Reporter Eutin

Ein vielseitiger, ganzheitlicher Künstler

Bilder
Ihre Begeisterung überträgt sich, wenn Museumsleiterin Dr. Julia Hümme Besucher durch eine „ihrer“ Ausstellungen führt.

Ihre Begeisterung überträgt sich, wenn Museumsleiterin Dr. Julia Hümme Besucher durch eine „ihrer“ Ausstellungen führt.

Eutin (wh). Er war einer der ersten bildenden Künstler, der Anfang des 20. Jahrhunderts die damals touristenlose wilde Insel Sylt entdeckte und in seinen Meeresbildern die Kraft der Elemente, die Schönheit der Naturgestalten und -gewalten mit Ölfarbe auf Leinwand bannte. Und meistens tischlerte er auch noch die Rahmen zu seinen Bildern, der vielseitig begabte Maler, Zeichner, (innen)-architektonische Designer, Töpfer, Möbeltischler und Kunsthandwerker Wenzel Hablik (1881-1934). Ihm und seinem reichen Schaffen widmet sich das Ostholstein-Museum vom 20. November 2016 bis 29. Januar 2017. Habliks Werke waren bereits 1997 schon einmal im Oh-Museum ausgestellt. Die Eröffnung der neuen Ausstellung, die ein ereignisreiches Jahr des Museums abrundet, ist morgen, Sonntag, um 12 Uhr. Wenzel Hablik gehört bis heute zu den bedeutendsten Expressionisten in Schleswig-Holstein und ist auch deutschlandweit als wichtiger Vertreter expressionistischer Architektur bekannt. Das facettenreiche Werk Wenzel Habliks umfasst große Ölbilder von Sternenhimmeln mit Planetenbahnen, Porträts und norddeutsche Landschafts- und Meeresbilder, Zeichnungen und Aquarelle von utopischen Weltraumsiedlungen, beeindruckende Möbel und Textilien, kleine Kristallschlösser, exotische Muschelsammlungen, tierische Figuren aus Metall und vieles mehr. Mit Ölbildern, Zeichnungen, Aquarellen, ausgewählten Möbeln und Designobjekten zeigt die Ausstellung einen repräsentativen Querschnitt aus dem beeindruckenden Schaffen dieses vielseitigen Künstlers, der viele Jahre gemeinsam mit seiner Frau, der Webmeisterin Elisabeth Lindemann, in Itzehoe lebte und arbeitete. Er starb dort am 23. März 1934 im Alter von 53 Jahren in seinem Haus. „Hablik gehört zu jenen Künstlern, die einen begleiten und einfach nicht loslassen“, gesteht die Museumsleiterin Dr. Julia Hümme bei einer Pressevorstellung der Exponate Habliks. Sie habe während ihrer Tätigkeit in Flensburg bereits die Faszination gespürt, die von seinen Werken ausgehe. 1881 in Böhmen geboren, studierte er in Wien und Prag und ließ sich schließlich 1907 in Itzehoe nieder. Während ihm in seiner Malerei vor allem das Meer, die Küsten, die Heide- und Hügellandschaften als Motive dienten, waren es die Berge mit ihren Kristallvorkommen, die ihn zu seinen atemberaubenden Architekturutopien inspirierten. Der Idee folgend, dass künstlerische Qualität für die Ausgestaltung aller Lebensbereiche Geltung habe, entwarf Hablik zudem extravagante Raumkonzepte für zahlreiche öffentliche und private Interieurs in Norddeutschland. „Sämtliche Exponate in der Ausstellung stammen aus dem Bestand des Wenzel-Hablik-Museums in Itzehoe, dem wir herzlich für die Unterstützung bei diesem Ausstellungsvorhaben danken“ erläuterte Dr. Hümme. Ihr Dank gelte auch der Sparkassen-Kulturstiftung Ostholstein, die diese Ausstellung finanziell gefördert habe. Wenzel Hablik ist während seines Lebens vielen künstlerischen Zeitgenossen begegnet (wie Avenarius, Herwarth Walden, Boccioni, Schmidt-Rottluff, Walter Gropius), die seine Kunst würdigten und ihn in mancherlei Projekte einbezogen. Seine Werke sind unter anderem 1912 in der Galerie „Der Sturm“ in Berlin zusammen mit Werken von Picasso, Gauguin, Kandinsky, Kokoschka ausgestellt gewesen. Eine Reihe von Reisen (unter anderem Konstantinopel und Südamerika) haben sich auf seine Kreativität ausgewirkt und auf eine zur Ganzheitlichkeit zielende Vielseitigkeit, die sich auch in der reichhaltigen und dennoch übersichtlichen Sammlung seine Gemälde, Möbel und anderer Werkstücke im Ostholstein-Museum widerspiegelt. Es macht Freude, sich zwischen diesen Zeugen eines schöpferisch reichen Künstlerlebens betrachtend aufzuhalten.



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