wochen lang auf den Wettbewerb in Eutin vorbereitet. Ihm sei das Handwerk praktisch in die Wiege gelegt worden, sagt der Fehmaraner. “Mein Opa war Tischler, da war ich schon im Kindergartenalter ständig in der Werkstatt und hatte mit Holz zu tun”, erzählt er. Durch ein Schulpraktikum kam er schließlich zu seinem Ausbildungsbetrieb. Für ihn ist klar, wo es beruflich hingehen soll: “Ich möchte recht zügig meinen Meister machen.” Maurer Phillip Wiesenthal hat andere Pläne. Seit April studiert er in Lübeck Bauingenieurwesen. “Ich habe gemerkt, dass das vorgeschriebene zweimonatige Praktikum auf dem Bau nicht ausreicht. Vielen Studenten fehlt der Bezug zur Praxis”, meint Wiesenthal. Die Lehre habe sich auf jeden Fall gelohnt. Auch für die Berufsfindung sei die Lehre hilfreich. Viele Studenten seien sich nicht sicher, ob das Studium richtig für sie sei. Der 23-Jährige spricht aus Erfahrung, direkt nach dem Abitur begann er ein Informatikstudium und brach ab. Bei der Preisverleihung lobte Norbert Lanz, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein, die Teilnehmer: „Unser Nachwuchs hat Potenzial und sichert unser Handwerk auch für die Zukunft“, sagte Lanz und wandte sich an die Junggesellen und Junggesellinnen: „Euch steht der Weg für eine Karriere im Handwerk offen. Gute Handwerker, Fach- und Führungskräfte werden auch in Zukunft gebraucht, da bin ich ganz sicher. Schon jetzt klagen viele Betriebe darüber, dass ihnen der Nachwuchs ausgeht.” Auch Ralf Hoffmann, Obermeister der Baugewerbe-Innung Ostholstein, macht sich Sorgen: “Die vielen unbesetzten Lehrstellen sind ein großes Problem, auf Messen versuchen wir ordentlich Werbung zu machen.” Das Niveau sei dieses Jahr aber sehr positiv gewesen. “Zudem hatten wir niemanden, der während des Wettbewerbes abgebrochen hat, das ist schon besonders”, freut sich Hoffmann. Die Sieger des Wettbewerbes: Im Fliesenleger-Handwerk 1. Platz: Florian-Paul Schütt, Bargfeld-Stegen, Bernd Nagel Fliesen-, Platten- u. Mosaik Sülfeld, Innung Storman 2. Platz: Marc-Andre Schulz, Westerland, Peter Bonnichsen GmbH, Tinnum, Innung Südtondern 3. Platz: Maximilian Thamm, Toddin, Birgit Newe, Bad Segeberg, Innung Segeberg – Im Zimmerer-Handwerk 1. Platz: Tom Jacobsen, Holzbau Fehmarn GmbH, Fehmarn, Innung Ostholstein 2. Platz: Luis Tawen Naber, Peter Thyen Zimmerermeister, Lübeck 3. Platz: Nils Thomsen, Satrup, Zimmerei-Holzb. Naumann GmbH, Quern OT Nübelfeld, Innung Flensburg Maurer-Handwerk 1. Platz: Philipp Wiesenthal, Schartner Bau GmbH, Neumünster, Innung Neumünster 2. Platz: Wolf Eike Lorenzen, Kochendorf, M. Stary Bauunternehmen GmbH, Eckernförde,Innung Eckernförde/Kiel/Plön 3. Platz: Sebastian Grell, Jochen Grell Maurermeister, Tramm, Innung Lauenburg



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