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Ahrensbök hat eine zweite Pastorin

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Die beiden Ahrensböker Pastorinnen Christine Grossmann und Kirstin Mewes-Goeze auf den Kirchenbänken, die mit dem Rücken zum Altar stehen.

Die beiden Ahrensböker Pastorinnen Christine Grossmann und Kirstin Mewes-Goeze auf den Kirchenbänken, die mit dem Rücken zum Altar stehen.

Ahrensbök (ed). In der Ahrensböker Kirchengemeinde ist Bewegung: Nicht nur die anstehenden Kirchengemeinderatswahlen sind hier Thema. Offiziell seit dem 1. Oktober hat die Kirchengemeinde Ahrensbök neben Kirstin Mewes-Goeze eine zweite Pastorin: Christine Grossmann kommt aus Lübeck und unterstützt ihre Kollegin in allen Belangen ihrer Arbeit. Zudem stehen in der und um die Marienkirche herum gleich mehrere Projekte an. Daher dürfte die morgen nach dem Gottesdienst stattfindende Gemeindeversammlung spannend werden. Die große Gemeinde Ahrensbök hat eine ausgesprochen rege Kirchengemeinde mit rund 3.600 Gemeindemitgliedern – von Curau über Ahrensbök bis nach Gnissau finden in drei Kirchen Gottesdienste statt, außerdem Seniorennachmittage, Konfirmandenunterricht, die Kinder-Theater-Spaß-Musik-Woche im Pastoratsgarten, ein wachsendes musikalisches Leben mit Kantorei, Orgelwochen und zudem gleich mehrere KiTas unter ihren Fittichen. All das bedarf zweier Vollzeit-Pastoren. Und nachdem Pastor Harro Teckenburg sich aus gesundheitlichen Gründen auf eine reduzierte Stundenzahl verlegt hat und nur noch in Gnissau tätig ist, wurde eine halbe Pastorenstelle in der Gemeinde frei. Auf diese Stelle hat Pastorin Christine Grossmann sich beworben und den Zuschlag dafür erhalten. “Ich hatte bereits eine halbe Stelle in Reinfeld, wollte aber sehr gerne weiter Vollzeit tätig sein”, erzählt sie. Die gebürtige Französin, die bereits als Studentin eine große Zuneigung zum Norden Deutschlands gefasst hat und ein beneidenswert komplett akzentfreies Deutsch spricht, lebt mit ihrem Mann in Lübeck. “Und da ist diese Stelle perfekt, denn Ahrensbök ist von Lübeck ebenso gut zu erreichen wie Reinfeld – und vor allem sind mir in Ahrensbök bisher große Offenheit und Herzlichkeit entgegengebracht worden. Ich freue mich sehr, für die Ahrensböker da sein zu können.” Christine Grossmann ist eine herzliche und zugewandte Pastorin, die gut zuhören kann. Ihr liege die seelsorgerische Arbeit am Herzen, sagt die ausgebildete Familientherapeutin und Notfallseelsorgerin – “und Seelsorge ist ja eigentlich alles. Die Begegnung mit Menschen in jeder Lebenslage.” Eine Pastorin aus ganzem Herzen, freundlich und aufgeschlossen, passt sie perfekt in das authentische, herzliche Ahrensböker Team. Christine Grossmann wird alle Aufgaben von der Taufe über Gottesdienste, Konfirmandenunterricht, und Trauungen bis hin zum Freitagskränzchen im Wechsel mit Kirstin Mewes-Goeze wahrnehmen. Die beiden Pastorinnen kannten sich bereits von einem gemeinsamen Workshop – “und wir haben uns gleich gut verstanden”, erinnert sich Kirstin Mewes-Goeze, “ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit und glaube, dass wir zusammen gut für die Ahrensböker da sein können.” Ihren ersten Gottesdienst hält Christine Grossmann am 13. November um 10 Uhr am Mahnmal draußen vor der Kirche. Wer sie schon jetzt kennenlernen will, hat morgen die Gelegenheit dazu. Denn morgen, gleich nach dem Gottesdienst, findet im Gemeindehaus die Gemeindeversammlung statt. Hier stellen sich die Kandidaten für den neuen Kirchengemeinderat vor, der am 1. Adventssonntag gewählt wird. Thema sind aber auch die Projekte, die in der Kirche anstehen – wie die Glocken, die komplett erneuert werden müssen oder auch die Barrierefreiheit der Kirche. “Da müssen wir dringend etwas tun”, so Pastorin Mewes-Goeze, “es kann nicht sein, dass eine Kirche nicht barrierefrei ist.” Aber auch der Teil des Gestühls der Marienkirche, der mit dem Rücken zum Altar steht, wird besprochen werden. “Das Gestühl ist von 1883 und der Kanzel zugewandt”, sagt Pastorin Mewes-Goeze, “wieso das so ist, wissen wir nicht. Aber da sich bei uns mehr im Altarraum abspielt, würden wir gerne etwas verändern.” Drei Trauungen habe sie in diesem Jahr schon den Nachbargemeinden halten müssen, weil die Paare sich “nicht in unserer Kirche trauen lassen wollten, weil die Hochzeitsgäste dem Brautpaar den Rücken zudrehen müssten.” Und auch der Chor habe bei Konzerten große Probleme, denn einerseits dreht ein Teil der Gäste ihm den Rücken zu, zum anderen ist im Altarraum schlicht zu wenig Platz für Chor und eventuelle Musiker. Der vergrößerte Altarraum würde auch zahlreiche Möglichkeiten für viele weitere Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen eröffnen – zudem wäre das Gefühl des Dabei-Seins” einfach stärker bei allen Veranstaltungen. So fehlt bei den Kindergarten-Gottesdiensten oder bei denen für Klein und Groß immer der Platz für die Lütten im Altarraum. “Wir hatten einfach bereits schon so viele Anfragen und Beschwerden dazu, dass wir beschlossen haben, jetzt etwas zu tun”, sagt Kirstin Mewes-Goeze, “und bereits ganz viele Ahrensböker haben ihre Bereitschaft kundgetan, sich dafür einzusetzen.” So hat ein Architekt in Absprache mit der Denkmalpflege ein Konzept erarbeitet, wie man das Gestühl mit möglichst wenig Aufwand “umbauen” könnte, auch das wird der Gemeinde morgen vorgestellt.



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